Das jüdische Literaturblatt
- Journal
- Das jüdische Literaturblatt
- Volume
- 10 (1881)
- Issue
- No. 51. (21.12.1881)
- Date
- 1881-12-21
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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51 .©זג• Das JTahrg. x. Jüdische Literaturblatt. Znr Belpachtnnjr *Her Jaden• thnm and Jade* betretende* literarisch. Erscheinungen *nf dem Gebiete der Philosophie. Geschichte,Ethnographie,Theologle.Orlentalla, Exegese, Homlletlk, Liturgik, Pädagogik. Herausgetreben von Kubbiner Dr. Moritz' Kalimer. Ma!fdebur{c, *21• December IW81. BBeher der einschlägiges LI• terstar, welche der Bedaetlon xagessadt werden, linden in dlesemBlntte elngeh.Besprechnng. BelEinsendang ronwel Recensionsexentplaren erfolgt *acb Erwähn. I. d. Wochensohr. Das ״Jüdlrelse lilteraturbl•((“ erscheint wöchentlich in einem halben Bogen; Preis bei allen Buchhandlungen (in Leipzig bei Robert Fliese) pro J ah rg an g: 8 Mk. Abonnenten der ״Israelitischen Wochenschrift“ (die viertel.iährl. bei allen PosUnstalten nnd Buchhandlungen 3 Mk. kostet) erhalten das ״Jüdische Literaturblatt“ gratis. — Inserate werden mit 2ö Pf. für die drei ge spaltene Petitzeile berechnet und ausschliesslich entgegengenommen durch die Ceutral-Annonceu-Expedition von Gr. JL.. Daube dt Co., Frankfurt a. M., Magdeburg, Berlin, Hamburg, Cöln, München, Zürich, Wien, Paris. Iniialt! Wissenschaftliche Aufsätze: J. Salvador. Von Dr. Lewin, Rabbiner in Coblenz. (Schluss.) — Bemerkungen zur Massorah auf Onkeles. Von S. B. Schefftel in Posen. Literaturberichl: Recensiouen: Taussig, Salomo, Meleches Scblomo, II. — Jellinek, Dr. Ad. Der jüdische Stamm in nichtjüdischen Sprichwörtern. — Revue des etudes juives, Nachdruck nur mit voller Quellenangabe gestattet. J. Salvador. Von Dr. Lewin, Rabbiner in Coblenz. (Schluss.) Es ist leider kaum möglich, hier aus unserem Huche grössere Auszüge zu machen— und doch ist dieser Theil der reichste, spiegelt er am deutlichsten das Wehen des religiösen Geistes in seinen mannigfachsten Schattirungen und Abstufungen ab, und bekundet so, wie treu der Verfasser seiner Pflicht nachgekommen ist. die ihm als Erben der Werke seines Oheims zu Theil geworden ist. Dessen 40jährige Lebensarbeit erscheint dem zärtlichen Verwandten natürlich aus einem Gusse stammend, ein vollendetes Kunstwerk. Uns dürfte nach den 3 ernsthaften Akten der vierte vielmehr als ein Salyrdranm erscheinen. Allein der edele Sinn, das wahrhaft kindlich Reine des Gemllthes söhnt mit den seltsamen Quersprüngen aus. Und im Grunde ist Salvador's neue Weltreligion doch nichts Anderes, als ein philosophisch durchdachtes, der Formen entkleidetes .lud eilt hum. Mit sorgfältigster Peinlichkeit —. davon legen die Hriefe an seinen Verleger Zeuguiss ab — beginnt der t>5,lä!1rige die Revision seiner Schriften. Von 18(!2 an bis Anfang 73 erscheinen sie alle in sorgfältigen Ausgaben — frei lieh lindet S. eine Ehre darin, dass seine Werke ihm so viel gekostet haben. An die Vorreden knüpft sich nun ein nochmaliger Gang durch die wissenschal'tlichen, religiösen und politischen Restrobungen bis in die neuesten Tage hinein Die Tübinger Schule, Spanier und Deutsche (Bunsen) — die verschiedenen ,.Leben Jesu“, selbst!lartmaun's ״Religion der Zukunlt“, werden eingehend gewürdigt. Salvador selbst sprach sich in den Vorreden zu den neuen Ausgaben über seine Absichten und Ziele aus. Die Religion als politisches Agens tritt in beinerkensweriher Weise hervor: ,In meinen beiden Schritten, die sich auf das ״ebr. Volk beziehen, habe ich mich bemüht, das hervorireten zu lassen, was man heutzutage (1862) die ״jüdische Frage“ nennt, aber die jüd. Frage mit dem Gepräge ihres originalen und schöpferischen Charakters. In ״Jesus Christus‘" wie in der ״Röinerherrschafi“ wollte ich die Grundlagen der christlichen und der römischen Frage aufsuchen. E8 lag mir hauptsächlich daran, z<1 erkunden, wie und warum die beiden Sieger des alten Jerusalem, Rom, die mit politischen und kriegerischen Mitteln diese Stadt niedergekämpft, und der religiöse Sieger, das Chris ten thu m, dahin geführt worden sind, diese feste Verbindung einzugelien, welche den römischen Katholicismus oder das Jerusalem des Mittelalters gegründet hat. Die innige und solidarische Verbindung ihrer materiellen und geistigen Interessen bildet — was wohl ohne Widerspruch bleibt — die Haupischwierigkeit für unser Jahrhundert. Will man diese Verbindüng erhalten oder brechen, jedenfalls entsteht damit eine Frage, mit welcher — wie ich nach Allem glauben muss — noch lange Zeit mehr als eine politische Gestaltung, mehr als ein Concordat, mehr als eine kriegerische Macht wird zu kämpfen haben. In meinein Schlusswerke ״Paris etc.“ hahe ich mich bemüht, die innerste Natur der heute vorherrschenden Schwierigkeit aufzuuecken, die Bedingungen, ausserhalb weleher weder das angebliche System des InditTerentismus, noch die willkührlichsten Sprünge, noch die gesehicktesten Auskuul'tsmittel irgend etwas Dauerndes oder Ernsthaftes zu erzeugen mir versprachen. Während so grosse Geschicluswerke in bewundernswürdiger Weise dem 1b. Jahrhundert sein Bild zeigten, habe ich in den engen Grenzen meiner Kruft den Wunsch gehegt, seine geschichtliche Lage in einem andern Bilde und in anderer Reziehung darzustellen. Ich wollte die geschichtliche und noch immer sich bethütigende Verbindung naciiweisen, welche unsere Epoche mit der eil1 feintesten religiösen Vergangenheit verknüpft, welche ihre Principien adelt, indem sie ihnen legitime Altnett giebt, welche endlich uns allen das unwandelbare Resultat jeder langen Civilisationsarbcit verschallen — eine Stadt, ein Jerusalem neuer Art in geistiger wie in zeitlicher Form.“ — Beachtenswert!! in man-