Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 15 (1886)
- Issue
- N° 12. (18.3.1886)
- Date
- 1886-03-18
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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* . M 12. Jüdisches * ׳״״»3* *«*י־יימזץי ■ןון*י^ *־*••■ Jahrg. XV. Litteratur-Blatt. ln BcUacktaag *Iler Mntkan ■■4 Jiiw kctr«ff*adM llttcrarlitk•■ KrhM»■(« nt du■ ö«kl*i» der PkUe- Nfkli, Seeeklehte, Etkaegrakkle, Tkeolegte, Oriutall•, Exegeee, BeelleUk, Mtargik, Pldegoglk. Herausgegeben TOD Rabbiner Dr. Moritz Rahnier. @TLa<j9e׳(>tVKj, 18. 9TLäx& 1886, Btekerdereleeekliglgee l.ltter»t«r,welch« der Kedaetloa aageaaadt werdea, fladea la dteaeai Blatte etagekeade Beepreekaag. Bel Blaeeadaag rea awel Beeeneloa•• Kxeaiplerea erfolgt elaatallge kor■» Uratla-Iaaertlon. Das »JBdliete LltleratBr-Blatt« erscheint wöchentlich in einem halben Bogen Preis bei allen Buchhandlungen (in Leipzig bei Robert Friese) pro Jahrgang 8 Mark. Abonnenten der ,Israelitischen Wochenschrift“ (die vierteljährlich bei allen Poetanstalten und Buchhandlungen 8 Mark kostet) erhalten das ״Jüdische Litteratur-Blatt11 rat 15. — Inserate werden mit M Pf. für die gespaltene Petitzeile, Beilagen mit M Mark, berechnet und sind an die Expedition dieses Blattes zu senden. Buchhändler, welche direct oder durch Robert. Friese in Leipzig Inserate eiusenden, erhalten 25 ן( Rabatt. Inhalt: Wissenschaftliche Aufsätze: Der 68. Psalm, historischkritisch erläutert Ton Arthur S. Weissmann. n. — Moses Mendelssohn und das Jndenthnm. IV. Jerusalem. (Fortsetzung.) — Litteratnrbericht: Recensionen: Orzeszko, E. P. Meier Ezofowicz. Erzählung aus dem Leben der Juden. (Fort- Setzung.) Notiz — Inserate. Nachdruck nur mit voller Quellenangabe gestattet. Der 68. Psalm historisch-kritisch erläutert von Arthur S. Weissmann. n. 1. Dem Sangmeister — ein Loblied. 2. Es erhebe sich Gott, es zerstreuen sich seine Feinde, and es fliehen seine Hasser vor seinem Angesichte. 3. Wie der Ranch ganz verwehet, wie Wachs vor Feuer schmilzt, — so werden die Frevler vor Gott verschwinden. 4. Die Gerechten aber werden sich freuen und jauchzen vor Gott, sie werden frohlocken und sich freaen. 5. Singet Gott, preiset seinen Namen. (Selah.) *) Wie aus der Einleitung erhellt, ist dieser Psalm vom Hohenpriester Simon II. — wie ja die meisten P8. Hohepriester zu Verfasser haben — hei Gelegenheit der Ausbesserung des Tempels, die Ps. sind zum grössten Theil nur Gelegenneitsgedieht«, — verfasst; darum ist die Zueignung לדוד wegzulassen. *) יקום אל הים ist eine liturgische Formel die der Hohepriester hei einer Prozession mit der heiligen Lade, und nur er, gebrauchte. (Numeri 10,35. 36.) *) כהנדף עשן תנדף ist nach der mass. Lit. besonders hart. TO? liest schon Saadia, ihm folgen Olshausen, Hupfeid, Hitzig. Die Pesehito übersetzt איך דמתטלק תננא נתטלקק d. h. ינדפו; SO Grätz. Nach meinem Dafürhalten ist es so zu verstehen, als stünde לשן *Hin כהנדף um die gänzliche Verwehung auszudrücken. (Richter 5,21 ist für das nur einmal vorkommende גרפם auch noch נדפם za lesen.) Dem Hohenpriester folgten die Priester mit ihren Rauchpfannen und daher auf ein naheliegendes Beispiel anschaulich gemacht. Unter דונג Wachs ist sicherlich das Balsams taudenbarz (ציי) gemeint. Nur hat die hebräische Sprache für Harz keinen besonderen Ausdruck, נטף ist viel flüssiger. Und wie bekannt, pflegte man Balsamstaudenharz auf die Rauchpfanne verduften zu lassen, was man קטרת nannte. *) דשישו בשמחה k1i״gt nicht, daher וישמחו gleich 40.17 ״ סלו (יaufschütten“ (näml. eine Strasse) oder ״ebnon“ passt durchaus nicht zum folgenden, preisen, ist eine Verlegenheitsauslegung und mehr errathen als begründet, daher סלה wie V. 33. — בערבות durch die Wüsten (Olshausen) durch Haiden (Hitzig; Abend oder Westen (LXX) Himmel (Rabb), עבות Wolken (Grätz); darauf folgt erst das widerstrebende ביה daher ,ברבבותיו ,יד vergleiche V. 18 und Numeri 10.30. 