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Das jüdische Literaturblatt · 1881-08-03 · No. 31. (3.8.1881) · p. Seite 124

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
10 (1881)
Issue
No. 31. (3.8.1881)
Date
1881-08-03
Page
Seite 124 (sequence 4)
Language
German
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124 — rin dos Ringes, der die Kraft hat, bei Gott und Mensehen beliebt zu machen! •Wie einst das Judenthum die Menschheit gerettet hat dadurch, dass es das Christenthuin ans sich hat entstehen lassen, so wird es wieder durch eine solche Neuschöpfung der drohenden Barbarei entgegentreten.“ Geistvoll ist der Nachweis, dass dies Lessing's Giundgedanke war, treffend die Ausführung wie Nathan nicht ein Jude, sondern das Judenthum ist. Es wird Niemand gereuen, dies im Büchlein selbst zu lesen. Allein die Juden und das Judenthum werden nur insoweit des Dichters Zukunfts- Schilderung acceptiren, als das welterlüsende Kind des Judenthums nicht, von unjüdischem Geiste sicli wird erfüllen lassen, nicht nationalliberale Compromisse mit den gegnerischen Lehren und Ideen schliessen wird. Sobald Recha lebt, wie Nathan sie erzogen, wird sie die geistige Beherrscherin der Zukunft werden. Coblcnz. Dr. Löwin. Thesaurus« synonymoruin linguae hebraicae cum dissertatione de lorum vi quoad etyinon atque usum in biblicis libris, edidit Moises Tedeschi Tergestinus. Padova Prem. Tip F. Sauhetto 1880. (Auch unter dein Titel: אוצר נרדפי לשון עברי עם מחקר יבאר גבולם על פי מקור שרשם ועל פי מקראי קדש מלאכת הצ׳ טשה יצחק אשכנזי מילדי טריאשטי יע״א.) Wer mit so edlen und uneigennützigen Absichten an die Veröffentlichung eines Buches geht, erwirbt sich dadurch selbst das Wohlwollen des Lesers und des Recensenten. So sehr wir aber auch diess lobend hervorheben, können wir doch nicht umhin die etymologische Basis des Autors als eine irrige zu bezeichnen. Der Streit über die Zwei- oder Dreibuchslabigkeit der Wurzeln in der hehrüischen Spraciic ist noch lange nicht entschieden, datirt er doch schon von Mcnachem ben Jacob ihn Suruk. Und dann heisst, es denn doch die Etymologie zu einem Spielzeug zu entwürdigen, wenn man ernstlich die Wurzeln פרם, פקו, פרט׳ פרח, פדד׳ פור, פרא u. a. in eiuer Grundwurzel linden will u. z. in dem Onomatopoetikon PrrU wie der Herausgeber tliul. Es wirkt diess um 80 befremdender, als das Buch zunächst für junge Leute berechnet ist, die in den (leist des Hebräischen eindringen sollen. Auch die Luutübergünge im Hebräischen, die aus Luzzatto’s Grammatica della lingua ebraica genommen sind, sind etwas mangelhaft. Wir haben bereits bei Besprechung des Driver’schen Buches ״The Hebrew Tenses“ auf dessen und Lagarde’s gelungene Arbeiten in Betreff des Lautüberganges in den semitischen Sprachen — denn sämmtliche müssen berücksichtigt werden wenn man ein Resultat erhalten will — hingewiesen. Hingegen zu das Bynonj'inenverzeichniss sowie die Synonymen selbst sorgfältig und mit grosser Sachkenntnis geurdnel, so dass wir das Buch als Lehrbuch bestens einptehlen können. Dr. M. G. Schrenzei, Moses. Die Lösung der Judenfrage• Allen Angehörigen des jüdischen Stammes zur Beherzigung empfohlen — (IBS.) und Nachtrag (14 S) Lernberg, im Selbstverläge des Verfassers. 