Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 15 (1886)
- Issue
- N° 36. (2.9.1886)
- Date
- 1886-09-02
- Page
- Seite 142 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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— 142 — sonderer Dank gebührt dem Herausgeber für die orientirenden und lichtvollen Bemerkungen, welche er am Schlüsse des Buches unter der Rabrik ״Nachweis und Nachtrag“ Eusa7umengestellt hat. Sie vermittein in vollkommen beniedigender Weise das Ver- 8tändnis8 der meisten irgendwie schwierigen Piecen. Die ״Vorbemerkung* enthält einen Hinweis auf den grossen Arbeits-Apparat, welchen er bei der Veröffentliohung des ״Diwän’s“ zu bewältigen hatte. Von seinen Conjecturen, mit denen er Maass hält und die er nur im Falle des dringenden Bedürfnisses macht, sind die meisten plausibel und sie erweisen sich auch wirklich als Verbesserungen des Textes. Wenn er in No. 129 V. 5 das unverständliche: *איך ממנת חדר des Textes in מנות emendirt, so erscheint uns auch mit dieserEmendation dasDunkel noch nioht aufgehellt. Vielleicht empfiehlt es sich, statt ממנת und מנות lieber טלק zu lesen.**) Demnach würde der urgirte Vers besagen: ״Wo ist der Hort, der mein Flehen vernimmt? Wie verborgen ist die Stätte meiner Wohnung, wie ist mein Schatten von mir gewichen.“ In No. 167 V. 10 findet sich וציר, wohl nur ein Druckfehler, der in ועוד zu corrigiren ist. Unter צליוני in No. 200 V. 6 sind vielleicht 1*"אצר אכרימ die Hauptgliedmaassen des Körpers, zu verstehen. Die Conjectur des Herausgebers in No. 206 V. 40 vermag uns durchaus nicht zu befriedigen. Der dunkle Text וחטא וכל צורך תצשה scheint allerdings corrumpirt zu sein. Der Herausgeber schlägt folgende Fassung vor: וחטא רב לצורך ״ . תצשה Du übest viel Sünde (Unrecht) an deinem Horte (Schöpfer)!“ Wir trauen eine solche Schreibweise dem die correcte Form meisternden Jbn Esra nioht zu. Selbst bei den Diis minorum gentium würden wir diese Ausdrucksweise kaum statthaft, zum Mindesten deutsch-hebräisch oder richtiger unhebräisch finden. Zu sagen: du begehst eine Sünde an mir חטא עשית לי ist ganz gewiss keine classischhebräische Redewendung. Angemessener erscheint uns etwa folgende Fassung: וחטא לבר צורך תעשר.,והוא ״ .ברחמיו יכסהFürjedes (angebliche) Bediirfniss begehst du (leicht) eine Sünde und er (der Allgütige) soll sie (stets 1 mit seiner Liebe bedecken.“ Jbid. V. 54 muss es statt מבלעדי heissen מבלצהיי» wozu schon der Reim nöthigt. Aus demselben Grunde ist ibid. V. 68 statt לעבה־ שם wohl zu lesen לצבדמו. In No. 225 V. 16 steht ״ פתה האישdie Schlange bethörte den Mann“, im Gegensätze zur biblischen Angabe. Es ist wohl zu lesen:!פתה אשד, was auch dem weiteren Zusammenhange des Gedichtes entspricht. In unserem Diwan ist nirgends vom 5. Kapitel, das eigentlich pg. 88 mit No. 107 hätte beginnen müssen, die Rede. Auf das 4. folgt unmittelbar das 6. Kapitel, ohne dass diese Abnormität urgirt wird. Die Akrosticha der poetisehen Stücke der ersten Kapitel ergeben ausschliesslieh die Namen אברם, אברהם. Der volle Familienname Abraham beu Me'ir ben Esrah ist erst aus vielen Stücken der späteren Kapitel zu ersehen. Auch wird uns bisweilen im Akrostichon der Abfassungsort irgend einer Piece mitgetheilt So ergiebt das Akrostichon von, No. 224 die Worte: אברהם ברבי מאיר עזרה במדינת אליסאנה (?> הקרובה אל אשתלא סס חזק אמן Welchen Ort mag wohl Jbn Esra hier im Auge haben? In No. 227 ergiebt das Akrostichon die Worte: אברהם בן עזי־ה מן מדינת תטילהו Rosin fiudet — wie uns scheint, mit Recht — in dem Worte תטילהי eine Verstümmelung von תול־טולא Toledo. Der Herausgeber verwirft־dies, aber warum? »Schluss folgt.) **i Diese LA. empfiehlt sich durch V. 11. (ל(מצון נוחי nur wurden wir vorschlugen א*ך ממעון zu lesen, oder איה מעץ, mit Bezug ״nf v. 14: טעי; לתיך חדרי שוי• uteä) JLitterarisc.be Notisen. 