Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 14 (1885)
- Issue
- N° 40-41. (8.10.1885)
- Date
- 1885-10-08
- Page
- Seite 162 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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— 162 — Waffen. Geradezu ein Weheruf aus dem Mittelalter wird jedem deutschen (auch jüdischen) Leser das Euch erscheinen. Mangel an Quellenkenntniss, Benutzung verdächtiger und gehässiger Parteischriiten, Ueberwiegen vollklingender Redensarten und vollständig undeutscher Styl! Der Herr ist freilich kein Deutscher. Bevor er aber solch Deutsch schreibt, sollte er lieber in seiner polnischen Muttersprache Schriftstellern. Diskreditirt uns die sicher gut gemeinte, einem heissfühlenden jüdischen Herzen entstammte und auch des Geistreichen nicht ermangelnde Kampfpartie einen Theil dieser Schrift, 80 ist der zweite — überflüssig! Denn zu Unrecht klagt Herr Dr. Lippe die deutschen Rabbiner an, dass sie gegen Justus nicht Front gemacht haben. Joel’s Broschüre gegen Gildemeister, die Artikel der jüd. Presse und des״ Litteraturblattes “(welche beide als Separatabzüge erschienen sind) allein schon entkräften diesen Vorwurf — und Herr Dr. Lippe hat in dem Nachweise der Fälschungen und Ent- Stellungen des Judenspiegels Nichts geleistet, ,was nicht deutlich und vorstäudlioh schon in den genannten Schriften vor fast 2 Jahren gesagt worden ist. — Am wichtigsten ist Referenten das Versprechen des Herrn Dr. L., dass er einen alten Druck des ״ Jckarim“ wieder auflegen wird, in welchem die Stücke, welche die Verteidigung des Judenthums mit deutlicher Bezugnahme auf die Disputation von 1413 enthalten, nicht gestrichen sind. Diese Gabe wird dankbar entgegengenommen werden. Coblenz. L e w i n. Notizen. 1. In Magillah ll,a heisst es: D'JV ולא נצלתים כימי שהעמדתי להם שמעון הצדיק וחשמונאי ובניו ומתתיהו כ׳־נ Diese Stelle ist offenbar corrumpirt; denn mit חשמונאי ist ja auch schon Matathias gemeint, wozu das nochmalige Wiederholen ומתתי' כ״ג; dann ist Matathias nicht Hohepriester gewesen. — Jochasin s. v. יוחנן ב״ג findet sich diese Stelle correct citirt, sie lautet: ומתתי׳ - בן יוחנן כי ב - חשמונאי ובניו und demnach ist auch hier zu eorrigiren. 2. ibid 13 a ר״נ אומר הדסה שמה ולמה נקרא, אסתר שהיו ארה קורין אותה על שום אסתהר. Rasch! zur steile erklärt: אסתהר, ירח, יפה כלבנה• Unter allen Versuchen das Wort zu erklären scheint Raschi’s Erklärung die annehmbarste, wie aus Bailly zu ersehen, der in seinem vVerke Histoire de l’astronomie ancienne T. II 9,43 sagt: Die Phönizier belegten die Sonne mit dem Namen Beel-Samen, Herr der Welt; der Mond hingegen hiess bei ihnen Astarte, Königin des Himmels. 3. Gittin 57 a,הוו נהיו., כי הוו מפקי חתנא וכלתא מפקו קמייהו תרנגולא ותרנגולתא כלומר פרו ורבו כתרנגולים. Dieser Brauch hat sich noch bis heute bei den Juden in .Trkutsk iGouv. in Ostsibirien) erhalten, wie der polnische Reisende, General Kopec in seinem Dziennik Podrozv p- 42 u. A. erzählt: Kazdy z weselniköw musi zjesc cala kure a zywe przerzucaja przez glowy mlodym, d. h.: Ein jeder Theilnehmer am Hochzeitsschmaus muss eine ganze Henne verzehren, und eine lebendige werfen sie über die Häupter des jungen Ehepaares. Tarnow. Salomon Spinne r. 4. פוט» Zum Artikel ״Nadler“ (No. 38 d. L.