Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 14 (1885)
- Issue
- N° 42. (15.10.1885)
- Date
- 1885-10-15
- Page
- Seite 166 (sequence 4)
- Language
- German
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166 — einem Fässchen von Kalisch an die Grenze Gnesens geschickt worden sei — «0 schulden wir Herrn C. nichtsdestoweniger vielen Dank für seine Puldikation; denn sie befähigt uns, den Ursprung jenes Namens genauer festzustcllen. Die lietreilendo Frau heirathete ihren Rohn, erkannte denselben später — vielleicht an einer Art Tüttowirnng hiuter dem Ohr — «ls solehen und trennt״ sich von ihm; sie schloss eine zweite Ehe, und über die aus derselben erzeugten Kinder verbreitete sieh das Gerücht, es sei wohl ihre Mutter, aber nicht ihr Vater gekannt (C'P'Dtf); sie galten eben nur als S|1 Dieses Woit wurde im altdeutsehen Rechtswegen für die Blutsverwandten von mütterlicher Reite gebraucht; es ist zusauunengcsetzt aus den altdeutschen Ausdrücken Spille =~ Spindel, ein das Weib von Reiten seines F'leisscs bezeichnen• des Werkzeug, mul mngau =» mögen, vermögen, potent sein, zeugen, vgl. schott. Mac «= Sohn. Die llliitsverwaiulten von väterlicher Seito hiessen Schwertmag^u, componirt aus Schwert, des Mannes Walle, und rnagan. Das gern fabulirende Volk dichtete nun die Er- Zahlung von der Nadel (עזפ־לקא polu. sz]>ilka, gespr. schpilkn) und dem Fass (•^*2, clr. deutsch Hütte, l*ütte, ital. hotte, griech. rvilprj•/, uhd. bodaui, skr. budhuus, hebe. 1T2 verw. “'2 und פתה ansgetieft., geöirnet sein, davon D2 II. ein ausgetieftes Mass liir tliissige Dinge und בית Hans). Zu der Erzählung bot die Bezeichnung Spillinagcn leicht Anlass. Spille von Spillen spalten, öllnen heisst, Oelliiendes und (Mlnutig, Spitzes lind Dünnes überhaupt, dünn wie das ital. spillo besonders Spindel und Nadel (vgl. Spillgeld «= Nadelgeld, Taschengeld .111 Frau), auch IjOcIi eines Fasses. Allerdings spielte die Nadel in der Phantasie des Volkes die llauptrollc und 1t potiori fit denomiimtio. Daher der Name ״Nadler“. Brandenburg a d. II. Dr. Krön er. Recensionen. 1. IHcmrl, l)r. (!., theologisch Wissenschaft und pfarramtliehe Praxis. 2. Itaiidi.s.slu, IV. Graf, <lcr heutige Stand der alttestam. Wissenschaft. — Vortrag«) gidialten auf der theol. Conferenz zu Giessen am 1‘J Juni lss'i. 1. Die erste der beiden angezeigten Schriften geht uns merkwürdiger Weise viel näher an, als die zweite. Ich holle, den Beweis für diesen paradoxen Ausspruch noch zu erbringen. Wissenschaft 111141 Praxis sind auch für den jüdischen Theologen oft genug im Gegensätze zu einander. Denn, wenn der Protestant, der das liecht hat, sich von tra«litioneller kirchlicher Satzung frei zu machen, in theologischer Wissenschaft oft etwas mit der Praxis Unvereinbares sieht, so ist das selbst bei der reforiuatorisch-jüdischen Kichtung um so eher der Fall, da man bisher wohl kaum sieh dazu verstanden hat, die Berechtigung der rabbiniseheu Tradition im praktischen Lehen ganz zu leugnen. D«t Verfasser sucht seiner Aufgabe durch Kinthi'ilung nach Schwierigkeit und Möglichkeit gcrecht zu werden. Theologische Wissenschaft und rcligiöso Praxis sind auf einander aug*• wiesen, es ist, wenn auch schwierig, doch immerhin möglich, sie zu vereinigen. Das Mittel der Vereinigung, welches der Verfasser augiebt, ist eigentlich sehr billig, es besteht hauptsächlich in dem gegenseitigen