Mannheim
Compact Memory

Jüdisches Litteratur-Blatt · 1885-02-12 · N° 7. (12.2.1885) · p. Seite 28

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
14 (1885)
Issue
N° 7. (12.2.1885)
Date
1885-02-12
Page
Seite 28 (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
84% known words query
IRI
…/6492408-5990839-5991069--0597-5367932
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

— 28 — Verfassers, wozu dieser dringend auffordert, ernst 'elbstdenkend prüft und — die besten sich zu eigen macht. ן Wir scliliessen mit dem Wunsche: Das Buch möge überall viel fördernde Theilnahme finden. Brandenburg a. d. H. Rabb. Dr. Kroner. Mission des Juifs. Par 1' Anteur de la Mission des Souverains. Paris, bei f'alinanu Lövy IsSf '.*17 S. I. (Fortsetzung.! In Lösung der socialen Aufgaben der Religion könnten sieh Judenthuni und Cliristriitlium sehr wohl ] i’inandt-r!lie Hand reichen, sie seien im Sinne sorialer Religion nur eins. Das scheint nun eben nicht neu, ja fast wie ein Gemeinplatz. neu aber ist es in den Conseijuenzen, die wir da bei den Verfasser ziehen sehen, Gegenübei der oft gehörten Behauptung, dass die Religionen ihre ('ulturmission für absehbare Zeiten gelöst, gleichsam ausgedient hiitteu, gelangt Verfasser vielmehr zu dem umgekehrten Schluss, dass wir kaum angefangen , das geistige %oder geistliche Vermacht niss der Iteligionsstitter wie das eines Mose, eines Jesu in Vollzug zu setzeu; das Meiste bleib• ••ben noch zu tliuu: die Religionen hiitteu sich uur vorerst auf ihre ursprüngliche Bestimmung, ihre wahre Aufgabe zu besinnen, um mit• Zurückdrangung aller Nebenabsichten mit vereinten Kraftui im Streit der Interessen die socialen Ideen der Religion siegen /.זי machen. Durch alle Religionen gehe als gemein- 'Hiner Zug das Bestreben, die Menscheu zu verbinden, zu vergesellschaften, zu einen durch die Weisheit, «lie Gerechtigkeit, die Arbeit. Das ist ihr universeller Zug. Die Sonderinteressen, die den Frieden der Ge- Seilschaft bedrohenden Weltherrschaltsgelüste sieht Verfasser nicht aut Seiten der Religionen, er sieht sie vielmehr auf Seiten der heutzutage allmächtigen Politik. Auch die jüdische Religion, urtheilt derselbe ganz richtig, hat ihre universelle Spitze 1,.but universeli, ethnisch, national ist nur der officielle C'ultus im Judentlmm Alle Religion ist ihrem innersten Gehalt nach universell, die nationale Beschränktheit trifft nur den Cultus. Die Politik, nicht die Religion sei die Mutter des die bürgerliche Gesellschaft trennenden, zerklüfteiiden Panslavismus, wie des Panlatinismns und Pangermanismus: das ist der Geist Machiavelli's, der wieder aufzuleben droht, iu unseren Tagen, gegen den -ich die Religionen sammtlich zusammenthuu müssten, wen« auch nur die Nationalitäten selber in ihrem Bestände gesichert sein sollen. Es ist eins der schwunghaftesten Partie!, in dem vorliegenden Werke, das ('apitel XIX, worin vorstehende Fragen beleuchtet werden unter der Ueberschrift: I.es proplmtes Juifs *•t le Gouvernement gi'm'ral, dem wie zur Folie beigesetzt ist: Rome, ses iustitutions empiri.jues und Dissolatiou de 1' aucieu monde. Die Gewalt seiner Ausführungen wird noch packender, wenn man bedenkt, wie hier ein französischer Schriftsteller zu durchaus entgegengesetzten Schlüssen gelangt, als der Deutsche, Ed. v. Hartmann, ohne dessen Buch auch nur gesehen zu haben. Dieser träumt von Weltherrschaftsgelüsteu der Juden, sieht in deren Betheiligung au der vaterländischen Politik, ja — es ist zu pos- 'irlieli, um ernst gemeint zu sein — iu der sögenannten jüdischen f'apitalmncht nur jüdisches Sonder-!!;!«׳resse, gleichsam Vorarbeiten liir die Verwirklichung des jüdischen Wcltherrsehaftstranmes, die Sache der jüdischen Religion hält er für abgethan mit der ziemlii'b billigen Wei'heit. sie zu den National-Religionen za werfen, die allerdings nicht mehr lebensfähig sind; nmgekehrt findet der französisch• Schriftsteller, dass alle Religionen, und nicht zum Mindesten die mosaische, im Universellen gipfeln, was er auf's Schlagendste und Beredteste an dem Beispiel des Deutero-Jesaja erweist, die Sondergelüste und Sonderbestrehnngen aber, wie gesagt, sieht er nicht auf Seiten der Religionen. vielmehr auf Seiten der politischen Combinationen. Das-Trenuende ist für ihn immer mir die Tagespolitik, der sociale Versclunelznngsprocess, soweit er sich vollzogen hat oder noch vollzieht zwischen Bürgern desselben Vaterlandes, »ie mögen Juden oder Christen sein, sei gerade eine Frucht des in allen Religionen lebenden Social- Geistes. Es braucht nach dem bisher Mitgetheilten wohi kaum noch gesagt zu werden, dass unser Autor die Theorie vom Blut oder der Rasse als einer Völkergrenze oder Völkerscheide verwirft, sie ist ihm zu grob naturalistisch.!1 ie Ideen allein sind es, wonach sich «lie Völkerfamilien, heute wenigstens, grnppiren dürfen,! Fortsetzung folgt.; Notizen. 