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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1886-04-22 · N° 17-18. (22.4.1886) · p. Seite 70

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
15 (1886)
Issue
N° 17-18. (22.4.1886)
Date
1886-04-22
Page
Seite 70 (sequence 6)
Language
German
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Schriftsorten besonders schwierig nnd kostspielig wird.*) Homburg v. d. H., 16. April 1886. Dr. Appel. 1. Erstes Lesebuch. 2. Theil der deutschen Schreib-Lese-Fibel. Ausgabe B. Bearbeitet von Raphael Cohn. Berlin. 1886. Verlag der Stuhr’schen Buchhandlung. (S. Gerstmann). 2. Deutsche Schal-Lieder von L. Lewandowski, Königl. Musikdirector. 5. vermehrte und verbesserte Auflage. Berlin. Verlag und Eigenthum von M. P o p p elauer’s Buohhandlung. 1886. Das zuerst angezeigte Schulbuch schliesst sich eng an die ״Deutsche Schreib-Lese-Fibel“ desselben Verfassers an, die wir bereits vor einiger Zeit in dies. Bl. besprochen und empfohlen haben. Das ״Erste Lesebuch“ lässt nach Auswahl und Anordnung des Stoffes durchgehende den erfahrenen Schulmann erkennen. Es erfüllt in vollem Maasse die an ein ״gutes Lesebuch“ zu stellenden Forderungen und es verdient den Vorzug, den Lesebüchern zugezählt zu werden, die in ihrer Form correct sind und sich von kirchliehen und politischen Tendenzen frei halten. (Siehe die Allgemeinen Bestimmungen des Ministers Falk vom 15. Oct. 1872). "Wir können das Lesebuch unbedingt empfehlen. — ln naher Beziehung zu einem Lesebuch stehen Sc hui-Lied er, denn der lebhafte Geist der Eieinen verlangt Abwechselung, besonders auf der Unter-Stufe ist das varietas delectat am Platze, darum ist es pädagogisch rathsam, in der Lesestunde zur Eririschung und Weiteranregung des kindlichen Geistes ein Lied singen zu lassen. Wir freuen uns, empfehlend auf die obengenannten Schullieder des auf dem Gebiete des Synagogengesangs rühmlichst bekannten Königlichen Musikdireotors Lewandowski hinweisen zu können. Er sagt sehr riohtig im Vorworte zur 5. Auflage der ״Schullieder“, dass in den unteren Schulstufen der einstimmige Gesang besonders zu pflegen sei. Wir stimmen ihm vollständig bei und wünschen, dass die sowohl in textueller als auch in melodischer Hinsicht sehr zu empfehlenden ״Sohullieder“ auch in der schön ausgestatteten, vermehrten und verbesserten fünften Auflage eine weite Verbreitung finden mögen. Moritz Spanier. Notizen. 1. Gegenüber der in No. 13 d. Bl. von Hm. Cohen gegebenen Berichtigung, muss ich bekennen, mich in meinen Angaben über die Wochentage des 17. Adar im Jahre 1685, geirrt zu haben. Ich hatte den 1. Adar berechnet gehabt und vergessen, die noch nothigen 2 Tage hinzuzufügen. Ob das Buch חכמת מנוח nur im Jahre 1612 oder auch 1585 in Prag gedruckt wurde, ,muss ich dahingestellt sein lassen, amsomehr, als das אהל יששכר mit Zunz bezüglich des Formats nicht übereinstimrat. Nun will ich mir noch erlauben, auch zu den von Hm. C. in No. 11 d. Bl. fortgesetzten Berichtigungen, wenn auch nur, um die ursprünglichen, iu den von Zunz angeführten Werken enthaltenen Daten zu rechtfertigen, Nachstehendes zu bemerken: *) Damit ist der hohe Preis motivirt, aber nicht ermässigt. Es hätte eine kleinere Druckschrift genommen werden müssen, um die Bogenzahl zu mindern. Dann durfte der zusammenhängende vollständige hebräische Urtext des Pentateuchs nicht fehlen, das ist der Hauptfehler an diesem sonst 80 guten Buche. Für Beides, Text und Präparation, hätte man sich den Preis von 3 M. sehen gefallen lassen. Vielleicht entschliesst sich die um den jüd. Schulbücherverlag so sehr verdiente Verlagsliandluug dazu, den Abnehmern des Buches den hebräischen Pentateuchtext zu ermässigtem Preise abzulassen. (Red.) ad. 11. Der 30. eines jüdischen Monats, wird in der gewöhnliehen Schreibweise als 1. des nachfolgenden Monats bezeichnet. Wenn es nun ״der letzte Kislew“ heisst, so mag damit der 29. f' .. .... ad. 12. Es ist hier nicht blos das Jahr, sondern das ganze bürgerliche Datum richtig zu stellen. Denn כלי חמדה wurde in Prag שנת ש״ע edirt. Der 10. Tebeth fiel damals auf den 5. Januar 1610. ad. 15. u. 16. Da ist in ähnlicher Weise wie in No. 11 zn berücksichtigen, dass mit dem 1. Cheschwan und 1. Elul bles יום א‘ רר״ח gemeint sei, welcher im ersteren Falle auf Freitag, 3. Öctober, im letztem auf Dienstag, 25. August, fiel. * ad. 20. Wenn es eines Beweises bedürfte, dass Niemand unfehlbar, und selbst der grösste Gelehrte dem Irrthum unterworfen sei, würde er hier erbracht sein. Auch der nun in Gott ruhende Vater der jüdischen Litteraturgeschichte, der namentlieh in seinen ״Datenbestimmungen“ (Z. Geschichte u. Litterat. . 