6. Der unter seinen Myriaden thronet, Jah ist sein Name! jauchzet vor ihm. — 7. Dem Vater der Waisen, dem Anwalt der Wittwen, Gott in seiner heiligen Wohnung! — 8. Gott fährt Vereinsamte zuräok zur Häuslichkeit, entführt Gefangene ihren Gefängnissen, nur Abtrünnige weilen auf kahlem Boden. (Sela.) 9. Gott, als Da vor Deinem Volke anszogest, als Du in der Wüste einhersohrittest — Jl 0. Da erbebte dieErde, auch dieHimmeljtroffen Wasser. Die Berge zerflossen vor Gott Jah. Der Sinai vor Gott, dem Gotte Israels. — 11. Willige Frauen schlaget die Pauke. ’) יחידים wurden die Hämlinge, wegen der Unmöglichkeit, ein Haus oder Familie zu gründen, genannt. Gott aber wird das Wunder zugetraut, auch diesen zu einer Familie zu verhelfen (siehe meinen Commentar zu Ps. 22. in No 52 d. Bl.) Aus כושרות lässt sich nichts anders machen als סוטרות (Grätz), besser — ♦ממאסרוח.. הסוררים die Abtrünnigen hier wie 66,7. sind jene, die die Decentralisirung Jerusalems angestrebt haben, vornehmlich die Griechlinge, die zu Heliopolis einen Jehovatempel gemacht haben. — Unter צחיחה kann nur Aegypten verstanden sein, weil das Land nie vom Regen erfrischt wird. *)סלה ist irrthilmlich aus dem vorangehenden Verse versetzt. ״) Richter 5,4 folgt auf ״die Himmel troften“ עבים נטפו D3 scheint aber Correctur zu שמים נטפו gewesen zu sein, nur ist das Oorrigendum neben der Correctur stehen geblieben. הרים מלו fehlt aber entschieden, wie Olshausen, Hupfeid, Hitzig und Grätz mit Vergleich von Richter 5,5 richtig erkannt haben. — Die mass. L, A. זה hat den Auslegern viel zu schaffen gegeben. ״Dieser Sinai“ oder ״Dort Sinai“ hat kein eigenes Verbum hei sich, auch kein anderes in der Nähe, als das gar nicht zu ihm passende vorherg. ״troffen“ und das dazu passende ״bebte“ (hiervon bestochen corrigirt Grätz זה in זע, eine Wurzel, die gar nicht hebr. ist, und in Richter unmöglich Vorkommen konnte) zu Anfang ist zu weit entiernt, als das es darauf wirken könnte. (Ilupteld). Dass selbst, wenn הרים נזלו nachgetragen wird, ה! denjioch unbehilflich dasteht, weil סיני als einzelner Berg doch unmöglich eine hinweisende nähere Erklärung zu הרים sein kann, wird jeder einsehen Vor lange glaubte ich זה in נם zu emendiren, allein ich gewann nun die TJeberzeugung, dass der Gott der Offenbarung, der von den Juden erkannte und anerkannte Gott auch יה (Jah) von ihnen genannt wird. In diesem Ps allein kehrt er vielmal wieder mit der Be- Zeichnung Gott (Elohimi daher 1. אלהים ״ה pars.ll mit dem folgenden אלהים אלהי ישראל. (Dann müsste aber wohl spracligebräuchlich ,יד vor אלהים stehen. Red.) *>) Die mass. l a. גשם נדבות תניף setzt die Ausleger in wahrhatte Verzweiflung. Was mag der Psalmist mit diesem freigiebigen oder reichlichen Regen andeuten wollen? M&na- Regen mit Bezug auf 2. Moses 16,4 Ps. 78.24 Olshausen Schnurr, de Wette, Hupteld) nennt Hitzig eine Erschleichung. Und was man damit gewinnt, wenn man mit Grätz תניף in תטיף umschreibt, möge der einsichtige Leser sich seihst sagen. Aus V. 27 sehen wir aber, dass der Chor aus Sängern, Spielern und paukenden Jungfrauen bestand, V. 5 sahen wir bereits Sänger und Spieler thätig eingreifen und nur die gerade von Natur ungeduldigen Frauen sollten sich bis V. 27 gedulden müssten daher zu lesen נשים נדבות תיפפו.