Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 14 (1885)
- Issue
- N° 12. (19.3.1885)
- Date
- 1885-03-19
- Page
- Seite 48 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 87% known words query
- IRI
…/6492408-5990839-5991075--0622-5367956- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
— 48 — wi# Hähne, Hunde und Dirnen, einmal Lügen gestraft zu sehen. Von diesem Gesichtspunkte muss es jeden Freund der Wissenschaft aufrichtig freuen, wenn er den verdienstvollen Jubilar durch seinen ebenso verdienstvollen Collegen in würdiger Weise gefeiert sieht. — Herr Friedmann hat diesen Anlass benützt, um den Werth des Talmudstudiums in sachlicher Beziehung gegenüber den immer lauter werdenden modernen Bedürfnissen nach seiner Ueber- Setzung zu betonen. Dafür nun eine Lanze einlegen, heisst denn doch ein Windmühlenkampf. Es kann ja sicherlich niemand leugnen, dass jedes Werk durch eine Uebersetzung verliert und um so mehr verliert, je mehr es auf rein nationaler Basis beruht. Ebensowenig dürfte jemand bestreiten wollen, dass derjenige, der ein Werk in gelehrtem Interesse studirt, Grund hat, sich an das Original zu wenden und in einer Uebersetzung nie genügenden Ersatz findet. Das sind so ziemlich die Gründe, die Herrn F. zu der Entsscheidung führen, es sei besser, den Talmud gar nicht zu übersetzen. Er theilt den Beweis für seine Ansicht nach drei Gesichtspunkten: schrieben gewesen. (B.’s Schrift wird in dies. Bl. be-J sprochen werden. Red.) Dr. Deutsch in Brünn. Notizen. 1. lehnen sich die Folgerungen ar> den hebräischen Bibeltext, sind daher als Wortspiele unübersetzbar; 2. ist es besser, die dialektischen Prinzipien des Talmuds mit den originalen Ausdrücken beizubehalten, weil einige in der Logik keinen Platz haben; 3. sind die rituellen termini technici überhaupt unübersetzbar. — Dagegen meine ich: I. Dass Herr F., wie grosse Fachgelehrte überhaupt hierbei übersieht, dass es Menschenkinder giebt, die viel weniger wissen, als er, und denen es eine Wohlthat ist, wenn man ihnen bei dem Versuche des Eindringens in dieses sachlioh schwierige Gebiet des Talmud nicht noch die Bewältigung der sprach* lieh e n Schwierigkeiten zur Vorbedingung macht. Dass jede Uebersetzung eines wissenschaftlichen Werkes derlei Schwierigkeiten bereitet, dass man sie überwinden kann, ebenso [wie es begabten Geistern gelnngen ist, die Schwierigkeiten bei der Usbertragung von Dichterwerken wie Shakespeare, Heine und Jean Paul zu beheben, obwohl es auch da nicht an Schwierigkeiten fehlt, die sich dem Wortspiel der talmudischen Schrifterklärung an die Seite stellen lassen. 1. Bei unserer Kecension der ״Hehr. Gedichte“ von Dr.i Mandelkern (No. 10 des Litt.-Bl.) hatten wir Anlass genommen,I aut' Vers 4, Strophe 4 der den Chassidismus zeichnenden No. 321 (S. <>4 der ״Gedichte“) aufklärend Herrn Rodkinssohu hin-J zuweisen, der irgendwo in seinen Schriften bekenne, die Abbreviatur ח׳ נ nicht zu verstehen. Die verehrliche Redaction strich aber diesen Passus unseres I Manuscripts, in der Meinung, die Richtigkeit unserer Bemerkung I bezüglich Rodkinssohu's werde starkem Zweifel unterliegen. Wir sind nunmehr in der Lage zu constatiren, dass Rodkinssohn in seiner Schrift (תפלה למשה (מקוצי über Ursprung und Entwickelung des Phvlakterien-Ritns bei den Juden S. 151 zu den drei Worten eines Citats ״ובעלי ח״נ״ (Zeile 1 von oben) sub (12 notirt: אודה ולא אבוש כי הר״ת הזה לא ידעתי ביאורו,. Ist das ״zweifellos“ genug? Wenn sich aber Herr Rodkinssohu, der Verfasser verschiedener hebräischer Schriften und Redacteur verschiedener hebr. Zeitungen, ״des Selbstgeständni8ses nicht schämt, die fragliche Abbreviatur nicht erklären zu können“, 80 diirfteu wohl auch etliche Andere sich in gleichem Falle befinden, und cs erscheint uns nachgerade die Notiz noch weniger überflüssig als früher, dass — ח״נ ־ חכמה נסתרה. geheime Weisheit•, Geheimlohre, und בעלי ח״נ• (oder rn *־־ (״ודע Kenner