1881. Wie wir in diesen Blättern schon des Oeftern berichtet haben, hat der Racenhass der Antisemiten bei vielen Juden der Ostländer (vertreten durch fast alle, in liebr. Sprache erscheinende Zeitungen) den Volksgedanken wachgerufen. Wir werden verfolgt, weil uns ein nationaler Mittelpunkt fehlt. So verknüpfte sich der Gedanke, Ackerbaukolonien zu gründen mit utopistischen Hoffnungen auf Herstellung eines *jüdisehen Staates. Doch die Meisten dieser Verkündiger eines neuen Zigon wollten diesen Staat nicht künstlieh machen, sondern hofften, dass er dereinst entstehen werde und zwar auf den altgeweihuten und allgeliebten Boden Palästina's. Anders Herr Schrenzeil' Er will Ackerkolonien nur gründen, um den Staat zu schaffen, und zwar in Amerika, ln welchem Theile dieses Erdtheiles sagt uns der Herr nicht. Auf die Gefahr hin von dem keinen Scherz verstehenden Herrn Schrenzei unter die falschen Propheten gezählt zu werden, ,,welche durch schöne Redewendungen und fein gedrechselte Phrasen, an welchen die Sophistik so reich ist, immer die Wahrheit entstellt, verleumdet, besudelt und verdächtigt haben“, müssen wir durch seinen Plan als verfehlt bezeichnen. Sollen Judenkolonien en masse gegründet werden, so ist Palästina allein dazu berufen, das keineswegs so unfruchtbar ist, wo der Boden durchaus nicht so theuer ist, wie der Verf. uns glauben machen möchte. (Vergl. Sir Oliphant’s Berichte ) Freilieh mit dem Staatsgedanken ist kein Staat zu machen. Was jedoch der Verf. von landwirtschaftlichen Maschinen sagt, ist beachtenswert 11. Auch muss seine Berechnung ziemlich richtig sein. Er fordert zur Coloni- 8atiü11 von 2000 Familien 5 Millionen österr. Gulden. Ein Leitartikel des ״Hamaggid“ berechnet für 5000 Familien in Palästina) 18 Millionen Franc6. Wir wissen ja, es wird Nichts so heiss gegessen, wie es gekocht wird. Deshalb würden wir uns freuen, wenn der Ruf dieser Brochüre nicht ungehört verhallte, wenn er mit beitragen würde zur Erregung der Herzen und Oeffnung der Börsen, damit endlich das Colonisationsprojeet eine greifbare Gestalt gewönne. Dass Herr Schrenzei ein denkender Mann ist, wird schon durch folgenden Satz erwiesen (S. 13): ״Auch müssen wir uns vor Augen halten, dass wir in Zukunft grösscren Gefahren entgegen gehen; denn je mehr die Bevölkerung der Staaten zunimmt, mit um so grösserer Gewalt und Schärfe muss sich auch die sogenannte / sociale Frage herausbilden. Mit andern Worten, je stärker die Concurrenz um Existenzquellen — desto stärker muss sich auch mit Naturnotlnvendigkeit die Unzufriedenheit und der Groll der durch den Concurrenzkampf zurlickgedl ängten Volkstheile steigern. Dieser Groll wird aber in erster Linie gegen uns sich wenden, um sich Luft zu machen Denn wir bilden ja in allen Staaten nur eine verschwindend kleine Minorität“■ Coblenz. Dr. Lew in. ספר דבר אסתר והוא מבוא למגלח אסתר ♦ ♦ מאת דוד בהנא .ווארשויא שנת תרמא לפק Wir haben bereits in einer früheren Nummer des Literatnrblatts auf die interessante Schrift des Herrn David Kohn in Odessa, auf dessen אור חדש, hingewiesen. Erstreckte sich aber jene Arbeit blos auf einen Psalm (den (58.), so hat er nunmehr ein ganzes Buch — da6 Buch Esther — zuin Vorwurfe seiner Untersuchung genommen. Wenn wir uns auch eingestehen mussten, dass wir gar oft den Satz ״si non e veru e bene trovalo“ anwenden müssen, so könuen w׳ir doch dem Autor das Zeugniss nicht vorenthallen, dass er, ausgerüstet mit glänzender Combiuationsgabe uud der Kenntniss sämmtlicher Arbeiten seiner Vorgänger über dieses Buch, wohl ein Recht hat gelesen und von Exegeten berücksichtigt zu werden. Es ist dieses Buch besonders von Interesse, als ja das Buch Esther uns jenen unsterblichen Hainantypus vorführt, der dadurch bekannt ist, dass er die Sünden des Einzelnen der Gesamintzahl beimisst. Dr. M. G. Verantwortlicher Redaiteur Dr. Ra hm er in Magdeburg. Druck von U Horbach in Barby. Vertag von Robert Friese in Leipzig.

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