Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 14 (1885)
- Issue
- N° 37. (9.9.1885)
- Date
- 1885-09-09
- Page
- Seite 148 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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— 148 Deutsche Schreib-Lese-Fibel nach der analytischsynthetischen Lesemethode. 1. Fibelstoff. 2. Lesestücke. Ausgabe A. Bearbeitet von Raphael Cohn, Lehrer an der Knabenschule der jüdischen Gemeinde in Berlin. Berlin 1885. Stuhr’sehe Buchhandlung. (S. Gerstmann) Preis 60 Pf. An vortrefflichen deutschen Fibeln besteht kein Mangel, aber der allergrösste Theil trägt einen mehr oder weniger confessionellen Charakter Die vorliegende Fibel will alles Confessionelle vermeiden, und das zeugt entschieden von dem pädagogischen Tact des Herausgebers. Auch wir haben uns verschiedentlich schon dahin ausgesprochen, dass man an ein zartes Kindesgemüth nicht sobald mit Gegenständen, die ein confessionelles Gepräge haben, herantreten 8011. Wir sehen in zahlreichen Fibeln, das entgegengesetzte Princip. Anstatt dass die kleinen Lesestücke und Gedichte eine heitere und naive Auflassung athmen sollten, wie es derKin desnatur entspricht, wi rd das in dem confessionellen Charakter begründete, trennende und zergliedernde Moment, das doch nichts weniger als heiter und naiv stimmt, dem Kinde dargeboten. Dieses bezieht sich jedoch mehr auf die kleinen Lesestücke im zweiten Theil der Fibel. — Für deu ersten Theil hat Verf. die Normalwörter-Methode gewählt, die auch wohl in der Schulwelt die weitverbreitetste sein möchte. Die Einrichtung gestattet es, den Unterricht mit der Schreibschrift oder mit der Schreib- und Druckschrift gleichzeitig zu beginnen. Zuerst wird nur das kleine Alphabet eingeführt, was freilich den Uebelstand im Gefolge hat, dass sämmtliche auftretende Hauptwörter klein geschrieben werden. Allerdings hat derVerf. für diese seine Methode nennenswerthe Pädagogen aut seiner Seite, wir stellen uns auf die Seite Kehr’s und anderer, die Substantive mit kleinem Anfangsbuchstaben verwerfen. Doch das sind schliesslich Ansichten streitiger Natur. Bezüglieh der Leseschwierigkeit hätten wir jedoch den Wunsch, dass Verbindungen wie ״el“ und ״er“, die, ohne Normalwort vermittelt, bereits iu Uebung 3 und 4 auftreten, weiter hinausgeschoben und bei ihrem ersten Auftreten durch ein Normalwort veranschaulicht wurden. Auch scheint uns das ״r“ auf Seite 2 verfrüht. Die von mir gerügten Mängel beemträchtigen jedoch nicht den Werth dieser von der Verlagsbuchhendlung vortrefflich ausgestatteteu Fibel. Wir möchten nur wünschen, dass die vorliegende Fibel auch in recht vielen christlichen besonders in paritätischen Schulen Aufnahme finden möge, da ist sie am zweckentsprechendsten. (Im Uebrigen schliessen wir uns den Empfehlungen der Directoren Holzmann, Steinschneider und Bärwald an. Red.) Moritz Spanier. Notizen. 1. Gejochenen. Dieses Wort dos jüd. •Jargons, das zum Besten 11at>e11 oder betrügen!1eis.1t, ist unseres Wissen« bislang noch nicht erklärt worden. Wir leiten ei von dem Kigennamen •Jochanan Johanne» ab. Johanne» ist abgekürzt Hans, und von diesem (im verächtlichen Sinne, ci'r. deutsch Hansnarr, engl. John Bull, eig. Hans Bulle oder Ochs, holl. Janhagel, anspielend auf die wie Hagelkörner zahlreiche Menge des gemeinen Volkes) kommt das Verb hänseln. Der Järgon nun bildete ein diesem Verb entsprechendes Wort, indem er statt des dem .hänseln“ zu Grunde liegenden ״Hans“ das ursprüngliche ״Jochanan“ als Stamm gebrauchte. — tlierneben sei noch bemerkt, dass das Synonym ״utzen“ oder ״ut sch en“ mit dem ital. u cc e[llare), gespr. utschellare foppen, eigentlich Vögel fangen — uccellare kommt von uccella, dem lat. aucella, zsgz. aus avicella “Vögelchen — zusainmengestellt werden kann. Brandenburg a. d. H. Dr. Krön er. 2. Eine im L.-BL 1683 gepflogene Discussion über die Be. ] deutung des מעין הברכות >m מבן אבות - Gebet» wurde mit ן Hinweis auf Dr. Bar’s סדר עבודה• dass מעין הברכות gleich מענינו ש_ל ברכות sei. zum Abschluss geführt Es dürfte die Streiter im Kampfe vielleicht interessiren, nachträglich zu erfahren, dass der sei. Jeitteles, Verfasser des מבוא לשון ארמית schon im Jahrg. XII der בכורי העת*ם dieselbe Er. klärung veröflehtlicht und zugleich bemerk״(; bat, dass Habe, der Uebersetzer der ,זמשנד die Worte übersetzte: die Summe, der kurze Inbegriff der Benedictionen. 