Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 14 (1885)
- Issue
- N° 47. (19.11.1885)
- Date
- 1885-11-19
- Page
- Seite 186 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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18« — nimmt and meint, das« er in grammatischer Beziehung nicht ganz richtig «ei, weil zach 3נ0ת den Artikel haben müsste: diesbezüglich verweisen wir ihn beispielsweise auf Sech. 4,7 הנמל TI .0' אתי und Ezech. 21,19 חרב חדל הגדול, und es ist .gar nicht nöthig, eine Verbesserung der Lesart in הגדולה auch nur zu beachten. Sachlich pflichten wir dem Verf. darin bei, dass die אכודג keine Institution gewesen, keine besondere Behörde, keinen Gerichtshof repräsentirten, dass Alles, was ihnen im Talmud als Thätigkeit zageschrieben wird, für die Zeit Esra’s und die ihr nachfolgende Geltung bat. Nicht aber können wir seine Hypothese gutheissen, dass die Worte אמרו DH שלשה דברים in m. Aboth 1,2;שסעק ״צדיק היה מ־ כה־נ in M. Ab. l,.'t Zusätze einer späteren Zeit seien, und Ab. 1,1 als Einleitung zur ganzen Sammlung, sowie um die Verbindung der schriftlichen Lehre mit der mündlichen darzustellen und aufs Nachdrücklichste zu betonen, von einer späten, letzten Redaktion vorangesetzt wurde. Jene Worte gehören vielmehr der Mischnah von Ursprünglichkeit an, ohne ihre Existenz einer besonderen Tendenz zu verdanken. Man fasste in Wirklichkeit — wie uns scheint — die Zeit von Esra bis zur Zeit der Mackabäer, mit denen quasi eine neue Zeit, eine neue Aora, ein neues Priestergeschlecht begann, in dem Namen der 3גםת הנד׳ zusammen. Und dieser Name rührt von d«\ i!n Vergleich zur ersten, von Esra allein bewirkten Ver- Sammlung der Gola am 20. Eislew, viel wichtigeren und in ihren Folgen ungleich nachhaltigeren Volks- Versammlung her, welche später Nehemja in Gemeinschalt mit Esra am 21. Tischri berief. Die Führer dieser ״grossen“ (eig. grösseren) Versammlung, sowie ihre Nachfolger bis zur Zeit der Mackabäer, mit denen ein neues l'riestergeschlecht die Herrschaft und Führerschaft autrat, erhielten die Bezeichnung א־כהג״ד. Die Al. Ab. 1,2 bringt einen Spruch der ersten Leiter, d. i. des Nehemja und des Esra — und auf diese allein bezieht sich in der Tliat das הם אמרו; — und Ab. 1,3 berichtet aus dem Spruch von einem der letzteu ihrer Führer. Denn Simon d. G., der als einer der letzten Führer jener Zeit galt, ist, — wie wir bereits in diesem Blatt (Jahrg. IX, No. ■19) naokzuwei8en versuchten — Simon II, der nicht lange vor der Zeit der Mackabäer golebt und gewirkt hat. — Die Stelle M. Peah II, 6, auf welche der Verf. für seine Ansicht ein besonderes Gewicht legt, kann für unseren Gegenstand kein solohes beanspruchen, da man sonst auch M. Ab. 1,3 in Zweifel ziehen musste, weil doch dort nur ein Mann genannt wird und von זונות keine Rede sein kann; und ureii überdies Raschi’s Grund in Nasir 50 b für das Fortlas sen von Josua und Kaleb in gleicher Weise für die אבה״ג gelton kann. Und hat etwa wirklich R. Jochanau b. Sackai (Tos. Jad. 2,10) so gar keinen historischen Klick gehabt, dass or (zu seiner Zeit!) sich damit zufrieden gegeben hätte, die זוגית in un mit telbare Verbindung mit den Nebiiin zu bringen?! — Viel Fleiss und Geist verwendet der Verf. unter Anderem auch besonders auf den Nachweis, dass die Bedeutung der Nethinim eine gauz audere sei, als wofür sie bisher angesehen worden. Die N. —■ meint er — können unmöglich gemeine Diener des Heiligthums, Nachkommen der Gibeoniten, gewesen sein; vielmehr bildeten sie eine gesouderte Genossenschaft innerhalb der Gola, mit deren religiösem Leben sie innig verwachsen waren, die Genossenschaft der Essener. Schwärmerisch-religiös angelegte