Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 15 (1886)
- Issue
- N° 13. (25.3.1886)
- Date
- 1886-03-25
- Page
- Seite 52 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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— 52 — bildete vielmehr die unverrückbare Basis seiner Gedankenweit und aus seinem die geeigneten Mittel zu ihrer Realisirung in jeder Sphäre des socialen Verbandes immer suchenden Sinnen quält unversiegbar das Pathos seines Lebens. Zu diesem Behufe stellte er sich in einer reformatorischen Epoche, welche freiheitliche und nationale Ziele mit klarerem Bewusstsein erstrebte, als frühere Geschichtsepochen, in den Dienst der Politik, die ihm zunächst Gelegenheit bot, im Sinne der reinsten Humanität auf den Charakter der Gesetzgebung einwirken zu können, und diesem Dienste blieb er treu bis in den Tod. .... Sein Princip, das übrigens weiter reichte, als die Zinnen aller von ihm mitbegründeten Parteien, hatte eben edlere Menschen zur "Voraussetzung.“ Schon diese wenigen Beispiele beweisen sattsam, wie richtig Freund Laskers Eigenart zu beurtheilen und ihr gerecht zu werden weiss. In der Peripherie dieses Kreises — das ist kein Zweifel — liegt der Maassstab für die Grösse und den "Werth Laskers angedeutet, hierin liegt aber auch die — fast möchte ich sagen — unüberwindliche Schwierigkeit für den einstigen und die Mangelhaftigkeit in den Versuchen seiner bisherigen Biographen. Recensionen. Wolff, Lion, Hochzeits-Agende nebst Anhang Trauungs-Agende. Berlin 1880. Selbstverlag. 104 S. 8°. Es ist ein brauchbares Buch, welches der Prediger der Gemeinde B’ne B’rith zu Berlin seinen jüngeren Collegen bietet. Ein noch nicht erfahrener und noch ungewandter Prediger kann hier ohne jeden Schweiss der Anstrengung für das ganze israelitische Hochzeits-Bitual angemessene Belehrung schöpfen. Jenen Legionen der jüdischen Cullus-Beamten, welche das Predigen im Nebenamte als hors d’oeuvre betreiben müssen, wie z. B. den Cultusbeamten in der Provinz Westfalen, den Religionsweisern in Böhmen und anderen Ländern wird dieses Buch entschieden gute Dienste leisten. Ausser Anreden und Gebeten vor der Trauung enthält es 5 Traureden, 5 längere Tischreden und nicht weniger, als etwa gegen 50 Toaste, 30 unter mehr oder minder scherzhafter Deutung von männlichen und weiblichen Namen. 400 verschieden« Namen werden in einem Anhänge kurz etymologisch erklärt und ein hebräisches Namensregister von Männern und Frauen schliesst das ganze Buch ab. Letzteres ist auch für die Ausfertigung der כתובה gut zu verwerthen. Herr W. hätte gut daran gethan, den hebräischen, correct vocalisirten Text beizufügen, da das Lesen der כתובה (der Mühe des Schreibens ist man ja heute durch die gedruckten Formulare, von den Namen und dem Datum abgesehen, überhoben) eine gar gewaltige crux für die dii minorum gentium, die hier hauptsächlich berücksichtigt werden, bildet und ihnen manche Pein verursacht.*) Dass die Elaborate sich nicht über das Niveau der Mittelmässigkeit erheben, gereicht ihnen im Hinblicke auf diejenigen, die hier Material zu suchen und zu finden haben, eher zum Vorals zum Nachtheile und erhöht nur die Brauchbarkeit des Buches. Darüber, dass nicht alle Namen ganz richtig erläutert sind, wollen wir mit dem Verf. nicht zu hart in’s Gericht gehen. Wir bezweifeln z. B, dass Abigail ״die Tänzerin“ heisst. Abigail heisst nach unserer Meinung ״Vater der Freude“. Der mnemotechnische Kunstgriff auf S. 44 ist sicherlich sehr gut gemeint, aber bei einem zaghaften Declamator, welcher der Stärke und Zuverlässigkeit seines Gedächtnisses misstraut, möchten wir ihn bei Leibe nicht praktisch er- 1 proben wollen. Was der Verf. sonst über Haltung, I Vortragsweise, persönliches Auftreten bemerkt, ist sehr beachtenswerth und darf sich auch;jeder gewiegte und erfahrene "Redner gesagt sein lassen. Herr W bringt die vocalisirte כתובה in seiner 1880 erschienen ״Agende für Cultusbeamte“ hebr. Theil S. 25, doch lässt die Vocalisation Manches zu wünschen übrig. Sohrau O. S. Dr. Immanuel Deutsch. Notiz. Berichtigung. So sehr ich mich Herrn S. Hock-Prag für die eingehende Prüfung meiner