Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 14 (1885)
- Issue
- N° 46. (12.11.1885)
- Date
- 1885-11-12
- Page
- Seite 182 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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— 182 — biblische Litteratur bis 200 v.; IL die jüd.-griechische Litteratur von 200—100 n.; DI. die talmudische Litteratur von 100—750; IV. die jüd. arab. spanische Litteratur von 750—1200; V. die rabbinische Litteratur von 1200—1750 und VI. die jüdische Litteratur der Neuzeit von 1750—1870. In dem vorliegenden Heite ist nur ein Theil der ersten Periode der historischen Bücher der Bibel und die Poesie der Bibel, letzteres nur zum Theil, enthalten. — K. will die Bibel weder vom Standpunkte des rationell-historischen, noch von dem der allegorisch - typisch - dogmatischen Exegese, sondern vom rein ästhetischen Standpunkte aus behandeln. Wir müssen uns hier noch jedes Urtheils enthalten; nur sei bemerkt, dass das Erscheinen dieses Werkes mit aufrichtiger Freude begTüsst werden darf, da eine Geschichte der jüdischen Litteratur als blosse Literaturgeschichte noch nicht vorhanden ist Der Verfasser, Gustav Karpeles, ist als ebenso tüchtiger, wie eleganter literarhistorischer Schriftsteller, namentlich als Hcine-Forscher bekannt, auch hat ihn sein Studiengang durch das Gebiet der jüdischen Theologie geführt, da er seine akademischen Studien noch als Iiabbinats - Candidat vollendet hat. "Wir dürfen daher den folgenden Ileften mit der Hoffnung eutgegensehen, dass das vorhandene Bedüriniss nach einer jüdischen Literaturgeschichte, wie sie von David Cassel begonnen, aber nicht vollendet worden ist, durch das vorliegende Werk seine Befriedigung finden werde. Iluhcr, Sill. Citate aus dem Midrasch Debarim suta im Jalkut etc. mit Noten und Verbesserungen und einer Einleitung. Wien. 1885. VIII und 32 S. 8. Der unermüdliche Forscher auf dem Gebiete der midrnschischcu Litteratur, der classischo Herausgeber der Pesikta und des Tanchuma, von dem wir in nächster Zeit den Midrasch Tehillim zu erwarten haben, liefert in der vorliegenden Schrift eine vortreffliche Monographie, in der er den Nachweis erbringt, dass neben dem Midrasch Debarim rabbah unserer Druckausgaben noch eine andere ltecension bestanden l^beu, von der Reste im Jalkut unter dem Titel Debarim suta citirt sind. Dem Verfasser ist es gelungen, in dem Codex 221• der Münchener Bibliothek ein Exemplar des M. Deb. Rabba zu entdecken, das in seinem ersten und letzten Tlieilo mit den Druckausgaben nicht stimmt, woraus er den Schluss zieht, dass der im 13. Jalirh. lebende Schreiber das Bruchstück eines Hierauf giebt der Verf. in übersichtlicher Ordnung zuerst alle Stellen, wo der Jalkut den M. Deb. suta citirt, dann den von unseren Ausgaben abweichenden Anfang und den Schluss des Münchener Manuscripts und endlich die bei uns nicht vorhandenen Citate Bechaji’s in seinem Peutateach-Commentar. Das Ganze ist, wie es sich von Bnber erwarten lässt, mit minutiöser Sorgfalt gearbeitet und mit vortrefflichen Stellennachweisen ediert Fraglich ist dem Ref. doch noch immer geblieben, warum der Verf. nicht bloss zwei Recensionen des Deb. Rabbah annimmt, von denen die zweite im Jalkut unter dem im Gegensätze zu Rabbah mit ״Suta“ bezeichneten Titel citirt wird, doch bat der gelehrte Kenner der Midrasch-Litteratur wohl hierfür seine Gründe, die er aber dem Publicum nicht hätte vorenthaltcn sollen. Ein anderes Desiderat aber kann ich nicht unterdrücken. Die Schrift ist ein Separat-Abdruck aus der von Weiss und Friedmann redigierten Zeitschrift בית תלמיד> trotzdem hätte ich bei dieser Separat- Ausgabe eine deutsche Vorrede gewünscht, ebenso wie die Tancliuma-Ansgabe durch eine deutsche Einleitung gewonnen hätte. Man beschränkt auf diese Weise den Leserkreis zum Sohaden des Buches und fordert die Verständlichkeit nicht. Ich will nur hervorhebou, dass auch Bubcr zweimal ואבל ממנו für das Richtige אבד לנו sagt, doch will ich nicht schliessen ohne den aufrichtigen Wunsch, dass Bubers Thatkraft und Gelehrsamkeit der jüdischen Wissenschaft noch lauge ungeschwäckt erhalten bleiben möge. Brünn. Dr. Deutsch. Notiz. 