Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 15 (1886)
- Issue
- N° 9. (25.2.1886)
- Date
- 1886-02-25
- Page
- Seite 36 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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86 — and seinen Nachkommen, die sein geistiges Erbe antraten, daraas erwachsenen Kämpfe durch den Zasammenstoss mit den Todros, den Repräsentanten des fanatischen, düsteren Bachstabenglaubens and den Repräsentanten des Rückschritts and der Stagnation bildet das eigentliche Sujet des anziehenden Baches. (Fortsetzung folgt.) Friedländer, Dr. M. H. Geschichtsbilder aus der uachtalmadischen Zeit. (Von R. Josef Karo bis zar Mendelssohnisch6n Zeit.) Nach den Quellen bearbeitet. m.Bd. 1885. Za beziehen durchBuchh.Epstein inBrünn. Den ersten beiden Bänden seiner Geschichtebilder, die s. Z. in diesen Blättern besprochen wurden, hat der Verfasser jetzt ein drittes Bändchen folgen lassen, die die Koryphäen von R. Josef Karo bis zu Moses Mendelssohn umfasst. In biographischer Form und mit sichtbarer Wärme entwirft hier der Verfasser ein Lebensbild dieser Männer und sucht deren Bedeutung für die jüdische Wissenschaft und das Leben der Juden überhaupt zu fixiren. Männer von geringerer Bedeutung für die Gesammtheit, sind mit Recht fanz unberücksichtigt geblieben und die bedeutenderen afür um so eingehender behandelt. Denjenigen, denen die Beschaffung grösserer jüdischer Geschäftswerke zu kostspielig, andere, die sich nur in grossen Zügen über diese interessante Periode jüdischer Vorzeit orientiren möchten und welchen Grätz, Jost etc. zu eingehend sind, dürfte das Friedländersche Buch daher eine willkommene Gabe sein. (Auch für diehöherenKlassen derReligions-u.Mittelschulen, in denen der synchronistisch sehr complicirte Stoff am übersichtlichsten im Rahmen von Geschichtsbildern zur klaren Darstellung gelangt, dürfte das Buch sehr zu empfehlen sein. Red.) Neu und interessant war mir, was der Herr Verfasser in der Biographie des hohen R. Löw aus Prag sagt und ״als männiglich bekannt“ hinstellt, dass nämlich Göthe bei Gelegenheit eines Besuches der Alt- Neu-Synagoge der ihm mitgetheilten Sage vom ״Golem“ den Stoff zu seiner herrlichen Dichtung ״der Zauberlehrling“ entnommen habe und es wäre mir von Interesse die Quellen zu erfahren, aus denen diese Angabe geschöpft ist, da auch Herr Dr. Grün in seiner vortrefflichen Schrift über ihn dieser Annähme keine Erwähnung thut. M. W. Notizen. 1. Herr Rabbiner Dr. Lewysohn in Stockholm macht im ״Dagen» Nvnhter“ hinsichtlich der Paateur’schen Heilmethode der Tollwuth aut bab. Talmud Joma. toi. 84 a aufmerksam. 2. Zur Erklärung von Wa.jikra Rabba Par. 16,4. — ״R. Levi sagt: Wir finden in Thora, Propheten und Hagiographen, dass Gott sein Lob nicht will aus dem Munde eines schlechten Menschen: In der Thora heisst es: Bis an den Lippenbart soll er sich verhüllen und ״unrein, unrein“, soll er rufen (Levit. 13.45.)“. Die ganze Stelle soll uns noch beschäf tigen, wenn wir von Wünsche als Uebersetzer reden, vorläufig tritt nnr die Frage an uns heran, wieso aus der Gesetzesbe- Stimmung, dass der als aussätzig Erkannte bei dem Verlassen des Lagers mit verhülltem Gesichte ״unrein, unrein“ rufen soll, gefolgert werden kanu, dass Gott von einem Sünder nicht gepriesen werden wolle. Die Frage hat schon die alten Erfclärer beschäftigt. R. Jsachar Bär ha-Konen, der Verf. des מתנות כהמה sagt: ״weil er selbst sich unrein nennen muss, spricht er seine Schande aus“ wodurch aber der in Frage stehende Satz ebensowenig bewiesen ist, als durch den der Sache näherkommenden Erklärungsversuch Samuel Jafö’s (יפה תואר), der meint, weil der Unreine den Mund zuhalten muss, folgt, dass er das Lob Gottes nicht verkünden darf. Die Sache ist aber offenbar folgende: Der Unreine muss auf der Strasse ״unrein, unrein“ rufen, damit die Begegnenden ihm ausweichen und ihn nicht grüssen, damit er nicht, wie es die Sitte erfordert, ihnen antworte: ״Der Herr segne Dich!