derselben (Gnostiker). K r o n e r - Brandenburg. H. Glaube ich, dass es wohl möglich ist גזרה שלה durch ״einen Schluss per analogiam“ zu übersetzen und dabei anzumerken, was diese von dem logischen Schluss per analogiam unterscheidet. IH. Die Termini technici sind entweder gar nicht zu übersetzen und in dem Index rerum zu erklären, wie etwa ״Sch’ma“, oder man könnte z. B. wohl תפלה ״das Gebet“ übersetzen und der eingeweibte Leser wird wohl wissen, welches Gebet darunter gemeint ist, es kann dies auch in einer Anmerkung einmal erklärt werden. — 2. lfer Grabstein des R. Juda b. Tarfon. Das Interessanteste׳ au den in der Nähe von Joppe gefundenen altjüdischen Grabsteinen ist die Mischung, resp. der Uebergang von der altjüdischen zur assyrischen Schrift (כתב יהודית1)1זגי כ, אשורית) Der Buchstahe ק beispielsweise ist vollkommen aus der altjüdischen!semitischen, sogen, samaritanischen) Schrift, das א: ein Uebergangstypus, das ש ähnlich dem ש unserer sogen. Raschischrift. — Meine Aufzeichnung lautet in der ersten Hälfte הדא קבורתא דיודן ברה דרבי טרפן בירכי, doch geschah dieselbe in grosser Eile bei einem Besuch bei Herrn Baron Ustinotf, der ausser diesen gut erhaltenen noch mehrerr minder gut erhaltene Grabsteine, einen mit griechischen Worten, besitzt: H. »lei oh am .u: ,ftaggabal) für fßeftad) mit Itcberfefcuiig, beutfd)cm Gommeittnr uiib mufifnlifdjcr Beilage non 3• 351• japbet Oltcrlaao. 3. ftauffmanu itt ffranffurt n. 3Df.) 9>reie geh. 70י l?i, in 'f>r<ul)tbanb mit ®olbfdjnitt SM. Endlich spricht Herr Friedmann von den häufigen Interpellationen, die den eigentlichen Gegenstand der talmudischen Abhandlungen so mannigfach unterbrechen. Dafür giebt der Verfasser je zwei haggadische und halachische Beispiele, die allerdings von Meisterhand gewählt sind, aber gerade duroh sie hat Herr Friedmann das Gegentheil seiner These bewiesen, deun er hat gezeigt, dass man durch Verschiedenheit des Druckes, durch Klammern u. dgl. sehr leicht ein viel anschaulicheres Bild erhalten könnte. Das Schlusswort wendet sich auf Grund der angeführten Stellen gegen die von Bloch neuerdings aufgestelle Ansicht, der Talmud sei lange, Zeit unge- Bismark’s Verhältniss z. Glauben, insbesondere znm Judenthum in 4 Oapiteln (Cap. 4: B.8׳ Vor• urthelle gegen aie Juden) versendet gegen Einsendung von 20 Pf. lranco die Exped. d. Bl. (8 Exemplare tür 60 Pt.! 3b'i Slbolf 601)11 '-bering tmb i'lntiguariot, 'Berlin W., jiot'L bnmerftr. 14, c1jrl)ict1: vJrbcrrn ü&Plf, geh. £>einemamt, f^odibud) fiir i6r. fraurn. 5ld)tc ieljr vermehrte nnb wer־ bejjcrte '•)!!!)läge. 'Breie eleg. gcbuiiben ü)t. 3.N». *Braftifdv öfonomiftb 11. febr rmvfcülcjietoerth. ID >50 In meinem PdlSlOIlät tlndfen zu 0 s t e r n noch einige Knaben, welche die hiesigen gediegenen Schulen (Gymnasium, Real* g y in n a s i u m etc.) besuchen sollen, Aufnahme und Nachhülfe in allen Unterrichtsfächern. — Conversation iu neuern Spra. chen. — Reste Referenzen. Habb. Dr. Kroner 1072] Vennon. Jt naben, bic ba* ijicjinc ffimnnafium ober 9fcal:(8t)mnaf an beiten id) :h'el.־llmerrid)t enteile, bejitdjen )'ollen, finbeu bei mir ircnnbl?liijiinbme, 'Benu|iid)tigunq 1111b] 9fodjl)iIfe. ' [1BL SCRiitbcu i. HL t'icpmaiiiiefobH, t|Jrebiger.| pe 6 'y^Teidenslanfer, Berlin NiV. Plsnisc’s j iS m. monati.j Beil-Orgeln) Katalog grat I 129.)! מצבות Rabrif gegriinbet 1847. Wräfjtee Wefdtäft nnb Säger von XbeuP* malern in (Srauit, 2ne11if, ] DJtarmor nnb £<111bftcln. Tie ')Inbfiiljrung von ürrbbegräbniffcit ] nnb grüfteren 'Bauten loerbett pt billigitcn '!keilen beiten* mt*gemlut. M. Zachart,!Berlin, ')J.Mönigitr. 8. Elberfeld. כשר HötdFaik שר: israel. Hotel I. Ranges, nabe. 1 dem Bahnhof und d. Pferdebahn, nach Parmen. 7 Hvusburschen, j am Bahnhot. Billige Preise, in Brandenburg a. H : Gauz neu eingerichtet. fPi 15׳. ■ t Verantwortliche! Redacteur Dr. Rahnier. Magdeburg. Druck von D. L. Woltf, Magdeburg. Verlag von Robert Friese, Leipzig.