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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1885-12-03 · N° 49. (3.12.1885) · p. Seite 194

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
14 (1885)
Issue
N° 49. (3.12.1885)
Date
1885-12-03
Page
Seite 194 (sequence 4)
Language
German
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— 104 — erster» nur in einer nenern Ausg. finde, jedoch auch nicht wie Herr G. 'פטור, sondern KTCB. Hamburg. M. 8. Bens. Litteraturbericht. Recension. Sokolow, N. Hebräisches Jahrbuch für 1885. האש*ף לתרמ״ו. Warschau, 18X5. Redaction ״Hazefira*. Der nun vorliecende zweite Jahrgang des, seines reichhaltigen Inhaltes und billigen Preises wegen schon beim ersten Erscheinen so verbreiteten, hebrä* ischeu Jahrbuches, übertritl't (qualitativ wie quantitativ den ihm vorangegangenen. Das Buch verdient die schon gewonnene Popularität; denn es ist Nichts unberücksichtigt geblieben, was nur zu wünschen war, und wer so Vieles bringt, wird Jedem Etwas kern u. A, einige Novellen und zum Schluss ein• Kalender ftir das laufende Jahr. Schliesslieh wieder»׳ holen wir den Wunsch, dass das Buch bei allen Freunden der hebräischen Litter&tur die verdiente Würdigung und seines billigen Preises wegen — siehe ״ Inserat ״ — recht viele Käuler finden möge. Tarnow. Salomon Spinner. Notizen. Zwei Erklilrnngen des Wortes «Sehlemlel■‘. 1. Woher die Bezeichnung ״Schlumiel“ oder ״Schis- 011111“, wie ihn Chamis.so in seiner klassischen Dichtung benannt hnt, ihren Ursprung herteitet, ist streitig. Ich glaube, dass cs ״Sc.hlnmiel“ lioissen muss, und zwar nach jenem Schlamiel laut Deutsch ״Cotttried“) ben Zurischaddai, den die Bibel als Fürsten des Stammes Simeon nennt. Schon dieser Stamm war ein Pechvogel. In der Wüstcnwandemng sank die Zahl seiner wein-baren Mannschaft, nicht ohne eigene Schuld von .r>!'31r. gut 222011 (vgl. 4. B. M. Cap. 1 V. 2:1 und XXVI. 14). bringen. Da die Spälten dieses Blattes es nicht gej In der lernercn (ieschiclite hat sich der Finch des Patriarchen statten, uns ausführlich über dieses voluminöse 772 [ dacob (I. lb M. 49.7! gegen Simeon erfüllt, indem dieser Seiten starke Buch zu verbreiten, wollen wir nur auf «»״.״"'״> P.1b״tina kein eigenes Gebiet, sondern nur einige 1 1 יa17 1 11 ו« ״ . I Miulte un <1i׳t»u>te den Stammes Jmla sturn Wohnsitze erhielt. *\ den reichhaltigen Inhalt hmweisen. Voran gthen ן wahrem! der Iterierung des Kimigs Chiskijah wanderten vier sehr gelungene Bildnisse des Moses Hftlevy, j mohivru hundort Kamilicu der Simeouitcu nach Arabien aus^ Grand Rabbin in Konstantinopel und M. Straschun I "o sie verschollen sind. Indessen ist der Grand dafür, dass (Wilna), Dr. Löwe <Itarnsgato), J. II. Weiss (Wien), | d«r Stam1.1estV.rat Schimmel Ahnhorr alter Pechvögel geworden .. , ’ .«• , , , ■ 1 i ui 1 ' : 1-*t, wahrscheinlich m einem ganz andern, rein zutalligen Um. nitf daraiilfolgetiden biographischen Skizzen, ln einem, j ״Ullll0 z״ ÄllcllL,״ Im .! ,,ldl0 M0,c,. Kapitel 7 werde l״i in vierzehn Abschnitten getheilten, Artikel bespricht i der Kimvrihung des StitW.cIten dio Woihogcsuhonke anfgc- Herr Sokolow verschiedene Fragen Juden und jüj zahlt, welche die Staimncsfürstcn hergegehen haben, und zwar dische Lit.ter&lur betreilend. S. -IS—«M folgt eine bis! K״■ hiebt diese Aufzählung mit Namen, nach der Reihe der , . 11••׳.£ 1 ד נ einzelnen luge. In dieser Keilic ist der Stamincsiiirst Schlmnici zur Austreibung der Juden aus Spanten reichende , bei. Zurischaddai der fünfte, da er sein Geschenk an. 5. Tage synchronistische Tabelle. Diesem schhessen sich ן dor 12 Kinweihungstngc, jo ein Tag für joden Stamm darmehrere grössere Artikel von verschiedenen Verfassern i brachte. Diese» Kapitel wird am .Sabbath de» ('hauukahfestcs an, die eine Uebersicl.t über Lage der Juden im Allgei 0,?