1. Unsere Mai BSC. Bei der Erklimm!; von פרס lasst die Vcrglmc.huug diosos Worts mit dem russischen ״Pud“ als Hohl- und (Jcwichtsniaass (No. 40 u. 41) im ersten Augenblick den Zusammenhang zwcilelhat't erscheinen. Aber er ist doch in Wirklichkeit vorhanden. Denn ursprünglich zahlte inan nach llohhuaasseu oder stiickweiso ah, wio heute noch vielfach, und erst allmählich trat und tritt Gcwichtsmaass dafür ein, wonach sich auch Masse und Werth, Quantität und Qualität, genauer bestimmen lässt. l)io Hohlmaasse wurden dann als Gewichtsinaasse benutzt, und so sind diese aus jenen entstanden und fuhren theilweiso deren Namen. So ״Pud (Put)“, oigontlick llulte (pnteus), Hohhnaass und dann Guwiehtsmaass: Plund, russisch- HK) Kilo. Das lat. pondus, wovon mau unser ״Pfund“ ahleitet, hat wohl denselben Ursprung: put (Hütto) und hängt nicht mit pendero zusammen. ״Hütte“ ,'Hotte, Hott ich) hängt wohl mit בת illohlmaass), tvio קב (Ilohlnmass) mit Kufe (vgl. j Küfer! zusammen. בת ivgl. בית) ist von 3ות tvgl. ,פתך ptr״u stehen) ״tiel, hohl sein“ abgeleitet, wie קב von קבב >n gleicher Manuskriptes von Deb. lt. vorgefunden habe, welches j die Abschnitte von עקב bis £נצבי enthielt und •lass | er dc-n Anfang und den Schluss nach einer andern j uns nicht erhaltenen Version des M. Deb. R. ergänzte. Dazu kommen noch eine Reihe von Citaten älterer Schriftsteller aus Deb. R., die sich iu unseren Ausgaben nicht finden, und welche der Verf. mit der J ihm eigenen profunden Gelehrsamkeit aus den verscliiedeusten Wcrkeu, wie Rasclii zur Thora, Nachinanides, Abudirrham, Isuk Aramali, den tahmuliscbeu Tosalbt u. a. zusammengetrageu und übersichtlich geordnet hat. Daraus zieht der Verf. den Schluss: Fs haben einen dreifachen Midrasch Debarim gegeben: 1. den unserer Drttckausgaben, 2. den im Jalkut unter dem Titel M. Deb. suta citirten uud 3. den Midrasch Deb. lt., von dem der Anfang und Schluss des Münchener Manuskriptes und die in unseren Ausgaben nicht uachzuwoisendeu Citate älterer Schriftsteller herrühren. Hudumung: inan vergleiche ״ קבהder 110)110, gewölbte Mägen“, ״ קבהBauchhöhle“, ,״ קבדSchlafgeinack“, eigentlich ״Nische“, wobei nu Alkufen, Kaaba, Kuppel, cavo •Keller) zu erinnern ist. Auch culiiis ist zu erwähnen und nicht von cnharc, cubiculum ilirect ahzuleiteu, sondern dies hängt ebenfalls mit קב zusatntuen. Unser ״Kulak“ hat daher ebenfalls seinen Ursprung in קב, denn jedes llohlmaass hat ciucn Knhik - Inhalt. Auch das deutsche ״Kump“ (engl, cnji) als Becher und llohlmaass hängt damit zusammen. Das tainuidische לובלא kommt wohl von coehlear ״Loilel’• her ע׳ als gutturale <’, K), denn auch ״Iädl'el“ gilt als Hohlmass gleich .,Schoppen“ ׳Sehoptcu), ebenso ״Sehelfol“. l.ivre, verkürzt Lire!Munzel ist vielleicht aus ״Iedlel“ (Ver- Wechselung von 1 und r) entstandet! und wäre dann auch ursprunglich Ibdilmaass und daun Guwiehtsmaass; oder es stammt Von litra (l’.xpa), was ursprünglich ״Stein“;zum Schreiben! ho- | zeichnet uud dann vielleicht t!e wicht stein. Indess entspricht j auch vielleicht litra miserm Liter ats llohlmaass, wenn nicht; dies mit litera ziisammcuh.iugt vou den darauf geschriebenen I Strichen zur Bezeichnung des Inhalts. Denn litera bezeichnet : Stab, Strich, zu vergleichen mit ,.Buch-stab, Keil-schrift“, nach j der ursprünglichen Aehnlichkeit. 0קל, שקל hangt vielleicht mit ״Sa»'U“ 2U'.1Bnni’n (pw')i *־WhIäIU Hohhim.v**, und dann Ge- \vicl1tsit*in ״*tointjjen׳‘־. pK Woirlmet cbtut'ftU* Sroin I und Gewichtstein. Dr. Hothschild. VcrantwiGtlit hvr lU־d;u־Uu1• Ur. Kahmer, l»nuU von l>. I-. Wollt Ma^-U'Uir^ von U*׳ljLTt Kriuao, Uc*ip/.i^.