1. ln iler ct\ 1 u>׳!.■Leisc5 ■n Notiz »mter 1c iu No. 1> äs. Bl. niiii'lit Herr Dr. Caro-Pilsen daraiit aufmerksam,!fas* Kürst'.' lielir. und .•bald, llandw.'.rterbuch s. «.”דבל irrthümliili angeln•, dieses Wort knnune mit E'JJtH verliunden I. II. in No. ■i ds. Bl. ist walirselieinlieli Drnekleider!) Sam. *iö, 1' and •ü'.li vor llierzn sei unsererseits!1׳*cli liemerkt: •lene irrthiimlichc Angalie findet sich sogar in der dritten (neuesten) ..verbesserten und vermehrten*' Anllage des gedachten Wiiiterlmches, bearlieitet \m1 Dr. Vict״r Itvssel. Dcrsell>e sagt in der Vorrede zu dieser Auflage: er nls'rgelie der OclVentlichkeit .lie 1'nicht einer mehr als zweijährigen sorgsamen mid angestrengten Thatigkeil: lerner: sammtlich.■ *'itale aus dein A. '1'. seien genau revidirt worden pp. Wir wollen mit dieser Bemerkung das Verdienst, das sieh U\ssel durch di« fragliche Thatigkeit um die hehr, und chald. l,exikngraphie envorlsn hat. keineswegs verkleinern: wir wollen damit ■ unter Bezugnahme aut unsere heutige Besprechnng der «'lirestoinathie Fischers wieder einmal exemplilieireu. dass siel;, um Rvssefs eigenste Worte zu gebrauchet! so manches talsche *'itat wie ein Krimhel ans einem Buche in das andere verpflanzt, und .lass zu satirisch-kritischer Mi krologie attsserst leicht deder überall Veranlassung linder, «ler sie «dien sucht. Wir wünschen .so|«׳hen Kxcmpliiicationcn im Iitteraris« l1«׳n Interesse mein• Bi-nnksi« )itignng als sie g«•- wohnlich erfahren. Wi'iin übrigens l'ürst דבירה, eigentlich ...rückt« Masse, «Iahet׳ Keigcukneh1•n ..der Feigenniasse, von ^רבל z itsatti 111 en«l rite ke n allleitet 11u«l als ««rg. Wurzel dieses hel.r. Vertimns ביל(™) aiitliihn, di«• siel« auch in .לרביל. נ״ביל ל~”“ mul 1 דביל■ lind«•: nu.l wenn er ,דבילך tttit dem grieclt. gaz.Zil-T, zusauimenslellt. wchltcs lelztere aus dem aram. לבל^הא nach Wegwcrlnng «les ך ge’.vor«le*1: so nii'ichten wir hierzu m«ch!*•merken, «lass jene ««rg. Wurzel aneli in «lern griei-h. Verl«, von «lein nach Kinigett •s. z B. Bciisoler-Bieckhcr's grieclt. Worterh.1 ~וו־1וג./ג, stauunen soll, tiauili«•!! iu ”/.ול׳ל־ג•), verwaiult mit St. ~/.x platt. Hach, alt«!. Haelt, hla«*h •Blachteld), planus St. pla nuttritt; «lass aneli nach Kaschi zu 2 K. -O.i «lie Feige, wenn sio z 11 saut me ngc p 1׳ e sst <C“X«Tr) ist, ,לבילל heist, und «lass aut *'■rund «ler eigentlichen, weitem IlediuttnTig ( ziisammeiigeilruckte Maw| nz/.iür, im griei li. Schrirtthuin auch als Nusskuehen. gew.dmli.lt allerdings als Feigeuknehen vorkommt, wie auch lat. palatha in «lieser Bedetitnng Vnlg. Judith 1*» erscheint. K rmt e r* Brandenburg. ־-'. Für «las rathselhatte 1" שילה Jacoh's Segen Gen. V.'.JO) m«•ilite ich ■lie *:״nj.-.tur 0ליש> שלש;Vorschlägen. ש »ler ש* am Knde «les Wortes kann, ninleutlicli geschrieben, leicht für ה gelesen woidett sein und so als fals. he!.«•satt sich weiter vi-rhreitet uml erhalten Italien. Alsmaii ,לד«? las, hat inan alsdann corrigirend צילה' geschrieben. was um -0 erklärlicher ist. als ehemals Vor «ler Putt. taUon :11matci Ie« ti..nis l'itr den Vocal i gescliriid.en winde. febrige״«. kotmut auch «lie Schreibart ׳*'•' שלה• eben'•• wie שלש. Mit «1 ■!•»ז.«-.art ׳׳1» י־! שלישr Silin des Ver-C' leicht und klar zu tas-en Ders.-Ils■ '].licht '״» der politischen Th.itigkci! m״| Wirksamkeit Judas, von seinem geistig religio-en ..׳ler gar nn׳ssi:mis< heu Ilest!-<• Imngeti ist nicht die itede |{ \ . t.iiifw itli. ׳),. r Kc.1.1. rem Dt Italin.ci. Magdeburg. Druck Volt I*. 1.. Wollt. Magdeburg. Verlag voll!i..!.;1t Friese. LfiplUg.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.