Daten-Berichtigungen zuDr. Zunz’ ״Z. G. u. L.u in No. 10 verpflichtet fühle, so sehr bedaure ich, constatiren zu müssen, dass die Angaben in seiner Notiz (No. 12) vollständig verfehlt sind. Der IV. Adar I (10. Febr.) des Jahres 1585 (Kalender ההא) fiel allerdings auf Samstag, dagegen der 17. Adar II (18. März) auf Montag. Beweis: זפסח also auch ר״ח ניסן fielen nach dem Kalenderzeichen auf Sonntag, also ,ר״ח ארך ב auf Samstag, mithin der 17 Adar II auf Montag und nicht nach Herrn Hocks Angabe auf Samstag. Der zweite Punkt der Erklärung, ob das Buch חכמת מנוח 1585 oder 1012 gedruckt worden sei, gehörte nicht in das Bereich, meiner Untersuchungen, da ich nur die von Herrn Dr. Zunz angegebenen Daten zu vergleichen hatte. Da Herr Hock ihn aber berührt, muss die Untersuchung auch auf ihn Rücksicht nehmen. Der Grund, dass Benjakob nach אוצר הספרים und ein anonymer Kritiker im ״Orient“ nur die eine Ausgabe (von 1012) kennen, liefert nicht den Beweis dafür, dass nicht auch frühere Ausgaben existirt haben können, und ist es mir gelungen, diesen Beweis mit Hülfe des Beer-schen Kataloges אוהל יששכר sofort erbringen zu können. Dieser verzeichnet unter No. 585 eine Folio-Ausgabe 1585. Die von Zunz erwähnte Ausgabe ist in 4°, ebenso die des אוצר הספרים. Auch der Michael’sche Katalog אוצרות חיים hat unter No. 14110 eine Quart-Ausgabe von 1585. Die Existenz der Beer’schen Folio- Ausgabe dürfte aber allein schon den vollgiltigen Beweis liefern, dass auch Bibliographen und Kritikern Vieles unbekannt bleiben kann. Cohen-Rees a. Rhein. *) Es dürfte das Verlesen der deutschen Uebersetzung durchaus genügen, ja zu empfehlen sein. (Red.) |ntm(fDntf(te pdpfdjrift für Mg’ßÄte iiiiMUnim. $cutfd)e$ 9JJ0ntaftä23־tatt. 'Tiefe littcrarifdi politifd)c yjeitfdjcift erfteit SRaugcb oerbinbet bic ®oaügc einer untcrbaltcnben unb anvegenben SÄ$od)ttlfcf)nft mit btneu cim woljlinfotmiTten, reid) mit Tiadjridjttn and erfter Quelle audgeftattetrn :Jeituttg, unb io cntfprid)t bab ,,Qeiitfcbe ü)t01ttag«= ©latt" in feiner Xoppcl Otatuv einem tntfdfiebrncn ©ebiirfni# be« gcbilbetcu ®efepubltfumd, wofür bie grojtc ®crbteiiung ben bcfleu 33cn>ei$ liefert. 9luf)cr bet! ®eiträgen ber vcgclmlifjiqeu Diitarbeitcr liegen bereits eine!Reibe feljr interefjautcr 911'tifcl ober ’bifidjcruugcn foldjer für bie niidpten Quartale 0011 SdjrijtUcrn oor, btc tljcilmcib fdjoit ju ben gefeiertfteu nuferer inobcruen?lutorcn geboren: ®aul jfjctife, Star( ®(mb, Wlcganbcr ®avoit Stöberte, Ctto!Roqucttc, ®. St!Wofeggci׳,;Hidjnrb ®0&, Sy ®illingcr, (£. ®eh), DJiaj!Ring, •^ebiuig ®oljnt, ®erljarb 9tol)lfä, 5• 0. volbenborfi, Qbcar ®lumentljal, 9(eumann0(£.־fer, 90t. Söi(l). Weber, ft erb. Olron,?de):. Dtobfowibfi, £>crmanu Gubermanu, ■üerm. jjeiberg, Otto ®rnnbeb. ftranj mtb ®au( oon odjüntbait,?dbert Xrngcr, (Smil Sdjiff, Sara .fjujjler, ©idielm Staabe, Stöbert ®t)v, ©olbcmar Staben, ®. Culot, ISmil ®efebtau, Stonrab Xcltuann, Wcttlob?Ibolf Kraujc,?Dt. 0. (Stmei lSjdieubad), Sl'arl ©artenburg, 'S. ©1)1, $>. ®djar^topj tc.?lujfcrbcm wirb bab ״ITeutfdie 9Dtontngb־®latt" im Üaufe beb ttädifien Quavtalblgröfierc ttoocllifiifdje?(rbcilcn oeröffentlidjcit Alexander Baron Boherts: fWUlfärleben. Hedwig Dohm: äRaria. Heinrich Ehrlich: Crin £»ajarbfpiel her @efüt)Ie. A. Weber: ®tiefluft.?luficrbem erfdjemt eine l)0d)iutercjfante?Irtifelferic oon SR. 28ilt)cm ®teijer: ״(gilt Irauerfpicl im ^)arabkfe" unb eine lilugere jcljr willige Stubic (pcinrid) (Jl)rlid)'8: »Der fft)nifer»©t>bej;•'. 9(Ile ©eidjepDftanftaltett unb ©udjbaublungeu nehmen 9lb01memcntb jiiiu ®reife 0011 ti 9Ötf. 50 ®f. pro Quartal entgegen., ®ei ®oftbcftcUimgen berweifc mau auf 3lr. 1503 ber ®oft־sfcitungb־®reibIifte pro 1NM6. ftujerate finbeu burdj biefeb faft aubftf)licf!iid) itt ben feinften ftamilientreifen gelefcnc unb in allen beffeven $>otclb, SteftaurantS, (lonbitorcicn tc. aublicgcubc ®lall eine feljr jmcrfnüi&igc ®erbreituug. iProbrnummertt Perfenbct gratis unb franco bie fijrpebltion beb ,,QeutfdKii 90tPHtagö־©latt״, ©erlitt SW. Verantwortlicher Redacteur Dr. Rahmer, Magdeburg. Druck von D. L. Wollt, Magdeburg. Verlag von Robert Friese, Leipzig.