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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1886-03-11 · N° 11. (11.3.1886) · p. Seite 44

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
15 (1886)
Issue
N° 11. (11.3.1886)
Date
1886-03-11
Page
Seite 44 (sequence 4)
Language
German
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— 44 — 24. Jbid. 1874 Basel. Sonnabend IS. Tebet Anmerk.: Oder den 7. Tebet (ביום ז׳ לח, טבת) 25. S. 417. 1463 Regensburg Freitag 24. Kislev. 26. Jbid 1480 Regensburg. Mittwoch, 12. Tischri 24. Dieser Wochentag stimmt zu dem 18. Tebet. Der 7. Tebet fiel aal Dienstag. Letzteres Datum ist also richtig, wenn das gegenüberstehende Hebräiscbe gemeint ist; ersteres wenn man statt לחי liest TP. 25. Der 24. Kislev war Dienstag. 26. Der 12. Tischri war Sonnabend; dagegen 1481 am Mittwoch. Kalender 1480 ,ינכד 1481 זשה• Litteraturberieht, Recensionen. Orzeszko, £. P. Meier Ezofowicz. Erzählung aus dem Leben der Juden u. 8. w. Zweite Auflage Dresden und Leipzig. Heinrich Minden. (Fortsetzung.) Die Naturnothwendigkeit dieses Zusammenstosses (der Ezofowicz mit den Todros) und das Bingen dieser beiden Machte mit einander, ist mit wahrer Meisterschaft componirt und ohne die geringste Ver- Zeichnung durchgefährt. Wie unübertrefflich aber die Dichterin in unser (das jüdische) Gemüths- und Gefühlsleben hinabzusteigen versteht, und wie erschütternd und ergreifend die Accorde sind, die sie, wenn die Situation es verlangt, ihrer Harfe zu entlocken weise, dafür hier nur einige Beispiele: ״In der leuchtenden Morgendämmerung, die das Stübchen erfüllte, stand mit dem Gesichte zum Fenster gewandt, Elieser und betete. Er hörte den Eintritt des Freundes, denn er wandte den Kopf nach ihm um, ohne sich jedoch zu unterbrachen. Im Gegentheil hob er die Hände etwas in die Höhe, und, wie wenn er den Eintretenden zu gemeinsamem Gebete anrufen wollte, sprach er lauter: Gott Israels, lösche Deinen flammenden Zorn und nimm das Unheil vom Haupte Deinee Volkes! Meier stand einige Schritte hinter dem betenden Freunde und antwortete mit den Worten, mit denen gewöhnlich das Volk dem die Gemeinde anstimmenden Cantor antwortet: Blicke vom Himmel und siehe, wie wir zum Gespött und zur Verachtung unter den Völkern geworden sind; wie das Lamm führt man uns zu Qual, Schande und Verderben! Doch haben wir Deinen Namen nicht vergessen, gedenke auch Du unserer!— sprach wiederum Elieser“. So in Bede una Gegenrede verrichteten die beiden Jünglinge gemeinsam eines der schönsten Gebete, das jemals ans schmerzerfüllter Menschenbrust zum Himmel emporstieg. In diesem Gebet ist jedes Wort eine Thräne, und jeder Vers ein Accord, der die tragischen Geschicke dos einst so grossen Volkes besingt“. (S. 152.) Und wie weiss sie in der Seele des Isaac Todros zu lesen, als er sein Factotum, den M’lamed, fortschickt, um das Beth-din zu ihm zu berufen, auf dass es der Meier in den Bann thue: ״Mosche, gehe gleich zum Schammes und überbringe ihm meinen Befehl, sofort die Dajanim und Gemeindevertreter aufzusuchen und sie zu verständigen, dass, wenn die Sonne untergegangen, sie sich alle zum grossen Gericht im Beth-lia-Kohol zu versammeln haben. Mosche stand aut und schritt zur Thüre hinaus. Der Habbi schüttelte einige Mal mit dem Kopfe, erhob die Hand und rief: Wehe dem Widerspenstigen, Hartnäckigen und Ungehorsamen! Wehe Demjenigen, der den Aussatz berührt, der die Ansteckung weiter verbreitet! Wehe ihm!