״ T״« meinen, wichtigen, politischen Begebenheiten etc., im I verflossenen Jahre liefern. Dem in’s Hebräische übersetzten Vorträge Scbwabachers ״Von Heliopolis nach ' Berlin“, reihen sich einige Aufsätze über die Judcu : im heiligen Laude an. Ungleich wichtiger und inte- 1 ressanter ist der Literarische Thoil des Buches. Er beginnt mit dem Beitrag Sokolow’s J1VB1 1 2פרי über die Prärogative der Jadeit in Polen unter Boleslaw und Kasimir. Steinschneider theilt einen 1 Index von dem handschriftlich befindlichen Divan; t'lianiikali auf den Sabbath fallt, der Abschnitt tilr den Stammesfürsten des ersten Tages (Naclisehon ben Aniinadab! zur Vorlcsting kommt, fallt der zweite Tag auf den Sabbath, so gcschiebt dieses hinsichtlich de» zweiten Stainmesfürstou etc. Nun ist die Kiiii'iehtmig des jüdischen Kalender» so, da»» der fünfte Tag t'baiiikali niemals auf einen Sabbath fallen kann. Schliimiel und seine (iahe kommt deshalb nieu.al» lurden Maftir zur Vorlesung und dies ist eben seine Sclilomielei J, s).;u l’ecli. Aus diesem ('■runde ist der alte Sehlmniel heil Zuridsebaddai Almlierr der Pechvogel geworden, und ist er, dor seit mehr als drei dalli tausende im Urals! ruht, heute noch ein populärer Name, ohne dass man von seinem!,(‘bell und seinen Tliaten irgend eino Kcnntniss hat. Das Geschlecht derer von des R. Josef Colizio mit; iliesein folgt eine Erklärung : Schbmiol ist demnach ein uraltes und kann »einen Stammbaum der auf aritlnnetischeu Regeln beruhenden Misclina (Erachin 2,1), sodann zur Geschichte der Juden auf ' der Insel Sicilii'11 von (iü‘.l0!:1 ann, eine Untersuchung : über das Buch Iliob von Schazke», eine ausführ- ן liehe Biographie Mar Samuels von Sokolow, eine populäre Darstellung des Lebens und Wirkens Saadia’s | von J. II. Weiss, R. Haruch genannt Beuedix Ahr- I weiter und seine Gedichte von Prof. Kauf marin, j die Entstehung der jüdischen Religion-philosophie von j Dr. J. Oppenheim, Consano's Mariginalien zuin j jerus. Taimud, veröffentlicht mit Anmerkungen von ' Buber, u. Lnier: Beitrüge von Ila 1 berstamm, Straschult, Reifinann, Dr. Levysohn, Zweifel etc. Hierauf folgt eine Besprechung mehrerer im verflossenen Jahre erschienenen Litteratur werke, und eine ausführliche Recensiou über wissenschaftiich-jüdischu Zeitschriften, wovon besonders hervorzuheben ist! die über die in russischerSpraehe erschcinondßMonatschrift״Woschod״, und über VZ־,K n~p, eine ins Hebräische vollständig übersetzte Arbeit Dr. Ilarkavy’s über den noch bis jetzt in Dunkel gehüllten ועד ד* או־ציח״“ mit einem Anhang von einigen bis jetzt noch uuveröffentlichten Urkunden über dens! Iben aus dem Krakauer Archive von Atlas Es folgen sodann schöne hebräische uedichte von üordon, Lewin, Kaminer, Mandelln'her iiiiiaiitlViliren, als irgend ein Herrscher- ״der Adelsgeschlecht der Welt. U-A M . .. 2. Der in der jiid. Umgangsspraclio gebräuchlich(! Ansdruck ״Sehlemiel“, in der II«• leutung von Poelivogol, welcher »eit Kr-1׳bei11e11 von ('hamissii’s Peter Selilemiol, auch in der deiilM-hen l.itieratnr Antiialnne gefunden, ist ein rein hehr. \V.!rt, zusammengesetzt ans 1צלום und ״ אלFriede Gottes*•. T 0«*r ״(»otu*s|Vio«l(ju liexoiclmcto ehemals «11« Unverletzlichkeit aller וי«« •* IVrsniicii «md Sachen; uuter ihm stunden nu«*h 51!h unverhüzlirh: (1.*iM«*skra11kc, Knjn>el,Siochoetc. Diese wunleti daher, als unt«*r dom (>nttenl,ricd1»11, uiiveilut/.lich »trhend, mit Schlomicl )»(‘zeichnet. Dass man dahei wohl auch *n «len Vater «len Stammestursten «I. H. M. VII.;US) gedacht שלומיאל בן צור* שרי, also ein ״Kind de» allmächtigen Be- Schützers", ist immerhin möglich. Hamburg. M, S. Hen». .1. Pari». Am Himmel der französiselicn Poesie ist ein neuer Stern aulgetaii. 11t, der noch jngendliehe Andre Alexand re. Bei Ollendorll in Paris sind soeben 2 Baude Gedichte: ״La Lande en lleiirs•‘ und ,.I.e Sonneur de biuion, Kcveries et Chansons“ voll ihm erschienen. Andre Thcuriet hat dazu ein Vorwmt geschrieben, «5* (•■da 'V1׳i1״r0 l'uipfcliliini.' iiberllussig maehi. Der Dichter ist ein Sohn des Prot. Alexandre, Wülchor aus dem Klsass stammt, und ist — — Jude. *: Im Segen Mose's fiel dieser Stamm ganz aus! (Red.! **/ Aus dem Itcgriflo ״unter dem Gottesfrieden stellen“ ist ja u'icli der deutsche Name Gottfried 1.01 vorgegangen. Verantwortlicher Kvdacteiir Dr. Ualiiner, Magdeburg. Drack von D. L. Woltf, Magdeburg Verlag von Robert Friuso, Leipzig.

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