214 ff.) jedes Datum auf seine Richtigkeit geprüft und auf er Goldwaage abgewogen, hat hier nicht blos Tage oder Monate, sondern ein ganzes — Jahrtausend überseheD. Im אכגי זכרק heisst es nämlich in der betreffenden Grabschrift No. 78 שנת ארבעת אלפים, das wäre nach gewöhnlicher Zeitrechnung A. 240 oder 239. Da doch gewiss kein jüdischer Leichenstein in Toledo aus einer so frühen Zeit herrührt, so muthmasst Luzzato ganz richtig, dass die Jahreszahl mangelhaft und die Hunderte wie Zehner ausgefallen sind. Rapoport stimmte zu und suchte nur die letztere genauer zu fixiren. Wenn Zunz nun jenes Jahr mit 1239 angiebt und in der Anmerkung meint, dass L.’s Annahme, der Stein sei jünger, ohne Grund wäre, so muss er offenbar geglaubt haben, dass es im Texte חמשת אלפים heisse. Simon Hock. 2. Pentatenchlsche Schmnckgegenstftnde. Die deutschen Uebersetzungen für unten benannte biblische Schmuckgegenstände sind wie die rabbinischen Commentare zur Erklärung derselben fast eben so mannigfaltig, wie die Zahl der Ueberaetzer und Commentatoren selbst. Die Bedeutung derselben ist daher bis heute nicht festgestellt und dürfte zu dieser Meinungsverschiedenheit wohl in erster Reihe das Targum des Onkelos durch seine sich widersprechenden Deutungen Anlass gegeben haben. Folgende Aufstellung möge das Gesagte beweisen: A. *צמיך nach T. 0. überall . ״ Numeri 31,50 . . . B. אצעדה ebendaselbst . . . C. חח Exodus 35,22 .... D. QU Überall. ״ Exodus 35,22 .... E. עגיל Numeri 31,50 ... Dieses Schema enthält zwei Gruppen und zwar ABC שירין und d e קדישין) קדשא). Onkeles hat demnach für die fünf genannten Gegenständenur zwei Benennungen שירק und קדישק) קדשא)• Hiernach wären die Gegenstände der Gruppe ABC, sowie die der Gruppe D E unter sich einander gleich. Nun sind aber nach A שירק und שבכק , beide für *יצמיד und nach D קדשא und שבכק, beide für DU, identisch. Nach dem Grandsatze, ,;Zwei Dinge, wovon jedes einem dritten gleich ist, sind auch unter sich gleich“ müssen nun auch die einzelnen unter Gruppe ABC und D E subsumirten 5 Gegenstände, da sie alle שבכק sein können, unter sich gleich, mithin iaentisch sein. Da aber צמיד, אצעדת חח, נזם, עגיל unmöglich Bezeichnungen ein und desselben Gegenstandes sein können, so dürften die Fragen berechtigt sein: 1. Welches ist der Sinn des Collectivbegrifies שבכק? 2. Wie sind die vorgenannten 5 Einzelbegriffe demselben zu׳ subordiniren? Cohen-Rees. 3. In der Skizze über Steinschneider (No. 13 d. Bl.) befinden sich zwei kleine Irrthümer, die ich zu entschuldigen bitte: Leopold Low war niemals Rabbiner in Prosnitz, u. R. Neh. Trebitsch hat pur einen kleinen Theil seines Commentars zu Maimonides edirt. Sein Hauptwerk ist: Schelom Jeruscholaim. Dr. Duschak. 4. Werthvolles Manuscrlpt. Unter den im Besitz der Antiquariatsbuchhandlung von U. Hoepli in Mailand befindliehen Manuscripten, ist auch ein hebräisches das einen fast unschätzbaren Werth hat. Dasselbe enthält Mose b e n Maimon’s Jad hachasaka und scheint dasselbe zu sein, das s. Z. der berühmte Philosoph und span. Finanzminister Isak Abarbanel für 30000 Dukaten als aus Maimons Besitz stammend, gekauft hat. Auf der letzten Seite steht nämlich hebr. geschrieben: ״Hier in Venezia schreibe ich mit zerbrochenem Herzen in Erinnerung an die gesegneten Tage. Isack Abarbanel, der kleinste unter den Menschen. Gott helfe. Amen“. (Näheres hierüber in nächster Nummer.) שיח שבכק שירק שירק קדשא שבכק קדישין Verantwortlicher Redacteur Dr. Rahm er, Magdeburg. Druck von D. L. Wollt, Magdeburg. Verlag von Robert Friese, Leipzig.

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