Naturen, welche brahiiinuischo Ideeu aufgenoininen und einer asketischenLebeusrichtungsich hingegeben; namentlich Einzelne fremden Ursprungs, welohe sieh den Jaden vor, während und nach dem Exile anschlossen, haben׳ sich freiwillig dem Heiligenleben hingegeben, sie sind — damit es dem neuen Heiligthume nicht an Dienern fehlte — an die Stelle der Leviten getreten, als diese sich in Folge einer ihnen ungünstigen Eint- Scheidung des Propheten Ezeohiel (44,9 fl.) vom Heiligenleben zurüokzogen. Diese erhielten dann — nach dem Verf. — den Namen נתינים (im Sinne von נתונים Nnm. 3,9), ans welchem später die Bezeiohnang Essener entstand. — Nun, diese Ableitung ״Essener von נתינים“ scheint uns ganz verfehlt, da l. die LXX.. das hebr. Wort durch Na«Hv!|1 wiedergeben, was min' destens beweist, dass das raphirte ת gleich dem dageschirten wie th ausgespiochen wurde; 2. von dieser Aussprache abzuweichen, um etwa einem ״Gleichklang mit ethnoi vorzubeugen“ dazu lag kein Grund vor, da dieses doch fdvr;, jenes aber 'Kxkvol lauten würde; 3. weun *E<my,vo! von נתינים stammt, weshalb wurde Chirek durch r, bezeichnet? — doch wir wollen una damit für jetzt begnügen; vielleicht kommen wir auf diesen Gegenstand, sowie auf manchen andern, der unerwähnt geblieben und doch der Beachtung werth ist, noch zurüok. Dr. Friedmann-Lublinita. Wolf, U. Das tridcntinische Concil und der Talmud. Wien. 1885, Alfred äölder. Den Mittelpunkt dieser, dem edlen, hocherzigen Jubelpaare Baron und Baronin von Königswarter aus Anlass ihrer silbernon Hochzeit gewidmeten interessanteu Broschüre bilden die Verhandlungen, die auf dem berühmten tridentiuischenConcil gepflogen wurden, ganz besonders die, welche den Talmud zum Gegenstände haben. Unter dem Titel ״Schischa Sidre*, wurde der Talmud in Basel gedruckt, nachdem die jiid Gemeinden zu Mantua, Mailand, Ferrara und Piemont’s durch 2000 Scudi die päpstliche Curie milder gestimmt hatten. Dies probate Mittel wurde von den Juden überhaupt oft angewendot und verfehlte selten soine Wirkung. Der Verfasser benutzt diese Gelegenheit, um in einer lesenswerthen Anmerkung die Juden vou dem ihuen iucriminirten Mat•- rialitimus zu befreien und hat dafür den schlagenden Beweis aus ihren Cultus- und Wohlthätigkeits- Anstalten, die ausschliesslich aus ihren oigenen Mitteln bestritten werden. Der milderen Beurtheilung des Talmud kam auch noch ein anderes Moment zu statten, dass nämlich auf Veranlassung des Erzbischofcs Anton Bins eine Commission aus 17 Personen eingesetzt wurde und ist es nur zu bedauern,, dass uns hierzu die nöthigen Quollen fehlen. Wolf führt das Dankschreiben (im lat. Original und in deutscher Ucbersetzung) an, zu dessen Abschrift er duroh die Güte des Herrn Prof. Gindely in Prag gelangte, welches die Prager Juden an den Erzbischof Anton richteten, (als Beweis des pietätsvollen Dankgefübles der Juden), woraus hervorgeht, dass sich dieser Kirchenfürst für die Freigebung des Talmud bemühte. Zum Schlüsse wird noch des ־ bekannten Pfeflerkorn-Rouchlinischen Streites Erwähnung gethan׳ und hervorgehoben, dass sich die theolog. Facultät der Wiener Universität zu Gunsten des Talmud aussprach. Gegen da3 1700 erschienene, berüchtigte Werk Eisenmenger’«: Das entdeckte Judenthum, war der Urahn des Herrn Baron Königswarter: Sa ms on)W ertheiiuber, mit Erfolg eingetreten. Wie iiiaii uun ersieht, hat der berühmte Verfasser, obwohl er nur Geringes und Weniges bieten zu können verspricht, uns!& dein Wenigen doch Vieles und Schönes gebracht. Dr. II. l’ollak. Ver.'iMv. 1*1 llu-licr U<1׳i:״'h״׳r l'r. Italiiuei׳, Mapli'l.iir;:. I*ru. lv vou 11. I.. Wulll Msg.ielmr^ Vi-il״' v11״ U.il.ert l'ri >vo, l.oijizig.