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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1886-07-22 · N° 30. (22.7.1886) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
15 (1886)
Issue
N° 30. (22.7.1886)
Date
1886-07-22
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Ä Jüdisehes Litteratur Jahrg. XV. Blatt. Zar Bdnrttii! aller Jt*«etl1n ■»« liin ketretTeadea lltterarieekea ErmM»■!« aef den Gebiete der Philoeophle, Geeehlehte, Ethaografhle, Theolegte, Orleatalla, Kxegeae, Hoalletlk, Lltargth, Pidagogih. Herausgegeben ▼on Rabbiner Dr. Moritz Rahmer. ffflLaydz&wu}, 22. Burti 1886. BfirherderelaerhlXglgea Mtteratar, welche der Redactlea iHgeuadt werdea, fladea la dienern Blatte eingehende Beapreehang. Bel Einaendsag ron xwei Recenslona- Exemplaren erfolgt einmalige karie Gratle-Ineertloa. Das ״Jidische Litteratnr-Blatt« erscheint wöchentlich in einem halben Bogen Preis bei allen Buchhandlungen (in Leipzig bei Robert Friese) pro Jahrgang 8 Hark. Abonnenten der ״Israelitischen Wochenschrift“ (die vierteljährlich bei allen Postanstalten und Buchhandlungen 5 Hark kostet) erhalten das ״Jüdische Litteratur-Blatt“ gratis. — Inserate werden mit 28 PL für die gespaltene Petitzeile, Beilagen mit 16 Hark, berechnet und sind an die Expedition dieses Blattes zu senden. Buchh&ndler, welche direct oder durch Robert Friese in Leipzig Inserate einsenden, erhalten 25 ן( Rabatt. I?111a.lt: Wissenschaftliche Aufsätze: Prüfung und Beurtheilung der Weissmann’schen Erklärung des Psalm 08. Von Benzion Behrend. (Schluss). — t'ollectnne. Von Dr. Kroner, Rabb. in Brandenburg a. d. H. L itt’eraturbericht: Recensio;ne11: Deutsches Gebetbuch für die israelitische Jugend, herausgegeben von Oskar Waideck. — אבל כבד על מות הרב הגאון מרה סטיאשון ז״ל Nekrologe über M. Strasclmn s. A. gehalten und gesammelt von M. S. Antokolski, Wilna 1880. N otiz en. Nachdruck nur mit Groller Quellenangabe gestattet. Prüfung und Beuitheilung der Weissmann’schen Erklärung des Psalm 68. Von Benzion Behrend. (Schluss). Auch der Nachweis, dass die Abgötterei der Samaritaner im Psalm angedeutet sei, ist deswegen Seifenblase, weil er auf Textänderung basirt ist. Zu V. 22 commentirt Herr W., ״mit der Conjectur רשע statt שער (Krochmal) ist wenig gewonnen, weil der רשע doch eine best verhasste Person sei und, wie zu erwarten, näher bezeichnet werden müsste. Daher שמר Samarien, und auch der Schluss besagt: Der wandelt באשימיו statt באשמו. Die Samaritaner verehrten nämlieh einen Fetisch, genannt Ascbima (2. Kön. 17,30)“ Wieder zwei Aenderungen, weil der Text nicht erkannt wurde. Dass der Vers aus zwei Theilen besteht, wovon der erste der generelle und der zweite der spezielle Theil ist, wird wohl als selbstverständlich zugegeben. Da die erste Hälfte zum Inhalt hat ״Nur Gott spaltet das Haupt seiner Feinde,“ so kann in der zweiten Hälfte nicht רשע für שצר gelesen werden; denn der Bösewicht ist vor allem ein Feind Gottes, — und in beiden Yerstheilen einen gleichen Gedanken vermutben nnd findeD, ist bei einer rationellen Erklärung ebensowenig denkbar, wie es nicht entsprechend ist, unter קדקד שער Haarscheitel oder struppiges Haar zu verstehen, da es keinen Sinn giebt. Allem Anscheine nach ist שער