Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 14 (1885)
- Issue
- N° 52. (24.12.1885)
- Date
- 1885-12-24
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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.*252. Jüdisches Jahrg. XIV. «* ■ « ■י ©FffllD1r־Blfflllit. . , _ k. J S. J Ear BdnfMui aller Jaldtk•■ 111 Ja4•• betrtirtadn llttcrariMk•« Br* srfet1»a«1r»a ••f 49m Gebiet• 4er EMI•• •opfc!•. Ge*rbtrbtef Etbeegre^b*•, Tb••• legi•, OrlraUIla, Exegese,!!•nMetlb, Litargifc, Pädagogik. Heransgegeben •OB Rabbiner Dr. Moritz Rahnter. 9Ttag9c6ur^, 24. ©ecemtci• 1883. 6ווrber4rrrI■•rkliן^lKe•ו.וtter•t■r•w•V ' der Kedertl•• xage«aadt «erd••, f la dtrar« Itlalle «lagebrade Beegrerbaag• Bel Ela«radanr voa 1 wel Kerretl•••• EsrmgUrra erfolgt •laaiallg• kara• (•ratla*lR««rtt••. Das jfJfidlsche L!tt(r1(ar>R11tt« erscheint wöchentlich in einem halben Bo״en Preis hei Mion Buchhandlungen (in Leipzig bei Robert Friese) pro Jahrgang 8 Mark. Abonnenten der ״!srH*litischen Wochenschrift“ Mie vierteljährlich bei aUeo Postanstalten und Buchhandlungen 3 Mark kostet) erhalten da» ״Jüdische Utteratur-Blalf‘ gratis. — Inserate wurdon mit 2fiPf• tür die gespaltene Pet itzeile , Beilagen mit 13 Mar k, berechnet und sind an die Kxpedition dieses Blattes zu senden Buchhändler, welche direct oder durch Robert Friese in Leipzig Inserate einsemlen, erhalten 5״)f Rabatt. Inhalt: 'Wissenschaftliche Aufsatze: ״(!«danken eines Juden“, beleuchtet von Dr Kroner, Rabbiner in Brandenburg a. H (Schluss von XI) — Wer ist Ben Patira? Von Dr. Sidon. Litteraturberivhf. Recension: Weill, Alexandre. Le pintateuijue sclon Mo'ise et le pentateu<|ue seien Esra. — Deuxicme partie, fin de la Genese. Paris, Denton. 18811. Notizen. — Inserate. Nachdruck nur mit -voller Quellenangabe gestattet. ״Gedanken eines Juden,“ beleuchtet von Dr. Kroner, Rabb. in Brandenburg a. d. II. (Schluss von XI.) Die ״Gedanken“ wollen glauben machen, dass die Form aller deutschen Gebet- und Liedertexte von Christ liehen Verfassern höchst edel, die Form solcher Texte von jüdischen Autoren Lochst unschön sei. Besässe der ״Gedanken“held auch nur eine oberflachliehe Kennlniss der betreffenden Litteraturen, sowie der Geschichte des sogen. Gesangbuchstreites in protestantischen Gemeinden — er würde vielleicht doch weniger gedankenlos geurtheilt und uns den Hinweis auf die Form vieler christl. Lieder erspart haben, der uns — wir brauchen das wohl nicht erst noch besonders zu betonen — unsagbar widerstrebt. Zwar sind diese Lieder in zahllosen christl. Gemeinden fast allgemein bekannt; zwar haben sie schon oft Christlicherseits eine mehr als abfällige Kritik erfahren — und dennoch würden wir es nicht einmal über uns gewinnen, sie hinsichtlich ihres Inhalts nur irgendwie ungünstig zu kritisiren, geschweige denn zu bespötteln, schon weil ihre Verfasser doch gewiss Erbauung und Veredelung ihrer G laubensgenossen beabsicht igt und weil jene Lieder vielleicht doch Tausenden reiner Herzen, denen eben ״Alles rein“ ist, Trost und Erhebung geboten haben. Es