Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 14 (1885)
- Issue
- N° 9. (26.2.1885)
- Date
- 1885-02-26
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Amalek gilt als der Urtypus aller nationalen und ligiösen Feindscbait gegen Israel. Gott hat von Wer trostreich verheisseu, er wolle ihr schon ein pde bereiten (אדחה) , aber er giebt auch Israel kliueud aut, dass es selbst mit dafür tbätig sei, ־"ד־.), denn es liege mit in seiner eigenen Hand, leses Ende zu beschleunigen. ״Sei stets dessen ein* Jdenk׳‘. rutt die Schrift Israel zu, ,.dass Du nichts!!־säumest und Alles timest, was dazu geeignet ist, kn anderen Menschen die schlechte, feindselige Mei- 1mg von Dir zu benehmen und eine gute, fretiud-!he Gesiuuung gegen Dich aufkommen zu lassen, prgiss es nicht! ״So wird uns alle Jahr aut’s neue!geraten bei dem Feste der Erinnerung an die feindige Verfolgung der Juden durch llaman (Kxod. 1 7,s ut. lT.,171. Zu den antisemitischen Anklagen gegen Israel hört auch die Behauptung, dass in Israel die Feind- [liaft gegen die Völker, gegen alle Nichtjuden, herej tar, dass die Neigung zum Betrug Israel vom Stamm- ן ter Jacob her eigeu und vererbt sei. Mau bedenkt |cht, dass diese Behauptung auf Esau zuriiekgeht, 0 bruderfeiudlick, nickt antisemitisch ist, durch stammung, Blut und Race etwa begründet, denn j au, der leibliche Bruder Jacob’s, entstammte doch : mselben Blute, war von gleicher Familie und Race. 1 au missdeutet nur in feindlicher Absicht den Namen; acob“, der diesen Namen, welcher ״Fershalter“ be• j!ntet, trägt, um seine Anhänglichkeit und Liebe , gen den Bruder zu bekunden, während Esau in I alschheit und Missdeutung den Namen ״Fershalter“ j affasst als einen, der' von hinten fasst, und nun 1 100b als einen Hinterlistigen, als .•inen Betrüger j ezeichnet. Diese Zweideutigkeit liegt einmal im amen, ist wenigstens hineingelegt worden. Um מ-׳י der falschen Deutung vorzubeugen, oder weuigens um sie zu paralysirett und Jacob von dein 011a-! ikter eines Hinterlistigen und Betrügers freizu- I rechen, wird Jacob’s Name in ,Israel“ verwandelt, und zwar gleichsam von Esau selbst.*) d«-r Jakol.'s Streben später als verdienstlich anerkannt und, um.- mehr versöhnt, ihm. sein früheres Benehmen vergelten hat. ״Ich sehe“, sagt er, ״Du trägst «len Namen Jacob mit Unrecht, Du musst Israel, d. 11. einer, der für Gott und seine heilige Sache streitet, genaui.t werden, D11 bist nicht einer, wie ich irrig glaubte, der in Habsucht und Hinterlist fremdes Gut zu gewinnen. sucht‘, sondern, wie ich nun überzeugt bin, das eigne Gut und Leben im Kampfe und Dienste für Gott opfert.“ Um aber die Höhe einer solchen moralischen Gesinnung auch bei Vater Jakob ltackzuweiseu, verweisen wir auf einzelne Aussprüche in Jacob’s Segen (Gen. -11*). Der starbende Vater, welcher seine Söhne an sein Krankenbett berufen batte, spricht «machst zu seinem Erstgebornen Ruhen und hält ihm seiueu Uebennnth und Leichtsinu. besonders aber, als Folge . davon , die Unsittlichkeit seines Familienlebens vor. Jacob spricht (V. I): ״Du (Ruhen, bestiegst das Ehebett Deiues Vaters, damals hast Du es entweiht; — mein Ehebett hat er bestiegen.“ Mau sieht es den letzten Worten Jacob's an, (lass sie im tiefen Schmerz über die sittliche Entartung seiues Sohnes gesprochen worden sind. Er hat sich dabei gleichsam von Ruhen abgewandt und, in sich versunken, still für sich gesprachen, oder sclimerzerfüllt laut ausgerufen: ״Mein Ehebett hat er bestiegen!“* , Zunächst ist also Sittlichkeit im Charakter und Leben Jacobs festgestellt. Wie bei Kuben die Unsittlichkeit, sjO tadelt Jacob bei Simon und Levi die Gewalttätigkeit (V. -'•(. Sie hatteu Gewalttat in Sichern geübt •Gen :!11. zwar in sittlicher Entrüstung über eine andere Gewaltthat, welche an ihrer Schwester Dina verübt worden war; aber es blieb eine Gcwaltthat und Hinterlist, zum Theil au Schuldlosen und Unbeteiligten verübt. Jacob wandte sich in schmerzlicher Entriistung auch von diesen seinen Söhnen ab und wies alle Gemeinschaft mit ihnen, ihrer Denk- und Ilandlungsweise von sich. Also Jacob tritt auch für G erechtigkeit, wer sie auch zu fordern habe, und gegen Ungerechtigkeit und Gewalt ein, wer auch davon betroffen werde; selbst wenn uns Unrecht von Anderen widerfahren, besser Unrecht leiden, als Unrecht tun; selbst wenn uns Feinde und Fremde gegenüber stehen, auch der Feind und Fremde hat Ausprucl. auf uusere Gerechtigkeit, wir sündigen gegen ihn durch Verübung von Ungerechtigkait und Gewalt. So spricht Jacob. '! l>t*r KngM dt*■״* Kam|)K**» ■iJ.'i > 11 , i-1 V -Art י,' י*•' *' iJics i>* \\׳(»I11 «1 i«* «•imitch-»!«׳ I)<*1׳tun^ *1**יי •«Irtvi♦!־ ייצידעלד. VI).■*■־ י־,•.!*!•״rh11‘׳ n iVr- >11•■־»״• ■ K-*׳I U-