ein Tropus, und dichterisch für עשו substituirt, dem dieser Name laut Gen. 25,25 gegeben war, weil er roth nnd behaart כאדרת שער bei der Geburt gewesen war. Und da dem Esaw später, laut Y. 30, der Name Edom beigelegt wurde, so ist שער und Edom identisch. Jdumäa war, seitdem es von David erobert worden, ein integrirender Theil des judäischen Gebiets, das zwar nach der Theilung des Reiches, sobald sich Gelegenheit dazu geboten, sich wieder gewaltsam selbstständig gemacht hatte. Fühlte sich ein judäischer König mächtig genug, 80 zog er gen Edom nnd unterwarf es; trat wieder Schlaffheit ein, so wurde es abtrünnig and machte sich nicht blos frei, sondern übte nach Feindseligkeiten gegen Judäa aus. Der zweite Verstheil stellt eben dieses Sachverhältniss dar. ״Gott spaltet den Scheitel Seor-Edoms, der störrisch in eigener Verschuldung verharrend wandelt.“ Möglich, dass Herr W. die Umgestaltung Seor’s nicht vorgenommen uud sein שמד nicht in Erscheinung gebracht hätte, wenn er der Erklärung Raschi’s zu קדקד שער, welche lautet קדקדו של עשו שדדה איש שעיר, ein grösseres Gewicht beigelegt hätte. Eine Stütze für die Zeit, in welcher der Psalm gedichtet sein soll, findet Herr W. auch in V. 18 und zwar in dem allerdings noch unerklärten Worte שגאל ״das iDcorrekt statt ״ שניןwiederholen“ (Jbn-Esra). . . ישתן יי■ ישרים und אלפי Stämme (Grätz), folgerichtig wäre auch לבבות statt רבתים zu lesen; allein diesem Yersglied ist mit einem Federstrich abzuhelfen: שנהב statt שנאן. Der Psalmist lebte ja zu einer Zeit, in der die Menge der Elephanten die Stärke und Sieges- Zuversicht der Heere ausmachte. Und wenn Habakuk, sich den Wagen Gottes mit vorgespannten Rossen . . . vorstellt, so war es doch dem Psalmisten erlaubt, ja sogar zeit gemäss geboten, vor den Wagen Gottes zweitausend Myriaden Elephanten spannen zu lassen .. . Statt בם סיני lesen schon Pott. . . בא מסיני, aber auch בקדש muss in וקדש emendirt werden“. Nun ist aber שנהב nicht der Elephant selbst, sondern der Zahn der : Thieres, הב) שנ_הב wahrscheinlich von יהב, daher ״Zahngebend“), das periodisch in Folge eines naohwachsenden neuen Zahnes den alten verliert, gleiohsam ab giebt; das alte Testament kennt und nennt nicht den Elephanten. Daher commentirt Targum 1. Kön. 20.22 שנהבים plur. שן דפיל. In Uebersetzung würde demnach der erste Verstheil lauten müssen: ״Das Gespann Gottes — zweitausend Myriaden Eiephantenzähne“,—und mit einem V erstandeshq.uch ist das vom Erklärer in Folge seiner Emendation im Vers 18 entdeckte Geschichtsmoment als ein Nichts verschwunden. Soviel möge dem Herrn W. als Fingerzeig gesagt sein, dass es durchaus unnöthig ist, den Vers 18 zu maltraitiren und bis zur Unkenntlichkeit umzugestalten, denn er hat einen erhabenen Gedanken zum Inhalt und darum ist er freizuhalten von jeglicher oberflächlichen Verlegenheits - Deutelei, und dass die voranstehenden Verse 16 und 17 ihrem Inhalte gemäss nicht blos als Vorstufe zur Ergründung des in V. 18 obwaltenden Gedankens dienen, sondern auch dazu vorangestellt sind, um den Inhalt der Verse 19 und 23 anzudeuten. Wir haben nur noch die Behauptung, dass der Psalm in ausgedehntem Grade vom Deboralied (Rieht.

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