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Das jüdische Literaturblatt · 1881-12-14 · No. 50 (14.12.1881) · p. [Seite]

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
10 (1881)
Issue
No. 50 (14.12.1881)
Date
1881-12-14
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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No. 50. üas Jahrg. X• Jüdische Literaturblatt. ן Znr Beleochtnnc aller •Inden׳ thnm nnd JndeH betreffenden literarisch. Eraeheliiniice״ ».!f ] dem Ueblete der Phllnaophie. (ieacl>lehte.Ethn0fcraphie,TI1eologie.Orlentalla, Exegese, Homlletlk, Lttargik, Pädagogik. Herausgegeben vor l;״l.Inner llr. .Iloritz Hnli ".ד,׳ ״<——■-»—m—־ י--׳4-י 14■ Dcoember Bücher der elnsehlüxl^en bl. teratnr, welche der Re<laction xageeandt werden, finden in diesem Blatte elngeh.Besprechnnff. BelElnsendnng ron! Recenslonsexemplaren erfolgt nach Erwähu. l.d.Wochenschr. Das ״J Ulli *dir I.lterat urblaU“ erscheint w iic h e 1111 i c h in einem halben Bogen; Preis bei allen Buchhandlungen (in Leipzig bei Robert Friese) pro J ah rg an g: 8 llk. Abonnenten der ״Israelitischen Wochenschr.ll“ (die vierteljilirl bei allen Postanstalteu nnd Buchhandlungen 3 Mk. kostal) erhalten ■las ״Jüdische l.neraturblati“ gratis. — IsiHermtr werden mit 23 Pf. für die dreige• spaltene Pelilzeile berechnet nnd ausschliesslich entgegengenominen durch die Central-Annoncen-Expedition von G, Daabe Ä, Co., Frankfurt u. M, Magdeburg, Berlin, Hamburg, Cttln, München, Zürich, Wien, Paris. I ■■ 11 M I ♦t *Wissenschaftliche Aufsätze• J. Salvador. Von Dr. Le• win. Rabbiner in Colden/,. tFortsetzung.) — Weshalb sind in Talmud und Midrusch die liusmonäischen Siegeatliaten nur schwach und so obenhin erwähnt? (Schluss) I. i I er n t u r b e r i c 111: Kecensioue״ : Tuussig. Salomo, Meleches Sclilomo, JI — Stein. Ludwig, Director der israei Schule in Wüizhuig; ,עכודי הנולד oder: Die Vorschriften der Thora welche l.-rue! in der Zerstreuung zu beobachten hat. - Notiz. Nachdruck nur mit voller tlueilenangabe gestatte. J. Salvador. Von Ür. Lewin, Rubbiu r in Cobleuz. ( Fortsetzung.) In diesem Britfweclisel ist eine gewisse Geneigtbeit von beiden Seilen bemerklich. Kinen wahrhaft erbebenden Kindnick dagegen macht das Schreiben eines andren literarischen Gegners, de* iiischol's von Mitroceo. Herrn Guillon, vom lti. Kebrunr 1847: ״Mein Herr! Indem ich meine Ueberzeugung aussprach in der Prüfung Ihrer Ansichten, scnäizte ich mich glücklich, dass ich öffentlich die Höhe Ihres Talentis und die edlen Gesinnungen anerkennen durfte! welche alle ihre Werke durchzieh. Unter den Kmlehrungeu, welche mir mein Gesundheitszustand seit einem .Jiilne aul'erlegi, ist eine für mich um peinlichslen, dass ich nicht mich Timekommen Uann, ihnen für das kusih.ire Geschenk y.n danken, welches Sie tu׳r mit ihrem neuen Werke gemacht buhen. Aber wenn mein Aller und meine Schwäche mich dies mich nicht eintnai hoffen lassen, so preise ich doch nicht weniger die Güie Gottes, dass er mir einen Rest meines A׳tgenliehtes bewahrt hat, um Sie zu lesen, und einige K1 eil.ei! in den Bewegungen ■1er Hänle, tim 111111-11 zu sehreihen, mit welch’ wahrer Achtung und welch' l;es1״ulrer Werthsehälzuug ich die Klire buhe zu sein ele.-t Terminier, der brillanteste Kewiewer dieser Zeit, hesprach 1m December 184(1 in der ,,Revue des deux Mondes“ Sulvtidors 3 Werke unter dem Titel ״L’116 brtusme et le christiunisme.“ ״Den Griechen verdunken wir Wissenschaft und Kunst, den Römern Recht und Siaatskunst, den Juden Religion“. Kr nennt es deu Triumph der Vernunft und des Vers׳and•« über die Phamusie und die Sinne, dass die Ideen eines einzigen, ewigen, ims.ehibaren Goiies durch ein ganzes Volk erfasst und hethätigt worden ist inmitten des allherrschenden Polytheismus. Der Charakter und die Geschichte der Juden zeigen eine Vereinigung von Gegensätzen, was eine grossartige Wirkung hervorbringt. Auch während der Ausbreitung des Christenthums hat der Hebräismus weder sein Dogma, noch seine Hoffnungen anfgegehen. Die Grausamkeit des Mittelalters gegen die Juden wer tun so unerbittlicher, als sie von der Religion bestärkt wurde, und doch waren, zumal im 12. Jahrhundert, Juden die wissensreichslen Mensehen Europa's in allen Zweigen menschlicher Geistes- 1 Innigkeit. Spinoza nennt er einen Vertreter des hebräischen Genius in seiner natürlichen und urkräftigen Gestalt. Solche E9says bekunden die Wirksamkeit Salvador?. Durch ihn war eine Fülle von Vourtheilen und tradirteu Ansichten für viele Kreise vernichtet, war eite gerechtere Würdigung des Judenthumes und der Jaden ungebahnt, war auf die inmitten aller Gegensätze hesiehende geistige Verwandtschaft und innerliehe Verbindung des Judenthums und des Christenth.imes aufmerksam gemacht worden. Der wahre Christ isi wohl ein Gegner, kann aber kein Feind des .ludentlnuno sein. Pascal war Christ, darum verehrte er das Judeuthum — Voltaire war ungläubig, darum hasste er die Juden. Rousseau — der für das Ideale empfänglich war—hatte deu Ausspruch gethau: ״Die Majestät der Bibel setzt mich in Erstaunen, und tlie Heiligkeit des Evangeliums spricht mir zu Heizen "* Auch die ״Ieures persanes“ v. Montesquieu sprechen za Gunsien der Juden. Interessant ist, dass die Judenfeindschau Vuhaire e ne unangenehme literarische Fehde eingetragen hat. Der Albe Guinee schri h 17(iO gegen ilm: Briete einiger portugiesi-chea, deutschen und pol• niscli •n Juden, die so scharf waren und in solchem Mi.asse durclulrangen, dass Voltaire sieh b siegt erklittte. freilich mit den halb lustigen, halb bodi.ihen Worten: ,.Der jtlci. Briefschreiber ist boshaft wie ein Alf■•• fr heisst bis aufs Blut, du er scheiithar die Hand küsst, und am Finde proklamirt er alle Menschen als Brüder."‘ Salvador hatte seine Geschieh!e der Rninorherrschaft mit einem Gedanken gesell osseu, der iillen .lud 11 gemein ist, ihm aber als prophetische Vor- 8• hau der Anknüpfungspunkt hir en weiteres Werk wurde .Kr hatte gesagt: ,Dem Ewigen vertrauend

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