Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 14 (1885)
- Issue
- N° 14-15 (3.4.1885)
- Date
- 1885-04-03
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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M14 ~18• Jüdisches •'* *'>rg•XIV• Litteratnir-Blatt. 7.1 r RrlmMaRV •Her J14r»tfc•« Ja4f• krtrflfrad«1 ÜttrrarUrfc*■ Kr* uhflaaafra 1af 4*m «•»Mete 4er PIIU• i^hlf« tie^rhlrhle. Hkaairra^lile. Tke••!•*ie. OrlealalU• K1n(e«e. H#1»lleHl.!.Henrik, |*i1iJMr»*ik. Herausgegebeti VOi) Rabbiner l»r. Moritz lUhmer. 3. clptif!SSj; Rirkrr4«•! rin«« hleclara I.IIUM(ar,«rlrk« 4ee Ke4a«‘t|••■ <«1r%aa4l nrr<lra, 4a4e• 1« 4iv**m HUtlf rl»1vk«-a4r Mr^rKkaaa. ««•>{ aua <«ei Itrr»•»!*»*• I \r1rf|>larrk rrfttlcf riaailitfr k!T#r t>rfttt««la\rf tl•«. Das ״Jadlsche Lllteratnr-HUtt« erscheint w...-heu1 lieh in einem hullem Bugen |*1vi» Iוו-.:!!!•״ R11cl111H11dlu11u<M1 in Leipzig bi•! Robert Vrie.se׳ pn> .labrgang 8 Mark. 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Reorganisation der jüdischen Religionsschule auf Grundlage der Herbart-Ziller'sche Pädagogik. Von Dr. .1. (■ o I■I so Imiid t - Weilbnrg. Vorwort Mit Gegenwärtigem gestatte ich mir meinen Herren Collegen, sowie vier geein ten Lehrerschaft unserer Religionsschule, einen Plan zur Reorganisation der jüdischen Religionsschule vorzulegen, der einerseits auf Grund der wissenschaftlichen Piidagogik beruht, andererseits den t h a tsa c 111 i c h en -Verhältnissen nach jeder Richtung hin Rechnung trägt. — Dieser Plan ist zugleich jeder religiösen Richtung {gegenüber vollständig neutral: er ist weder orthodox, noch neolog. sondern rein — pädagogisch. Höchstens könnte man ihn eouservativ neunen, und gegen diese Bezeichnung habe ich nichts eiir/.uwenden. Ich gestehe es gerne zu, und stelle auch weiter i? ausdrücklich die Forderung auf: In der jüdischen Religionsschule istdasJu.len.thum die höchste Instanz. Nicht rein pädagogische;Motive haben mich zu meiner hier ausgesprochenen Tjpher7Ar1trnnggebracht, sondern spcclfisch jüdisch״ iiädagogische: die Erhaltung dies Judenthums ist der weitstem meiner pädagogischen Thätigkeit in unserer Religionsschule, oder vielmehr, nicht die Erhaltung des Jud( nthums — denn das Judeuthum, diese Riesengestalt der Geschichte, bedarf meiner l’ygmäen-Kraft nioht, sich zu erhalten. Das Judenthum kann uicht verloren gehen: aber ein grosser Theil der Judenheit, die Judeuheit ganzer Länder und Weltthäile, kann dem Judenthum verloren gehen. Die Judenheit dem. Judenthume zu erhalten, durch die Thätigkeit unserer Religionsschule — — das ist das grosse Ziel; zu dem ich einen kleinen Beitrag zu liefern, mit dem Gegenwärtigen versuche, uud zwar der besseren Uebersichtlichkeit wegen in Paragraplienform. § 1. Die jüdische Religionsschule ist in unserer Zeit die Erziehungsanstalt des• Judeuthums fürs Judenthuin. Ihre Aufgabe ist die jiidische Erziehung, ihre Mittel sind die allgemeinen Mittel des Unterrichts. § 2. Zur jüdischen Erziehung gehört 1. Jüdisch-religiöses Wissen, namentlich au«11׳ hebräisches, um am Synagogal-Gottesdienste Theil nehmen zu können: 2. Jüdische Gesinnung. Die jüdische Religionsschule hat demnach als Aufgabe und Ziel: 1. Einführung d>-r Kinder in a) Die Religion (Lehreu I und Vorschriften . J!!••s Judenthums; b) Die Geschichte | 2. Befähigmfg derselben zur Tludlnahme am hebräischen Synagogal-Gnttesdiensta Belebung und Kräftigung der Liebe zum Judenthnin, des thätigeu Interesses für dasselbe im Herzen 1׳er Kinder. § .,t. Da die Aufgabe d.-r Religionsscliule die jüdische Erziehung ist. so isti>ei aller l’ntervichtsthätigkeit die Rücksicht aut .das Wissen der Rücksicht auf die Gesinnung untergeordnet. § 4. Es ist ein alter talnv.tdiseher, auch psychologisch und empirisch in gewissem Sinne bestätigter Erziehungs-Grundsatz: -נר*לי --י1״, ,,das Wissen führt zur entsprechenden Tliat.“ Die Gesinnung aber ist die Mutter der Tliat: es würden also | die in der Richtung des Wissens liegenden Resultate ן auch iti der Richtung der Gesinnung zum Resultate; führen müssen. — | Wenn <Jas im Allgemeinen auch zugegeben würde ן — selbst ohne die Einschränkungen, die zu machen ן wären — so ist es für die Tliüugkeh der jüdischen j Religionsschule in unserer Zeit entschieden zu bestreiten, nicht aus innen! ־Gründen, sondern aus , änssern Umständen. Hinsichtlich der jüdischen Religionsschule ist vielmehr, so wie die Verhältnisse jetzt liegen, das Gegentbeil richtig: je weiter dieselbe den Kreis ihrer Lehrfächer zieht, desto weniger Liebe, jüdische Gesinnung wird sie im Kindesherzen erwecken, und es wird eine Grenze gebdn, wo das Gegentheil: anstatt Liebe r Abneigung, Widerwille, ja Erbitterung gegen die : Religionsschule und.folglich auch .gegen ihren Man-; datar, das Judenthum, .durch י Erweiterung de* ] Wisseftszieles erzeugt werden muss, j § Ti. Nämlich so. Die jüdische Religion!»- j schule ist jetzt nur ein Pendant zu «len weit- , liehen Schulen. Die weltlichen Schulen nehmen ■ aber schon alle hygienisch, pädagogisch utnl social disponible Zeit und Lernthutigkeit iir Anspruch, ja