“ Als er diese Worte sprach, lag in seinem Gesichtsausdruck eine Welt voll unerbittlichen Hasses. Und doch hatte dasselbe Antlitz vor kaum einer Viertelstunde der Ausdruck tiefgefühlter brüderlicher Liebe verklärt; die Lippen hatten Worte des Friedens und des Trostes gesprochen, in den Augen hatte a. Thränen der Bührung gestanden. So fanden in. diesem Herzen Sanftmuth und Zorn, Güte und Bachsucht, unbegrenzte Liebe und unerbittlicher Hass nebeneinander Platz; so entströmten der gleichen Quelle erhabene Tugenden und dunkles Laster. Solchen Widersprüchen und Bäthseln begegnet nur zu oft Derjenige, der die Thaten der Menschen mit Aufmerksamkeit betrachtet. Wie oft findet man mit dem Erbarmen die Bache vereint, die Nächstenliebe mit der Feindseligkeit. Aus diesen Widersprächen setzten sich vielfach jene Menschen zusammen, die der Welt den Anblick boten, wie sie mit einer Hand die Wunden der Menschheit heilten und mit der andern die Scheiterhaufen entzündeten und das Bad der Tortur drehten. . . Wer löst das Bäthsel dieser grossen Herzen und feurigen Geister in ihrer seltsamen Spaltung und Verwirrung? 0, mein Leser! gebe es auf der Welt nicht gewisse Elemente, die den Geist und das Herz der Menschen nach schrecklichen Irrthümern hindrängen, dann wäre Babbi Isaac Todros vielleicht ein grosser Mann.“ _(Schluss folgt.) Jacobsohn, B. Bar Mizwah- und Confirmations- Feier. Baumgärtner’s Buchhandlung in Leipzig. Dieses wichtige Thema wurde von dem Verf. auf der 7. Conferenz des Vereins israelitischer Cultusbeamten Mittel-Deutschlands in Magdeburg am 26. Mai 1885 in anregendster und gründlichster Weise behandelt, und diesen Vortrag, den die ״Wochenschrift“ seiner Wichtigkeit wegen s. Z. vollständig reproduzirte, hat der Veif. nun auch als Brochüre allen Rabbinern, Lehrern und Gemeinden zugänglich gemacht. Es wäre wünschenswerth, dass diese Broschüre allgemeine Verbreitung fände und über diese in dem Israel der Gegenwart gewiss brennende Tagesfrage eine lebhaft» Discussion anregte. Herr Jacobsohn, durch seine musikalischen Schöpfungen und publicistischen Arbeiten dem jüdischen Publikum rühmlichst bekannt, hat in dieser Brochüre zur Lösung der Titelfrage einen sehr bedeutenden Beitrag geliefert. G. 3n meinem Skrlagc erfctjicn foeben: 9er Matnid) für btn vsdbulftebvaucl). Urtejt, lieberjebung neben bem ein« je!neu Sorte ober ©n&c, Grflilrung unb ißtiiparation. 9?ebft einem?ln־ bange: ba8 2Bid)tigftc au8 ber bebrä־ ifdjcn GIcmcntar־ unb Syormenlcijre. 'Ron Dr. ®onbbeimer, 58ej.־SRabb. in £>eibclberg.!ßreib, in gutem Sdiutbnnb, TO. 3. S8ci Ginfiil)rung in @d)11lcn gerobbte giinftigftc töcbingungen. [2288 Jrautjurt a. 9R. J. Kauffmann. 'Diente ®0nürntati(m«rd)rint für 30r<1elitcn (Okbenfoerfe: fccüuiifd) unb Tcutfd)) feinfte 9l11eftattung, beliebt unb Uiel beiiu^t, bringe id) t)icr1nit in l)0flid)e Griitnerung. .töcrjoal. •00fbud)brucferei (H. Neubürger) 2285] in Stcjfau. Für Kinder u. Kranke sind Mondamin-Milch- Suppen u. Mondamin- Milch-Speisen besonders leicht verdaulich, nahrhaft und wohlschmeckend (Mondamin erhöht die Verdauliehkeitder Milch); auch zu feinen Speisen и. zur Verdickung v. Suppen, Cacao etc. wird Mondamin fürGesunde bald unentbehrlich. Mondamin ist ein entöltes Mais• Product, Fahr. Brown & PoXson• к. c. Hofl. PaUley (Schottland) una Berlin• Ileiligegeist-Str. 36 u. ist in ti incn Esswaarenu. Drog.-Handlg. in */! u. V* engl. Pfd.-Packeten zu haben. Jiiv ein idr. TObdjen, 15 3at)rc alt,!wirb eine Stelle itt einem jiib. §nuic jur Grlermmg bei!pnu<!l)«[t« Gin uoruebmer Ijjerr, b. in reidjeu gcfud)t_uub für bie erfte $cit nud) f- Samiiien cingcf. ift, tu 5 93ermitt* em ntnüigeä ftoftgetb;ugefagt. Offcr־jlung einer ßeiratb non ein. nngc־ teil fiub au bie Grpeb. ö. St. unter fe(1encn.t>rrrn gefudit. ')Ibr. u. F. (). 9!H) Gbiffrc L. H. 2291 ju ridjten. Ibefürbert ßnd. Mosse, 'Berlin W. Verantwortlicher Redacteur Dr. Rahnier, Magdeburg. Druck von D. L. Wolff, Magdeburg. Verlag von Robert Friese, Leipzig.

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