Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 14 (1885)
- Issue
- N° 7. (12.2.1885)
- Date
- 1885-02-12
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Hella({«□ mit IS Mark, lieriVlni.-t m״l -i״,! an die Kxnc.iitioi, dieses Blattes zu send.•!.. Kt* Buchhändler, welvln* .1111• 01 «kUm׳ «luivh U.l.ort Frie I 11 11 :111ו*ג W i s ־«•י וו י> א ha I 1 ז i »• )1 e Aufsätze: Aliu׳<| Meißner und Friedrich Spirlh.i^eM. ־ Jiidis• he K<*i>*‘11dc. L i 11erat n rhericht. H׳׳ccn.s1״!)t11׳: KlmIh•!•. Wahl•. I)r. Hern• hard. Tahnudisrlii• (')irr-stoinathie liehet Ann1«,rkun^1־n. Scholien und <ih»s.sar. ■ Mi.vdnn des.lnifs. J'ar )*Anteur de la MUdi«׳D •les Souverain•». Paris, hoi (,alinanu l־1״\v IN>|. D17 S. I. י Fortsetzung!. N nt izen. Nachdruck nur mit ־voller Quellenangabe gestattet. Alfred Meissner und Friedrich Spielhagen. (״Zur Ju<lt11׳rra1;t‘‘*.1 Nachdem Ed. v. Hartmann's jüngstes Opus von Neuem zu eingehenden Besprechungen über die sogenannte Judenfrage in diesen Bliittern Anlass gegeben, in denen die irrigen, ans Unkenntuiss des Judeuthums hervorgegangenen, wirklich antisemitischen Vorurtheile oder Schrullen jenes grössten Philosophen unseres Jahrhunderts widerlegt und zurückgewiesen wurden, dürfte es nicht überflüssig seiu, noch ihm gegenüber die Urtheile und Meinungen wiederzugeben, welche zwei berühmte Schriftsteller. A. Meissner und K. Spielhagen, in ihren neuesten Schriften über Juden, Judenthuni und .Indenfrage anssern und kunilthnn In ,Geschichte meines Lebens“, Bd. 1, ׳•liarakterisirt Meissner unter Anderen zwei seiner Freunde, welche Juden waren. Seinen Jugendfreund Moritz Hart man 11 schildert er als ,eine glücklich organisirte ui'd wirklich ursprünglich liebenswürdige Natur“, mit «1er er all« politischen Ideale unserer Zeit: freie Staatsformen, Ausgleich der (JIa.ssenuiiL-r.'chiede, Toleranz und Friede auf politischem und nationalem Gebiete geträumt. Obwohl in den dreissiger Jahren beim Schriftstellern weit weniger an Gelderwerb gedacht wurde, als heute, habe II. mit Lust und Liebe schon in seiner Jugend sich dieser Beschäftigung gewidmet, und ״es flogen ihm Lieder und Balladen zu, wie einem Musiker Melodien“ lind weiterhin S. 51i heisst es: ״II. war Jude, aber die vielen Schmerzen, welche die Juden von heute plagen, hat «r meines Wissens nicht dtm hgemacht, Kränkungen '■einer Abstammung * Ilic 1• ■ •11.*•vm11.1׳ <׳ Artikel ■le. II.•mi 1*1 Krön•׳!׳ lt 1• 1111 1׳ c 11 ׳׳u 1• ■il'ci׳ •li.׳ ..t.'. .I.uiki n״ - X•׳. I 11׳.■I I יI•■ - 1.!זt.-i.uurl'l. . liiinci'M ««11■ 11 -11״.ein!.1׳ l11 סו׳ .••*!י.1וי.■ 1 11״.-■ i. Si'Mii-s .11-1׳ l.i’ii.'l). Irl. 1׳ \rtik. i in ■ I!1 ׳ ..W״•:.׳״' ■-!! >.! ■״ . IJc-■ 1 se in l,eip/.i^ liiMTan׳ einsen.len. erii.ilti'ii .'.~1 ' K.iH.iii ־mfl wegen haf er nie erfahren. Damals, in einer Periode des Flmnanismus, hatte mau den Juden gegenüber das Gefühl, sie Jahrhunderte lang in rin Ghetto gesperrt und sie darin nicht selten misshandelt zu haben und empfaud ein Bcdürfniss, das U nreeht durch Schonung gut zu machen.“ Wenn indess M. — wie aus den auf diese folgenden Zeilen liervorzngehen scheint — “s als ein Verdienst des gebildeten Juden Letrachtet, dass er *ich in der Zeit des Liberalismus vpn seinen ״Traditionen“ abgekehrt, so können wir mit ihm nur dann übereinstiminen, wenn unter diesen jene nicht wahrhaft religiösen Traditionen gemeint sind, welche gegen Erziehung, Bildung und Sitten im modernen Sinne etwas Voreingenommenehatten. — Noch an eitler zweiten Stelle kommt M auf Eigenschatten des jüdischen Stammes zu sprechen, da, wo er über Jacob K an Inian n handelt, ״einen Namen, der unvergessen sein soll, wenn mau von deutschen Schrittstellern spricht, die aus Böhmen hervorgegangen.“ Nachdem er ihn als einen Menschen geschildert, der immer unendlich grösser als seine Stelluug. sein Name, seine Anerkennung war. als einen geistreichen Meister in seiner Filigran-Arbeit. fährt er also fort: ״Der jüdische Stamm, so eifrig auf Erwerb bedacht 1? , hat andererseits auch Naturen aufzuweiseu, welche den Erwerb ganz verschmähen und fast selbstlos scheinen. So war gewiss Baruch Spinoza, so Moses Mendelssohn, so war auch Jakob Kaufmann. Hatte er sein warmes Stübchen, Feder und Papier, so wusste er, ein Stoiker edelster Art, seine bescheidenen Bedürfnisse zu «lecken u11«l war glücklich auf seine Weise. Sanft, gut, anspruchslos, war er «1er Berather aller Gestenreicher. die nach Leipzig kamen, wolern sie seines Autheils würdig waren ... Kr hatte keinen literarischen Ehrgeiz. Die Arbeit selbst war sein Lohn.“ Nach «len obigen, «lie ״Judenfrage“ streifen«!*•!! B«־m«1׳ku11gen M.'s sollte man meinen, «r k11»'׳ute nicht wi'hl über BerthoM Auerbach sprechen, ohne naher auf jene einzugehen oder sie wenig»!*;ns zu!׳••rühren. Merkwürdiger Weise g«‘*chi«‘ht di«׳s mit keinem Wort«. W»' imh-ss von ihm ignorir! wir«i \1vilei׳.ht «lass M in •lein II. P! seiner ״Ge-ehirh»••■‘, ׳l«r meines