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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1886-04-08 · N° 15. (8.4.1886) · p. Seite 60

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
15 (1886)
Issue
N° 15. (8.4.1886)
Date
1886-04-08
Page
Seite 60 (sequence 4)
Language
German
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- 60 — claxius ist, wie überhaupt in Beneke nichts im Seelenleben nnklar bleibt Aas Reiz and Unvermögen entsteht, in & verschiedenen Verhältnissen zwischen diesen beiden Factoreu, durch Anziehung der gleichartigen and Combination der ungleichartigen Gebilde, sowie dnrch das Verhältnis des Nebenand Nacheinander, die unendlich mannigfaltige Welt des Seelenlebens, ohne Lücke, ohne Unklarheit. Mit Beneke würde Herr Prof. F. auch auf die Frage: ״Was sind Ideale“? nicht antworten: ״Es sei schwer, die Frage in klarer und ganz bestimmter Weise zu beantworten“, wie er auch auf die Frage: Was sind Illusionen? antwortet: ״Es sei den Begriff genauer zu bestimmen, nicht ohne Schwierigkeit“. Nach Beneke liegt uns das innerste Wesen des Seelenlebens mit einer Klarheit vor Augen, wie wir eine solche in der äusseren Natur zu erreichen kaum hoffen können. Gehören demnach die Grundprinzipien der Froschhammer’schen Philosophie der veralteten Psychologie an, so sind dagegen manche der einzelnen Ausführangen desselben recht bemerkenswerth. Er hat die Kühnheit, gegen den seit Kant als Axiom geltenden Grundsatz: Das Prinzip der praktisehen Philosophie, das Ziel der Erziehung müsse absolut rein von allem noch so berechtigten und geläuterten Egoismus sein, entschieden Front zu machen. Er wagt es, zu behaupten :Glückseligkeit,n atürlioh wohlverstanden, dauerhaft begründete, alle Seiten der Humanität umfassende Glückseligkeit sei das höchste Ziel der Erziehung. Die Kritik, die an den einzelnen praktischen Prinzipien des Anti-Eudämonismus geübt wird, ist schlagend. Zum Theil erweisen diese 8ioh als ungenügend, zum Theil als gar nicht 80 unegoistisoh, wie sie sich den Anschein geben. ״Man 8011 das Gute um des Guten willen üben“! Froschhammer weist den eudämonistisohen Kern dieses absolut anti-eudämonistisoh sein wollenden Prinzips nach. ״Um des Guten willen“, d. h. doch um der Seligkeit willen, die im Bewusstsein, das Gute za verwirklichen, liegt. Also warum auf solchen Umwegen zum Eudomänismus sioh durchwinden, und nicht lieber eine breite Strasse zu ihm ebnen, und die Glück- Seligkeit als den berechtigten, ja nothwendigen Egoismus eines Wesens anerkennen, das niemals Mittel sein darf, sondern Selbstzweck ist, — eine Person? Schreiben wir ja auch Gott ״Glückseligkeit“ zu. Für das Jadenthum sind diese Betrachtungen von besonderem Interesse, weil die Kunstreiter des ״kategorischen Imperativs“ sich so erhaben über die Lohnverheissungen und Strafandrohungen der heiligen Schrift dünken. Fr. bezieht sich auch ausdrücklich auf das ״israelitische Volk“: ״Trotz monotheistischer Richtung und ethisch reinem Gottesbewusstsein“ .... ״wird auch bei diesem Volke das Wohlergehen, das Beglücktsein in diesseits betont und erwartet — nicht die Seligkeit im Jenseits, die später bei den Christen in den Vordergrund trat“. Bei der in Aussicht gestellten neuen Bearbeitung der ״Ethik des Judenthums“ wird wohl diese Seite der jüdischen Ethik als einer praktischen Philosophie des Diesseits ihre gründliche Emancipation von der praktischen Philosophie des Jenseits in dem herrschenden religiösen Bekenntnisse erfahren. Der Vernichtnngskampf gegen den Egoismus kann nie zum Siege führen, und ist auch grösstentheils nur ein Scheinmanöver des Egoismus. Stärkung und Aufklärung des echten, berechtigten, ja gebotenen Egoismus gegenüber dem falschen, betrogenen und trügerischen — kanu einzig und allein Aufgabe aller Moral, aller Religion und aller Erziehung sein. — Auch in seinem energischen Eintreten für Trennung von Staat und Religion, obgleich er von ganz andern, nämlich antikatholisohen Gesichtspunkten aasgeht, ist das F.’sohe Werk höohst wichtig für ans, da es als solches Schulter an Schalter kämpft mit dem ״Jerusalem“ unseres eben anlässlich seines 100jährigen Todestages so viel gefeierten Mendelssohn. L)r. J. Goldschmidt-Weilburg. Notiz. 