“ (Ruth 2.4 vgl. Gen. 43.24) weil Gott sein Lob aus dem Munde eines schlechten Menschen nicht vernehmen will. Ein schlechter Mensch ist der Aussätzige, weil an ihm Gottes strafende Hand offenbar geworden ist. Bei dieser Gelegenheit sei hier eine sprachliche Bernerkung über eine Stelle im Tanchuma (S. 4 der Buber’schen Ausg.) vorgebracht. Ben Azai sagt: Sieh’ die Bescheidenheit Gottes; ein irdischer König nennt erst seinen Namen und dann sein ,״ ר,טומדhingegen nennt Gott erst seine Thaten und dann seinen Namen, denn es steht geschrieben: ״Im Anfänge erschuf Gott“. Buber will das durch die besten Handschr. bezeugte קטומה in x־K<3j1.a ändern, wozu, wie mir scheint, kein Grund vorliegt: Vielmehr ist wohl gerade Xkfj[ta-״Besitz“ das passendste Wort, denn der Midrasch will sagen: ״Irdische Könige nennen sich etwa: Darius, König von Persien, Gott aber sagt: ״Im Anfänge erschuf Gott“ und nicht ״Gott erschuf im Anfänge“. Dr. Deutsch-Brünn. Hekize Nirdaralm. Dieser zu neuem Leben erweckte internationale hebräische Litteratur-Verein, der 445 Mitglieder (mit einer Summe von 5000 M. als Jahresbeiträge und mit ca. 3600 M. zum festen Fonds) zählt, versendet als erste Gabe nachfolgende Schriften (portofrei) an die Vereinsmitglieder: 1• פחד יצחק als Fortsetzung aus dem früheren Verein, Band 10 ,קיס-רתת Bogen. 2. 1 ,תשובות הגאונים. Theii, 13 Bogen. 3. Sammelbaud קובץ על יד, bisher unedirte kleinere Piecen enthaltend, 0 Bogen. Nächstens gelangt noch zur Versendung: 4. Der Commentar .Tehuda Barzeloni’s zum Jeztra-Buche, ca. 20 Bogen. Erwägt man, dass die Zeit von der Neuorganisation des Vereins bis zur Drucklegung eine sehr kurze war, so wird man dieser ersten Leistung die vollste Anerkennung nicht versagen können. Für den 2. Jahrgang sind bereits mehrere bedeutende Litteratur-Werke in Aussicht genommen, unter denen eine Auswahl getroffen werden wird, da diese von dem baldigen Beitritt und der zunehmenden Zahl der Mitglieder durchaus abhängt. Ausser dem Schlussbando des יצחק T13, die Buchstaben ש und ת enthaltend, dem 2. Theii der תשובות הגאונים und dem bereits in Angriff genommenen MischDa - Commentar des Mnimonides zur 6. Mischna - Ordnung, arabisch (in hebräischer Schrift) mit verbesserter hebräischer Uebersetzung, sind zur Aufnähme noch vorgeschlagen: 1. מדרש הגדול, eine Art Jalkut, der aus Jemen stammt 2. Der Tarschisch von Moses ibn Esra. 3. Das ספר הגרר von Joseph Kimchi. 4. Kritisches Register zu allen חשוכות הגאונים» 5. Kritische Ausgabe des Buches משלי שוצלים» Da der Verein keine Special - Agenten oder Commissionäre hält, so wolle man die Beitritts-Erklärung resp. die Einsendung des Jahresbeitrages mit zehn M. direct an einen der Unterzeichneten bis spätestens zum 1. März 1886 einsenden. Berlin, 28. December 1885. Dr. A. Berliner, J ulius Kalmus, Rend., Invalidenstr. 151. Magdeburgerstr. 32. -V* ] u niversum Jedes Heft nnr 60 Pfg. ■ monatlich 2 £ejtt. - 9t(id>«r (Jrjtylun^n, {metffante ftufttyc tut allen ttcbicitit btr Mtrratur, Äunf) unb UMfltnfdpft «. /1YactUvoUe Illustrationen Ü)tan abonnin bei allen 'öuefy ^anMungen uttb $oftanftalttn. ) Traiiungs-Foriiiulare hebräisch und deutsch (Uebersetzung von Rabbiner Dr Ra hm er sind ä 25 Pt. vor• rätbig. 5 Exemplare für I Mark, 12 Exemplare 2 Mk., 20 Exempi 3 Mk. versendet franco gegen! baar Die Expedition. > Soeben erfcfjicn, in allen ©mbljanMung. «pUftänbig uor־ vätbifl : •«(tu, ©eföfdjte her 3übifdjen gfterafut. 2 '•öbe. (74 iDogcn) gv. 8°. gcl). TO. 18,50, gob. )Dl. 81,00. [2253 Skrlag 1>. Robert Oppenheim in Berlin. Den Manen Moses Mendel■• sohn’s gewidmet erschien inW o lf Peiser's Verlag in Berlin: Der Psalter, im Auszuge metrisch in's Deutsche übertragen von Dr. Julius Landsfjerger, Berlin, eleg. geb. 1 M. Schulband 60 Pf Verantwortlicher Redacteur Dr. Rahmer, Magdeburg. Druck von D. L. Woltf, Magdeburg. Verlag von Robert Friese, Leipzig