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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1885-12-03 · N° 49. (3.12.1885) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
14 (1885)
Issue
N° 49. (3.12.1885)
Date
1885-12-03
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Iteilagen mit 15 Mark, licret'lilief nml sitnl an .li« Kx|..׳׳liti.>11 .liebes lllattes zn senilen. ECE־ Bttclihftndler, wclclie tliree.t <«ler ilnrcli Keltert Friese in Leipzig Inserate eiiiseii.lett, erlialten '.Tt )( ICil.all ■( 1 II 11 II 1 ts Wi sscti seliaft 1 i c lie A n t siit ze: l'elicr!lie Kssaer. Vortrag, gehalten in der r<'o|11״rdia-Loge“ zu Kattowitz, von Hahhiner Dr. Uosunthal, lieiiilien. - |>ie polnisehen •linleii. Von l‘rof. Möller in K,׳nigslw׳rg. (Kortsetznng statt Si'hlnss.i Ken l’atnra. T.1 tt u ra111 rhe r i elit: Ke!• e 11 s i onen: Kokolow, N. Ilehräisclies .]alirhiH'h Ihr isst» Not i zun. Nachdruck nur mit -voller Quellenangabe gestattet. Ueber die Essäer. Vortrag, gehalten in der ״Cotifonlialogt*“ zu Kaitonitz v״n Italihiner l)r. Koson111 al-Keutlien. Zur Zeit als die römischen Legionen die römische Herrschaft in Europa, Asien und Afrika bereits be* festigt hatten und immer mehr erweiterten, während die römischen Machthaber das schwere Joch der Tyrannei immer tiefer in den Nacken der Völker drückten, lebte in Palästina und Ktrypten eine merkwürdige Genossenschaft wie in weltveracht.endor Absondernng und Zurückgezogenheit. Dm IlnUptstaram in Palästina nennt Philo die Essäer! K1?x;v.), Plinius und auch Josephus die Essener!Essetii, ,lii-i,«), währeud man ihre Abzweigung in Egypten die Therapeilten nannte: Namen, über deren lh-d-utung die Gelehrten noch immer nicht einig sind. Die Zeit und die Art ihrer Entstehung ist in vollständiges Dunkel gehüllt, aber ihre Bllithe lallt in die schlimmste Zeit, des zweiten jüdischen Staatslebe-'is. Der glänzende Stern der Makkabäer war bereits erloschen oder doch dein Erlöschen sehr nahe. Aus diesem einst glorreichen Hause wälzte sich der dyuasti-che Streit der Brüder in das Volk, erzeugte Spaltungen, Revolutionen und unaufhörliche blutige Kampfe im Innern. Zu den politischen Gegensätzen traten noch religiöse hinzu, wie die nnhcilvollen nicht blos politischen, sondern auch religiösen Streitigkeiten der Sadducäer und Pharisäer. Das war ein Zustand, wie er dem lämWgierigeu und eroberungssüchtiger• Itoin nur erwünscht sein konnte! Alle Parteien wandten sich um Unterstützung au diese bereits übermächtige Weltmacht; diese hielt die Parteien hin, ohne eine Entscheidung zu treffen, ttud schürte noch itn Geheitneu die Unruhen, um sich des durch Parteizwist immer mehr geschwächten Landes desto leichter bemächtigen za können. Aus der nun folgenden Zeit der befestigtet! römischen Herrschaft in Palästina, und zwar aus dom letzten Jahrhundert des jiidäischeu Staatslehens slatnmen die ältesten und glaubwürdigsten Nachrichten über diese Genossenschaft uml zwar vou dem berühmten jüdischen Philosophen Philo aus Alexandrien, dem jüdischen Geschichtsschreiber Joscphus und dein römischen Naturbeschreiher Plinius. Alle dieso Berichte stimmen in ihren Schilderungen über das Weseu dieser Genossenschaft im Allgemeinen überein und sie sind auch gleichmäßig voll des schönsten Lobes über die erhabenen Tilgenden derselben. Ausserdem werfet! aber noch manche zerstreute Notizen itn Talinttd, allerdings aus später Zeit, manche Streiflichter auf die innere Thiitigkeit die-er Genossenschaft; und dennoch erscheint Alles an derselben, Wesen, Name, Ursprung und auch deren schliessliches Verschwinden dunkel und rätliselhaft. Merkwürdig ist nur hierbei noch der Umstand, dass dieselbe, nach den vielfach unklaren Berichten zu schliessen, dem Au.ss.-nst ebenden schon zu ihrer Zeit räthsclhaft und mysteriös erschien. Das Dunkle, Uäthselhal'te und Mysteriöse lag t-ben in ihr seihst, in ihrer Verfassung, ihrer Tendenz und Lebensweise. Der Reiz, d״u alles räthsclhaft Eigenartige auf den menschlichen Geist ausübt, hat wohl zahlreiche Deuker und Forscher zur Bearbeitung der Essäer herausgefordert; die vielen enlgegengesetztou Meinungen und Ansichten, die darüber entstanden, sind aber mehr geeignet zu verwirren, als auf/.uklärcn. Ich gestatto mir daher, Ihnen nur dasjenige über die Essäer mitzuiheilcn, was aus dom Streit der Meinungen als in! Allgemeinen unbestritten Festes herausgehobei! weiden kann, indem ich Sie bitte, den Gang zu den drei angeführten primären (.pe-llen nicht zu scheuen, wohin ich Sie nun führen will. , Eins steht zunächst fest, dass die Essäer eine Art Orden gebildet haben. An der Spitze des Ordens standen die Vorsteher t'tr-.ue/.y.a!), welchen die Mitglieder zu unbedingtem Gehorsam verpflichtet waren. Neben diesen werden als Ordetis'ueamte noch genannt die Verwalter T*;1:5r.), welche, wie es scheint, die Oriienskasse unter sich hatten und der Pfleger

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