1. Wu ist IIIIII? Im Februarheft der Franki-Grits’•eh•* Monatsschrift 1886 bringt Herr Prof. Grats •inen hochinteressanten Anfsatx über das Wort IIIIII. das bekanntlich in einigen griechischen Mannscripten der Bibelübersetzung statt de• göttliehen Namens HYF ■ich findet Ich erlaube mir ergänzend auf Asarja de Rossi’s klassische•, noch viel zu wenig gewürdigt•• Werk, Moor Enajim, zu verweisen. Er bemerkt, im 69. Kapitel: ״In einigen griechischen Büchern findet p ובקצת ספרי הימים עוד היום נמצא שם בן ד׳ אותיות 3תכ הראשת שזכרנו eich der 4 buchstabige Gottesname in der ursprünglichen (den Hebräern und Samaritanern gemein- amen) Schrift Im Briefe an Mercella ist zu lesen, dass wegen der Aehnlichkeit des Jota und H e im Samaritanischen mit dem griechischen Pi und Jota, einige dieses Wort יהיה IIIIII gelesen. Wenn Da genau siehst, was der Bischof Eugebinus in seinem Commentar, Abschnitt Dornbusch, darüber sagt wirst Du wissen, warum von den 3 heiligen Buchstaben nur die 9 Buchstaben Jod und He zweimal geschrieben werden“. Soweit Asarja de Bossi. Es erhellt unzweideutig, dass es sohon Asaija de Rossi klar war, dass diese Hand- Schriften samaritanischen Ursprunges sind, und wenn wir nicht •ehr irren, sind diese selbst unter christlichem Einfluss• entstanden. Leider sind mir Eugebinus’ Werke nicht zur Hand. Aher soviel steht fest, dass die zweimalige Wiederholung de• biblischen Gottesnamens יה, also 111111 — יהיה Christlieh ist. In den ersten Jahrhunderten des Christenthum• war nämlich der heilige Geist nicht allgemein als Gottheit anerkannt. Die Wiederholung galt also (nach christlicher An- •chauung) Gott-Vater und dem Gott-Sohne. — Schliesslich erlaube ich mir die höfliche Anfrage an die geehrten und ge-, lehrten Leser de• Litteraturblattes: wen meint Asarja de Rosst mit המעתיק לנוצרים? R mg. (Ueber denselben Gegenstand haben wir vor 16 Jahren in Grätz’ Monatsschrift 1870 S. 183 ״Eine alte Tradition über die Anzahl der Gottesnamen“ ausführlich geschrieben (cfr. p. 184 Note 3). Wir wunderten uns, dass Grätz diesen Art. in seiner Monatsschrift nicht kannte. המעתיק לנוצרים ist kein Anderer als Hieronymus (S. uns. hebr. Trad. im Hier. p. 13, Note 1.) ®on ben brei ®rebigtnt: ״$ie 9Ra$t fted Äöitigd" juni ©eburtbtage bc3 Äönigb, uon Dr. 2. 3)7euer. 3״>ie brei ^rotten” u״b ״SaßßaiQtag unb ^öniflötag” finb nod) eine geringe?lujal)( Üjcinplarc, für je SO ©fg. oorräthig unb ju bejicfjen burdj bie <£;pebition bes ittuftrirttn isr. ftmilienblattts ״Sic Sftubjjiittc" iw SWefl<tt36l»gft (®apetn). [344 31t M. Poppelauer’s ©udjhin ©erlitt C. 61 Keue griebridjftratse crfdjteu foeben: [362 Seuffdtt SdjuUicbcr. Tort mit Koten, 0.52.2 e 10 n tt b 0 81 סו i Äönigi. Ktufifbireltor, Snnagogen ־ Ubor» Xirigcnt unb liefjrer an ben jiibijd), <8c1nciube־Sd)ul?Inhalten ju ®erlin, fünfte vermehrte unb ver« befferte 3tujl. (Dr. 8 gib. •0 ®f. '■!*erlag non 3• ftduffmamt in ftrattffurf a. fW. (333 311(1(, bie 0immb,(10ü1t(ig ®iidjer bei .{teil. Schrift, n. b. maforet. Xe;rt iiberießt. üinbbb. 9Ä.3.60 — (luv Wejdjid)te unb Sittevatur t. (eilt(.) 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