widerstrebt unserni Sinn aber auch (1er blosse Hinweis auf ihre F 01 m, schon weil er den Schein einer Satyre erwecken könnte und doch — honni soit, <jui mal y pense. Wir wollen den betreffenden christlichen Liedern nicht einmal hebräische oder deutsche ähn- ן licher Tendenz, welche von Juden verfasst und durch hohe Formeuschönbeit ausgezeichnet sind, gegenüberstellen, wir wollen nur nabelegen, wie gedankenlos auch bezüglich der frcg!i־׳hen Formenschöuheit die ״Gedanken“ sind. Wir heben nur aus einigen, in Kirche, Schule und Haus eingefiilirten, weitverbreiteten christlichen Gesangbüchern, die uns vorliegen, mehrere Lieder fc^rsns; auch diese Beispiele können wir nach Wunsch vermehren. Zuvörderstnehmen wir das verbesserte und verme’ rte Porst’sche Gesangbuch, horausgegebeu und warm empfohlen vom KöDigl. Konsistorium der Provinz Brandenburg, Berlin 188-1, Jonas Verlag, zur Hand; wir beregen daraus: No. 31 T>, \. 17. Wir sind an Visen Wunden krank, Voll Kiter, Striemen, Kotli und Stank, Du Herr bist unser Ar/.r, Gcuss ein. geuss ein Dein Gnadcni'd, So wird gciieilct Leib und SccL Kennt der Herr Verf. der ״Gedanken“ das hebr. Schemone esre-Gebet und daraus namentlich die Benediktion Refaünu? Wir glauben es nicht und empfehlen ihm daher, die Uebersctzung derselben zu lesen and mit obigem Liedervers 7.« vergleichen. Wir würden die Benediktion hier in's Deutsche übertragen, aber wir wollen weder ihn, noch eine gewisse Sorte Jaden öffentlich allzu tief beschämen.- No. 8Sä, V. •'1. Mir liier stinket, was da blinket Nach der eitlen Herrlichkeit, Weil ich einsam und gemeinsam Handle mit der Einigkeit. Mit Gott leb' ich. an Gott kleb’ ich In und ausser aller Zeit. Die Welt will ihr nicht lassen wehrn, An Gotts Wort will sich niemand kehra; Sie habon nichts gelcinei mehr, Penn immer 1 ressen, sauten sehr. Das ist ein Zeichen vor dein jüngsten Tag. Wir geben nur diesen einen Vors aus Porst No. 1118, stellen aber dem ״Gedanken“helden anheim, auch an allen andern Versen dieser No. Fortnenschönheit za studiren. Das Wass'r, das muss gcl!en Kisch, Die lasst Gott tragen zu Tisch; Ki’r von Vögeln eingelegt, Werden Junge drans geheckt. Müssen der Menschen Speise »ein; Hirsche, Schale, Kiud'r und Schwein Schaffet Gott und gicbt's allein. Ein Vers aus dem Tischgebet in Porst, No. C81, das wir nicht ganz wiederholen mögen! Kennt der Verf. der ״Gedanken“ das hebr. Tischgebet?- No. 922, V. 10—12, No. 9.55 und 9C7 mögen wir nicht wiedergeben, empfehlen sie aber dem Verf. der ״Gedanken“ gleichfalls zum Studium der Formen- Schönheit. No 181, V. 5. Da hist heilig, lasst Dich linden, Wo man rein und sauber ist, Fleuchst hingegen Schand und Siloden, Wie die Tauben Stank und Mist. Der Verf. der ״Gedanken“ lasse sich doch einmal die dritte Benediktion des Schemone esre-Gebets nebst der Keduschah übersetzen! — — — In dem ABC-Lied No. 781 heisst es; Xerxes verlies» »ich auf sein Heer, Darub'r ward er geschlagen sehr. Ve laiig'r je mehr kehr Dich zu Gott So. 833,2: Sie, die Stolze, ist gefallen, Mit d-r stidzen 11 . ■ .