Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 14 (1885)
- Issue
- N° 28. (9.7.1885)
- Date
- 1885-07-09
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Jüdisches Litteratur Jahrg. XIV. Blatt. Zar Beleuchtung aller Jadentbum und Jaden betreffenden Htternrinchen Kr- *cheinungen auf dem Gebiete der Philo* «ophle, Geschichte, Ethnographie, Theo* logle, Orientalin, Exegese, Homiletik. Liturgik, Pädagogik. Herausgegeben von Rabbiner Dr. Moritz Rabiner. 9TC.a«j3e6׳n.r^, 9. eh4׳fi 1885. Bücher <ler dnKrhliiglgen 1.iUeralur,Helcl1t der tt.iUction 1»|tM«1nll werden, Anden In dienern!Halte eingehende Besprechung. Bei Klnsetidung ron swel Kecenslons* Kxemplnren erfolgt etnnisMge karie ttrntls-Insertlon. Das ״Jüdische Litteratur-Blatt« erscheint wöchentlich in einem halben Bogen Preis bei allen Buchhandlungen (in Leipzig bei Robert Priese) pro Jahrgang 8 Mark. 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Techen, Dr. phil.“ einer Besprechung unterzogen und Auszüge aus der in der Oesterr. Monatsschrift für den Orient No. 4 und 5 von Prof. Kaufmann erschienenen Recension der genannten Schrift gegeben. Der Referent bemerkte, Herr Prof. K. habe die Herkniesarbeit übernommen — Techen’s Schrift ״von Irrthümern und Fehlern zu durchstöbern.“ Nun, ״durchstöbert“ hat er dieselbe allerdings, allein gründlich aufgeräumt hat er darin nicht. Diese Zurückhaltung, die Herr Prof. K. sich auferlegte, ist sehr begreiflich, denn angenehm ist eine solche Arbeit nicht; allein sie ist nothwendig. Nicht um Tech en’s willen. Denn dessen Gelehrsamkeit auf dem Gebiete des Ritus und dessen Berufenheit zur Beurtheiiuug der Zunz, Luzzatto und Landshut hat Kaufmann durch die von ihm citirten Stellen sattsam erwiesen. Allein hinter Techen steht die Göttinger philosophische Fakultät und insbesondere Herr Prof, de Lagarde. Wer sich, wie Herr Techen, auf solche Autoritäten stützen darf, wird sehr leicht eine Schaar von Gläubigen finden, und um dieser Willen halten wir uns verpflichtet, die Arbeit Kaufmanns fortzusetzen, wenn wir auch nicht den Anspruoh erheben, dieselbe vollenden zu wollen. Den von Kaufmann hervorgehobenen Stellen: אל נא לעולם האות לפ׳ שר st.תוערץ u.כאשר נשאתה פתיחה u. dergl. m., reiht sich würdig an die Schreibung תחינים st. תחינות (S. 19.), wodurch der Verf. zeigt, dass ihm die Elementarkenutnisse der hebr. Grammatik fehlen. Der Verf. spricht auf S. 11, 12 und 14 von einem ״Aohtzehngebet“ an Sabbathen und Festtagen, worüber ein jüdischer Schulknabe lächeln würde. Der Verf. kann offenbar den Terminus שבעותא (S. 14) nicht übersetzen, sonst hätte er gewusst, dass es ein Nonsens ist, beim ״Siebengebet“ von ״No. 1, 2, XVI—XVin der achtzehn“ zu redeu (das.). Dabei bemerkt Herr Techen mit dem Bewusstsein grosser Ueberlegen heit, er sei von Zunz’ Beschreibung S. P. 66 nur abgewichen, ״um einige Unklarheiten zu vermeiden.“ (S. 12. Anm. 1). Der Verf. weiss den Anfang vom Ende der Gebetstücke nicht immer zu unterscheiden. So hält er S. 15 die Schlusssätze כגילה ברנה und זה צור ישענו I für Anfänge von Pijutim, nach denen er die Numj mern 4 und 5 benenut und richtet natürlich durch j dieses Ineiuanderwerfen der Stücke eine heillose Verwirrung in seiner von Zunz allerdings abweichenden Beschreibung des Maarib an. Hingegen bezeichnet er S. 48 den Ofan כבודו יתרומם als Refrain des Jozer אל מתנשא (Sch. Schekalim). Der Verf. hat keine Ahnung, dass es einen deutschen und polnischen Ritus giebt, eine Unkenntnis, die seinem Buche besonders verhängnisvoll geworden. Unglücklicher Weise gehört seine Handschrift A. einem jener Rituszweige an, aus denen sich der jetzige polnische Ritus entwickelt hat: entweder dem. mitteldeutschen oder ostdeutschen Ritus. Nur mit 1 dem polnischen Machsor in der Hand lässt sich die Handschrift A beschreiben. Die Handschrift B hingegen gehört dem westdeutschen Ritus oder Minhag Aschkenas an. Leider hat sich der Verf. nur mit Ausgaben des deutschen, nicht aber auch des poluischeu Machsor versehen. Daher kann er nur die Pijutim der Handschrift B in seinen Ausgaben nachweisen und aus A nur solche Stücke, die gleichzeitig in B vorhanden sind, nicht aber jene Pijutim, die lediglich in A Vorkommen und dem jetzigen polnischen Ritus angehören. Die Zahl derselben ist zu gross, als dass wir sie hier anführen könnten. Besser ist es dem Verf. bei den Selichoth ergaugen, wo ihm neben einem Machsor von Heidenheim auch eine Selicha-Ausgabe von Fürstenthal Vorgelegen. Und doch hätte T. noch die folgenden Nummern, die er ohne Angabe eines Druckortes verzeichnet, in Selicha-Ausgaben von H. und F. — um von andern zu schweigen — finden können: 19, 184, 204, 210, 211, 215, 308, 325, 425, 471, 517, 531. Wenn Techen schreibt: ״fehlt bei H.,“ so kann man von vornherein getrost das Gegentheil annehmen: ״steht bei H.“ und man wird in den meisten Fällen die von ihm vermissten Stücke in Ausgaben von Heidenheim finden. So die Selichoth: אך כך לדל מעת, אהבת עזוז, אדון בפקדך, אלה אזכרה, אל באפך, רועה ישראל, את הקול קול יעקב, אשפכה. Dass dies seltene, wenig bekannte Stücke sind, wird Niemand behaupten können, so wenig wie von