Verkehre zwischen Professur und Pfarrer. Dieselbe Frage ist für i’.ns Juden im höchsten Grade uetuell, wenn unter den heutigen Verhältnissen allerdings das Laien-Pnbliknm und die Gelehrten von Fach sich streng scheiden, und wir amlererseits bis auf geringe Ausnahmen nicht in der glücklichen Lage siu«l, als Theologen der Wissenschait allein zu Sehen. Trotz«lern köunte auch eine Oonfi-rvnz jüdischer Theologen sich mit der Frage nach *1er Lösung «les inneren Zwiespalts beschäftigen, der selbst bei conservativer Gesinnung zwischen rabbinisr.he.m Amt und jiiiliscber Wissenschaft besteht. Die Sprache ist eiuc edel gehaltene und zeugt von warmer Empfindung, daher «lieso Schrill auch in jiiilischcn Kreisen zahlreiche Lesur finden wird. 2. Di« grosse Kluft, welche zwischen freier Forschung auf «liesein Gebiete alltestamentlielicr Theologio und zwischen Kiroheiiglanbon besteht, hat der sogenannten Mittelpartoi ain meisten Angst cingeflösst. Dasselbe war «1er Fall auf dem Gebiete 11<-utesta1t1cntlieber Forschung, als Strauss sein ״Leben Jesu“ geschnellen hatten und ״di« Halben“ ihn mit dcrsulben Vehemenz angrifien, wie ״«li« Ganzen“. Die Mittelpartei will «ler Wissenschaft ganz freien Spielraum geben, doch aus ihren Kcsultateii keine praktischen C011KC<|uci1z«u ziehen. Graf B. nennt die Resultate der Pentatonckkritik geradezu ״eine sehr inditferento litteratnrhistorischo Frage“ (Seite lf>). Das ist von jiiilischem Standpunkte unhaltbar, aber auch vom christlichen kann ich nicht begreifen, wie die positiven Ergebnisse «ler P«׳ntat<׳uehkritik der Dogmatik gegenüber 1111erlieblich sein ki'inntcn. Joleuiulls muss iloeh «lie Idee der Ofieiibaning und lns|1irnli<*11 ganz und gar wegfallen, wenn einzelne Tlioile «ler Schrift nicht nur nicht authentisch, soud«׳n1 sogar apokryph erscheinen. Dns hat Graf B. wohl gefühlt, wenn er «ler Bilielkritik gerade bei «leu Propheten Halt gebietet, weil dami natürlich alle Christologie in sieh seihst zusammeiificle. Wissenschaftlich ist dieser Vorgang keinesw«־gs; trotzdrin nun der Verfasser alle Fragen der Peiifateiiehkritik für rein litteratiirhistoriscli erklärt, bniitilit er sieh mit sich! liebem Eifer, g«׳geu diu Ausichten der Wellhauseniauer Front zu machen und will «len s<1g«;na11nt«,n Priest1־rc<>1lex, den diese für nachcxilisch erklären, vor dem Exil abgefiisst sein lassen. Er licmüht sich, « twiis aus dem Scliillhrucho deraltcu profestaiitisclien Dogmatik zu retten, welche es verpönt, von einem Autor «•ines biblischen Buelies zu r«׳«len, «leren Autor nur der heilig«• Geist ist. (S.Quenstedt bei Lufharilt ״Coiupeiiditiui <l«׳r Dogmatik“ p. '.10'׳.) Sprachlich hätte ich den Ausdruck ״cultischo Gesetzgebung“ zu bemängeln. So wellig wir im Einzelneii mit beiden Herren übereiiistiinmeii, so sehr wünschen wir, «lass auch <li«• Zeit komme, wo jüdische Theologen snehlich uud ruhig mit eiuautler sieh über ähnliche Fragen aussprecheii können. Brünn. Dr. Deutsch. c-iolon 11111111,1 .11'111 •1111111 ׳« ‘.!tmtt!1(1nM1tt1!l,1t 1>1«11111111,! : fiiritlc•, fiitii, Wrfdiiditf brr ^äbiföru Vitrratur. «1. >• Vf(). I. 2. i-Mfil U111|,111,| rini,!,ו>1!י»'1 ״■» ׳. (>« iilui' t 111 V«,|.;11 1,׳ iV. I.«*• u. ii'iib '.111(11111( Is'i( ,1 (,,!,'1,1,1 ,,,»,11־ l’Oilir.Kii,?liief jilirliifcf i'rpfvtftr lllll 1111,11,1111>11׳f,111111,11,11 11׳ ty! 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