3. Herr!Rabbiner D. Simonsen in Copenhagen hat den in meiner Raschi-Notiz (No. 34) als unleserlich angeführten Namen ורויאין בעריג richtig enträthselt, es ist Frauenberg, ein Dorf in der Nähe von Euskirchen im Jülicher Lande. Cohen-Rees. 4. 8t5r. ״Un. isr.“ witzelt über ein franz. Blatt, das den Stör zu den unerlaubten Fischen zählt und stützt sich dabei auf Landau’s Aruch, der in שבוטא den Stör sieht. Wirklich entscheidet der נודע ביהודה (Abth. II. Thl. II. Fr. 29 u. 30) dahin, dass der Stör zu den mit Schuppen ver- 'sehenen und daher erlaubten Fischen gehört. Aber in Deutsch, land halte mau für Stör und Oaviar das Verbot bei. Ich möchte daher eine Discussion darüber, ob dasselbe ausser Acht zu lassen ist, angeregt haben; der nächstens sich versammelnde Verband deutscher Rabbiner sollte sein Votum in der Sache abgeben L. für Sd!ult>orftön»e. gHrrctorrtt un» geljvee jii»ifd|rr §djulrn. 3» ber unter,(cidmctcn Bud!haublung erjd!icu foeben Pfnlfdir Sdirfib frfe fibrl 11 ad) bev analytifd!־ j \) 111 b c t i [ di c 11 fi e f e111 c t f) 0 b c. 1. fyibclftoii. 2. Ücfcftiicfe Uluöflabe a. bearbeitet laut 'Raphael Gobn. S?el)rer an ber ,ft'uabcnfdjule ber jübi)d!en (Denteinbe. 72 Seiten cart. Brci3 60 Bf (Srfteä *?ejcOiicty. 9(tt3gabe B (II Ibeil ber ftibd) ihm bcmjclbcii Berfafier. 35ieje Sibel, in ber ailed coli־ Soeben erschien und ist durch alle Buchhandlungen zu beziehen; KalligraotiisGlie Vorlegeblätter für israelitische Schulen. Jüdisch-deutsche Currentschrift ö! von A. Moos, Lehrer. 2. verbesserte Auflage. I. u. II. Heft. Preis per Heft 60 Pf. Lippstadt. Clemens Boerner. i?iir Schule un» .Qauä, für Gantoren un» 5pnagogt! Soeben erfdjicit im Berlage oon Jacob B. Brandeis Bucbbanblung in 'Vrafl אלוף תפלה BollftiinbigeS i3raditifd!c8 (Debet נ fefftoucllc oermicbett ift, nuirbcjbud) mit flnrer utib faßlicher ■ödend!־ iofert in »en Sdiulcu ber jübifdicu tmtg bei)!Kit 113, j\um (Dcbraud)c bei (Dcmcinbc iu!Berlin ci1u!efiil)rt uitb f!fiu«ltd)er uitb öffentlicher (Dotte3־ 001t heruoriagcubcu Schulmännern,(ucreljruug, l)auptfäd)Ud! jum ßmede ber Bcnoenbbarfcit iu Srinileu a!3 correctc« Vehr־ uub llcbuiigei־ ©ebetbuef) eingerichtet uub jtjfte־ matiid) georbuct mit nuo.pigSiociic 11. a. bem!Kector Dr. (loljmann, glüugrnb bcurthcilt. (1969 '!Dir halten biefelbe jjur (Hnfiibruiig an jiibi)ri)0u Schulen heftens empfohlen uub!teilen gu biefem;{lucrfe geruhen 311 baff» »ie Quellen famrnt ISjremplnrc gratis uub franco jur Verfügung. 'Berlin N. W. Unter »en Minben 16. Stnhr'fdje 'Bud)hau»luug. (S. 6) er ft m nun.) K. F. KÖhler’s Äntiquarinm. Leipzig, Seeburgstr. 10. Ich erwarb soeben die geringen Vorräthe des folgenden Werkes: Cb. I). Lipppe’s Bibliographisches Lexikon der gesammfeu, jüdischer Litte, ratur der Gegenwart: biblio■ graphisch genaue Angabe säinrntlieber von jüdischen Autoren der Gegenwart publicirten Schriftwerke und Zeitschriften In alphabetisch-chronologischer Anordnung, nebst Angabe ihrer Domicile. Wien 1881 XV. 704 S. Preis statt 12 M. Ä. (JO franco gegen Eins. d03 Betrages Ein Hand- und Nachschlage■ buch für Rabbiner, Gemeinden und Freunde der jüdischen Litteratur. [ 1605?lutorcu »er ciujelnen ffiebet ftiiefe bct<idmen»c11 Xitcln tmo;,ugicid! mit biographifeflett utt» cflronologifdjcn ^Inmerfungcii uerfeheu oon [2007 S. Königsberg, öffentlichem!HdigionSh'brer au!801(3־ unb Wittdfdjulcn. §ernu3gegcbcn 0011t iSracl. 2anbc3־ ,.,hrrrbcicinc in!Böhmen, Breis in »auerhaftem ©an$leittenein: ban»e 1 1SSt. 30 Bf. mit franco $10 jenbung 1 9JI. 50 'Bf. Sei Bcffclluug tuollc man ben 'Betrag nüttdft Boft־ antocifung ober tu Briefmarfcn im Borl)iucin ciitfenbcn. Ämpfehle ffeftpreMgtcn für bic 'S- .1perbftfeiertage 0011I)r.Bclm»örf־ fer, ferner beffen 9״tnd)biblifdK (De fd)id|lc" unb Chlnnch Bar-Mizwa. 2002] 3. ©olbftein ©amburg, gr Bleichen 5._ Boit ber in oor. 9fr. befmblichen Kol nidre-Formel oerfenbet bie (Sjrpebition bief. Bl. SS Cjemplarc fiir 1 9)f. — *0 ״ t 0» ״ Bf. 10» ״ ״ * « — Rituelle Hadasslm!Händler erh. Rab.) bill. b. H. L. Villain, Erfurt. Verantwortlicher Redacteur Dr. Rahmer , Magdeburg. Druck von D. L. Wolff, Magdeburg. Verlag von Robert Friese, Leipzig.