-Bl.) Der Güte der HH. Rabb. Dr. Rot hsch ild-Alzey und Professor Dr. D. Kaufmann-Budapest verdanke ich die Mittheilung, dass das Wort ״ פוטButte“ oder ״Bütte“ bedeutet,*) welches Gefäss auf •dem Rücken getragen wird und schon oft zum Menschen- Schmuggel gedient hat. Davon das Wort ״Böttcher“ ~ Bütten- Verfertiger. Aehnlich ist das lateinische puteus Brunnen, in einigen Gegenden, ״Pütt“ genannt, und nach gütiger Mittheilung des Herrn Salorn. Spinner- Tarnow das Wort ״Put“ ein rassisches Hohlmass. Die Verwandtschaft dieser Wörter, beruhend auf der Lautähnlichkeit und der gemeinsamen runden und hohlen Form dieser Gegenstände ist nicht zu verkennen. Cohen-Rees. Paris. In einer Sitzung der Societö Asiatique suchte Herr Halevy den Nachweis zu führen, dass man nicht allein beim Entstehen des Christenthums, sondern auch schon als die Septuaginta geschrieben wunle, Aramäisch gesprochen habe, denn diese giebt die Umschreibung von 2 aramäischen Wörtern und nicht diederbiblisch-hebräischen. BixeXXeO• steht für ״beziklono“(Korb) und BeyveexeM ersetzt das hebräische ״beargaz“ (Art Holz). Rtean et Vernes erhoben einige Einwendungen. (Uns scheint, dass mit der Rückkehr aus Babylonien die Volkssprache eine aram Färbung hatte, welche immer stärker wurde!) Jerusalem. Die Forschungen über den Lauf der alten Stadtmauer dürften eine wesentliche Förderung dadurch erfahren haben, dass die Griechen bei den Fundamentirungsarbeiten auf ihrem am Joppethore belegenen Besitze auf das untere Stück einer Stadtmauer stiessen, welche wahrscheinlich eine der drei Mauern ist, die Jerusalem vor der Zerstörung des Tempels umgeben haben. (Hazewi.) *) Auch H. Prof. Dr. G. Wolff in Wien theilt uns dieselbe Erklärung (Butte, Bottich, Fass) mit. (Red.) $urdj directen übcrfccifdjcn Söejug billigst licucflcr ©rntc vorzüglichste Colonialwaaren, Delicatessen, Fische per i|50ft portou. zollfrei bort '/4 Ko. 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(mußt a1!4fd)ltc(itLt) Cnft1״.u<nti(cl oon hfroortaifcnhcH fyoiittferit, Sdj1tf1firfl«n, («rlr^fffit übfv polttifdK, Oclf^nnuljicOaft• liehe, ViV'lamnttaiifdir, lunftlaifän•, tittcca« vtfdif Vovßhiii;«: jye|p«dju«rt lifbrr 2a«1f#f1anat; mtirifctjr (Hlofjen!uv; übfftt« ״ Äuttftn; fnifr״ natioitolr ,H.-ttlduifun ih'eour; l'cfVudjuuv’tn k. k. DIE NATION fliclu ein!ע!!{! niicv wcfemiidifti iietfttii«n öiidjiBtuttiieu hfi y,e;tftff(tt*w mtfe |>ci» itt &cn יג Oa'ufit 1ln#v' üi<ftft}f114 fiiwu bfftaiiölq mad'Ktifrcii Ifimlufj in &<n qe* btlhf״•״ Äwi{f1t Ifutfdjtan(■# orrfctjoffi. DIE NATION Piriü 3,75 BiU. *u0־ thurtal. «bomtfirrm* l!ri jrhfv 'J}1'(lan(tnlt(Äft1fll0ü 'Kt. itltx 11116 6tr Kxpptliflon Berlin S>V., lieutliHtrAHHe Verantwortlicher ltedacteur Dr. Rakmer, Magdeburg. Druck von D. L. Woltf, Magdeburg. Verlag von Robert Friese , Leipzig. 5577971282 9914469877