1. Zorn ״Psadaat mr Nathan-Fabel ran dea drei Blagen“.. Herr College Dr. Perlitz in N&kel macht mich daraut aufmerksam , dass die von mir aus שארית ישראל citirte Erzählung sich auch im שבט יהודה c• ■12 befindet. — Herr Lehrer Gönn in Rees a. R. machte mir die gefällige Mittheilung, dass — entgegen meiner Behauptung: ״Einen spanischen König Peter, Vinkel eines Alphons, sab es gar nicht“ (Lttbltt. S. 120) — Peter II., Sohn und 11% Nachfolger Alphons II., König von Aragon, sei allerdings mütterlicherseits ein Enkel Alphons VIII, Königs von Kastilien, gewesen. Die Mutter Peters II., zweite Frau des Alphons II., war Soncie, Tochter dea gen. Aiphons VIII. Meine Behauptung muss also dahin abgeänaert werden: Einen spanischen König Peter, Enkel eines Alphons väterlicherseits, gab es nicht. שארית ישראל nennt seinen Peter:בן בנו של מלך אלפונמו. Herr Cohn ist der Ansicht, dass der Peter dieser Erzählung, wenn sie geschichtlich ist, am besten mit Peter I., König von Aragon, welcher 1094 die Regierung antrat, zu identiticiren sei, da dieser, entsprechend der Relation des ש״י, siegreich gegen die Mauren gekämpft. — Für diesen spricht meiner Ansieht nach auch der l'mstand. dass שבט יהודה a. a• O. ihn פידרא הזקן nennt. I)r. G. 2. Chronologisches. Bei der Erwähnung des Kosakenaufstandes unter Chmelniecki in der Nachricht aus ״Petersbürg“, No. 05 der W.-Sclir., mitgetheilt in שבט יהודה ed. Wiener S. 181 י (deutsch S. 272» bedarf das Datum *ב*ום השש ד־ ימים. לחדש תמת תע״ח einer Berichtigung. Der 4. Tatnus war nicht am Freitag, sondern am Mittwoch: 1619 fiel der 1048 4. Tatnus auf Montag. Derselbe Fehler findet sich שארית צ ישראל■ jüd.-deutsche Ausgabe. Amsterd. 5541, S. 128b. — ln diesem Buche wird S 125 eines Brandes, welcher ,בליל ד כ״ד טבת תע״ו in Frankturt a. M. stattgefunden hat, erwähnt. ב״ד טבח fiel in diesem .fahre aber aut Sonntag. Wer hat alle dies»• Irrthiimer verschuldet? Cohen-Rees a. Rhein. (Wie Hr. l'ohen uns mittheilt, beabsichtigt derselbe im Anschluss an sein מפתח לקבוע צתים einen!MKljährigeu Kalender zur leichten Vergleichung des jüdischen Datums mit dem üblichen christlichen (und vice versa) für die .)ahre 1050- 17.0<־ herauszngeheu, neben dem Jahres- und Monatsdatum soll darin auch derWochentag angegeben sein, so dass jeder! rrthum ausgeschlossen ist. Selbst die besten chronologischen Werke stellen au den Leser die Zumuthuug, selbst zu rechnen, in den Cohen'schen Tabellen findet jeder die gewünschten Daten nebeneinander, man braucht nur zu vergleichen. Mit Hilfe dieses Buches wird es dem Gelehrten wie dem Laien möglich sein, alle vorkommenden Irrthümerin der Chronologie selbst zu verhüten, und bei Andere zu berichtigen. Wir weisen schon jetzt auf das Erscheinen dieses sehr nützlichen Buches hin, da der Verf. nur eine geringe Zahl desselben drucken lassen will: ein Prospect nebst Probebogen wird in Bälde an sämmtliche Rabbiner, Lehrer und Fachgelehrte verschickt werden. Der Subscvipt ionspreis wird 8 M., der Ladenpreis 12 M sein.) :3. Kaschi's Todestag, der bisher nicht genau teststand, ist nunmehr aus einem sehr alten Pentateuch-Manuskript mit Rnschi's Oommentar, das sich auf der Pariser Bibliothek befindet, eruirt. Dasselbe enthält nämlich zum Schluss folgende Nachschrift: נלקה ארק האלקים וכוי הרב הגדול רבנו שלמה בן הקדוש ר׳ יצחק הצרפתי דל שנת ד׳ אלפים תתס״ח בכ״ט בתמוו ביום חמישי. In No. 85 des ״Hameliz“ macht ein Herr Jechiel Heller daraut aufmerksam, dass nach seiner Berechnung das Wochentagsdatum nicht stimme: i. J. 1108) תתס״ח, fiel der 29. Tatnus auf einen Freitag. Er schlägt deshalb vor, תתס״ה zu lesen, weil in di es ein.!.der 29. Tamus wirklich ein Donnerstag war. Auch Grätz giebt mach Cod. Parin. 1 1105 als Todesjahr Rnschi’s an. — Man ersieht auch hieraus wieder, wie wichtig Datum- Vergloicbstabellen für die Chronologie sind. R. 4. Zwei Preisaufgaben über orientalische Themata hat der König von .Schweden aus lebhaftem Interesse für vergleichende Sprachforschung gestellt: 1. Geschichte der semitischen Sprachen, und 2. Darstellung des Kütur/.ustandes der Araber vor Mohammed. Die Preise bestehen aus je einer Medaille im Wertlie von 1000 schwedischen Kronen und in einer Geldsumme in Höhe von 1250 schwedischen Kronen. Die Bearbeitung der Aufgaben muss in einer der folgenden Sprachen geschrieben sein: entweder skandinavisch oder lateinisch, deutsch, französisch, englisch, italienisch, arabisch; äusserster Einlieterungstermin ist der ■10. ,Juni 1888. 'Verantwortlicher Kedacteur Dr. Ralimer, Magdeburg. Druck von D. L. Woltt, Magdeburg. Verlag von Robert Friese, Leipzig.