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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1885-12-10 · N° 50. (10.12.1885) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
14 (1885)
Issue
N° 50. (10.12.1885)
Date
1885-12-10
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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JE 59. ־זד Jüdisches tteratiF׳ Jnhrg. XIV. Zar BfltifMia! aller Jadtatha■ aad Jadta betreffende» Hlterariarlrea Kr* aebelaaagf■ aaf dm lieblet* der Pblla- Mpklt• Or«rbtrbte, Klhaoicra^hla» Tbe•• lag!*, Orleatalla, llo*H*tlb. l.llavirlk, Fidagoirib. Her&nsgegeben ▼OB Rabbiner I)r. Moritz Italnner. @Tta<j3i6»i14j, 10. Qeccmtci 18S5. Kleber der ela»rbläcl(e* l.ltter»t»r,»eleb* der Kedarlloa ««pe«aadt werde*, ladt* la dlroM HUite eiacefaeade Rraprerbaag. Hei l:ln«eadaac 90» awel Kereaalea•• K1ea1|»tarea errötet elaaulUo kam liulldawrll•«. 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Intunationales Archiv tiir Frauen-Restrebungcn. Notizen. Nachdruck nur mit -voller Quellenangabe gestaltet. Ueber die Essäer. Vortrag, gehalten in 11 er ״l'oiicorüiulogo“ zu Knttowitz von Rabbiner I)r. Rosen111 al-Reuthen. (Fortsetzung statt Schluss.) Ai ffaUtnd und Lideutsem, wie das Leben innerhalb des Oidets. wer hier otitb die äusstre Erscbeiuui g dies Essstrs. B»i nii!« m Eintritte in den Olden eihielt er drei Gtgtnstiu.de als äusursl wirblige Fy 11.1׳ de, eii.e Azt (i:.־.if:v׳, < ii.e Feh ü rze (repiC!•■)!!*) ui.d tiu weit■!■•»‘״ Gewand |/.£w.7(v Ob der Essäer silinmtlidie drei Gtgti.stai de i1nn!er an sieb Italien musste, wird nidit ai gegeben, dagegen wobl, dass tr stets in eint nt weissen Gewände gelten musste. Für gewöhnlich sollte dies aus andern Stollen, dagtgen bei dtm penieinsamen Mahle nur aus weisstin Leinen sein. Die Axt war das Symbol der Arbeitsan beit , die Fihiirze »las Fy״nbol der Keusdiheit, Einfaibheit, Massigkeit, Enthaltsamkeit und kö:perlieben Abhärtung, wähl» ml das wtisse Gewand an die jriesterliclie Reinheit und an die Ffitgo der Gottesfurcht und der Tugenden erinuern sollte. Diesen Symbolen entsprechend war auch die Tbaiigkeit des Ordens. Die Ordensmitglicdcr wurden von den Vorstebern streng zur rfgelmussigen Arbeit Tiir genau bestimmte Tagesstunden augebalten. Ihre Hauptbescbäftigur.g war der Ackerbau und die Güiinerei, wo sie auf die Zucht heilsamer Kräuter ein besonderes Gewicht legten. Ausserdem betrieben sie aber auch allerlei Handwerke und Kunst ge werbe. Verpönt war bei Ihnen allein der Handel, weil er, wie sie sagten, zur Habsucht reize; und ebenso die Anfertigung von Kriegswerkzetigen und von allen Gerätben, durch welche den Xlensiben Schaden zugeiügt wird. Die Schürze gebrauchten sie besonders beim Baden im kalten Wasser, das täglich mindestens einmal Mittags nach drr Arbeit und vor dem Mahle geachehen musste. Ausserdem mussten sie aber auch nach jeder levitischen Yerunreiniguug in’s kalte Wasser tauchen. Wie das kalte Bad nicht nur ihre Roinigung, sondern auch ihre Abhärtung bewirken sollte, so war das ganze Leben des Essäers auf Bezähmung der Leidenschaften, auf Mässigkeit und Enthaltsamheit gerichtet. Jeder Luxus war bei ihnen vorpönt, das Fallen mit Oel, das man im Orient zur Pflege der Haut für nüthig erachtete, verwarfen sie als ]?,-■*erhaft und Kleider und Schuhe legteu sie erst ab, nachdem sie völlig unbrauchbar waren. Bei ihren Mahlzeiten, sagt Philo, sind sie ״Tag für Tag mit demselben zufrieden, die Genügsamkeit liebend, grossen Aufwand, als der ■Seele und d«־m Leibo schädlich, verwerfend“. ״Schätze von Gold und Silber sammeln sie nicht, noch erwerben sie ans Begierde nach Gewinii grosse Ländereien, sondern nur, was für die Bedürfnisse des Lebens nüthig ist“. ״Die sinnliche Lust“, so berichtet Josephus, ,verwerfen sie als Sünde, die Miissigk» it aber und die Freiheit von Leidenschalten halten sie für das Wesen der Tugend“, und indem sie Icideuschattliiher Erregung sich enthalten, sind sie ״des Zornes gerechte Verwalter“. Von den Therapeuten in Egypten wissen wir, dass sie sich von Fleisch und Wein ganz enthielten. Viele wollen dies auch von den Essäern in Palästina behaupten, indem sie sich dabei auch auftnlmudische Relationen nach der Zerstörung des Tempels stützen; allein das Schweigen der alten Quellen darüber ist wohl ein entschiedener Beweis des Gegentheils. Die weisse Kleidung und besonders aus Linnen, welches zu der Kleidung des Priesters im Tempel gehörte, sollte sicherlich die Essäer an den priesterliehen Beruf jedes einzelnen Israeliten als solchen erinuern. Damit stellten sie sich aber in einen gewissen Gegensatz zu den Tempelpriestern. Ein solcher wird aber auch sonst dadurch {״•kündet, dass sie?.n den Tempel wohl Weihgeschenke schickten, aber keine Thieropfer darbrachten, indem sie, nach Philo, ihre eigenen Opfer für werthvoller hielten. Die eigenen Opfer bestanden aber in nichts Anderm, als iu den gemeinsamen Mahlzeiten, die offenbar den Charakter von Opfcrmahlen hatten. Josephus meldet von diesen: Nach dem reinigenden Bado gehen sie iu eine eigene Wohnung, wohin Keinem, der nicht zu ihnen gehört, der Zutritt gestattet ist. Und sie selbst gehen als Reine in den Fpeisesaal, wie in ein ileiligthum. Und nachdem sie sich in Ruhe gesetzt haben, legt der Bäcker der Reihe nach Brodo vor, und der Koch setzt einein Jeden ein Gefäsa mit einem einzigen Gerichte vor. Der Priester aber betet vor der Mahlzeit, und Keiner dmf vor dem Gebete etwas geniessen. Nach der Mahlzeit betet er wieder. Ara Anfang und dem Ende ehren sio Gott als Geber der Nahrung

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