Mannheim
Compact Memory

Das jüdische Literaturblatt · 1881-07-13 · No. 28. (13.7.1881) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
10 (1881)
Issue
No. 28. (13.7.1881)
Date
1881-07-13
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
89% known words query
IRI
…/5367336-6488242-5991029--1861-5367787
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Ko. *8• Da8 Jahr*. X jüdische Literaturblatt. Zar Beleaehtaaf »Iler tkaB aB<1 Jade■ betnltiin litorarlaeli. feaekelaaBfa■ »af de■ Sefclete der Pktloeophle. I 0enebiehte,EthMKntpkle1Tke- I •lOfKOrteatalla. Exegese, Ho- I ■lletlk, Lltarglk, Pädagogik. Heran «gegeben vor. tiubbiner l)r. Moritz Hnlituer. Mafr<let>urjur»!3. Juli 1SJ81. r Bleker der elaaohläflgea termtar, weleke-der Kedaetioa xageaaadt werde■, tadea dIearaBlatte elagek.Beapreek- ■■Z. BeiElaaeadaaf roa ו Eeceaaloaaexewplarea erftilgt aaeb Erwdka. L d.Woekeasrkr. M tlOB I ipreek- } uwel | erftilgt I eaerkr. I Das ״Jtt4|»«!fce lilteratarblatl“ erscheint wöchentlich in einem halben Bogen; Preis bei allen Buchhandlaajen 0° Leipzig bei Robert Friese) pro Jahrgang: 811k. Abonnenten der ״IsraelitischenWochenschrift• (die Vierteljahr!, bei allen Postanataltea and Buchhandlungen 3 Mk. kostet) erhalten das ״Jüdische Literaturblati* gratis, —!■serate werden mit 25 Pf. für die dreigespaltene Petitzeile berechnet und ausschliesslich entgegengenommen durch die Central-Annoncen-Expedition von G. L. Daube Jg^Co., Frankfurt a. ■ Magdeburg, Berlin, Hamburg, Cöln, München, Zürich, Wien, Paris.!■halt! Wissenschaftliche Aufsätze: Zwei Artikel im ״Orbis pictus*. — Die Schriften Raschi's. — כ0 — .שער oder DJ. Literaturbericht: Recensioneu: Schreiber, Dr. Emanuel, Rabbiner der jüdischen Gemeinde in Bonn, Abraham Geiger als Reformator des Judenthums. NaoMraok *ur ■It voller Quellenangabe gestattet Zwei Artikel im ״Orbis pictus“. Der bekannte Grundsatz, dass Geschichtsschreibung ״sine ira et 6tudiou geübt werden seile, kann — das sieht man leicht ein — von einem Historiker nicht 80 ganz befolgt werden, der die Geschichte seiner Zeit behandelt. Darum aber ist es rathsam (und dies um 80 mehr, so es sich um folgenschwere und zeitbewegende Fragen handelt), die Behandlung solcher Fragen in einem auf lange Zeiten hinaus wirkenden Buehe entweder ganz zu unterlassen, oder sie nur mit der grössten Vorsicht und auf das AI lei genaueste, nach viel fachster objeetiver Prüfung klnr und wahrheitsgetreu darzulegen. Besonders ist Vorsicht und Objectivität erforderlich bei Abfassung von derartigen Artikeln für ein Conversations-Lexicon, das ein belehrendes Volksbuch zu werden die Aufgabe hat. Leider ist dies nicht immer der Fall, wie uns das neueste Werk dieser Art, der inOtto Spamer’s Verlag (Leipzig) erscheinende ״Orbis pictus“ lehrt Zwei Artikel, die uns hier und gegenwärtig zumeist inleressiren, wollen wir kurz besprechen. In dem vor Kuizem erschienenen 310. Hefte des Werkes wird die Judenfrage discutirt, des Langen und des Breiten zwar, aber nichts weniger als objectiv. Ja, wie parteiisch dieser Artikel angefertigt ist, das mögen wenige Sätze illustriren ״Eine Bewegung — so hci־>st es da — wie die antisemitische iu Deutschland, ja in gauz Mitteleuropa * Wir sind begierig zu erfahren, welches Land ausser Deutschland sich noch in Mitteleuropa der ״rühmlichen“ antisem. Bewegung zu erfreuen habe. Der Verf. kann doch unmöglich die Vorgänge in Südrussland im Sinne gehabt haben, eininal weil er seinen Artikel schon (rüber abgefasst haben durfte, und dann, weil doch wohl jene traurigen Ereignisse keine antisemitische Bewegung, resp. Judenfrage zur eigentlichen Wurzel haben, sondern die directe Einwirkung sind der für ihre eigenen Zwecke den ״berühmten“ Deutschen-Antisemiten nachahmenden Nihilisten! — Ueber W. Marr äussert sich der Verf. — wie es scheint — freudig und dankbar und anerkennend folgendermassen: ״Endlich hat er das Glück gehabt, inmitten einer immer stärker hervortretenden conservativen Strömung sozusagen das Pünktchen aufs i zu setzen, den Tropfen hineinzugiessen, der das Fass zum Ueberlaufeu bringt.“ Ob das wirklich e i n so grosses Glück ist, den Wermuthstropfen grundloser Zwietracht und Feindseligkeit in ganze BevölkerungskliKsen su giessen, *— diese Frage zu bejahen, ist mindestens nicht unparteiisch — Vollends aber ver- 8tos8en offenkundig gegen die korrecte Wahrheit der Thatsacben folgende Angaben: a) ״Besonders stark machte sich dies (sc eine gewisse Stätigkeit in der antisem. Gesinnung zu Berlin) in der Studentenschaft geltend, die sich der Petitionsbewegung mit einer wohl von keiner Seite vorausgesehenen Einmüthigkeit anschloss . Hat der Herr Verf. denn gar nichts von Gegenäusserungen studentischer Comitä’s gehört? oder wollte er nichts davon gehört haben? —; b) Die Aeusseruug: ״Das schärfste und wirksamste Mittel aber (sc. gegen die Bewegung) ist bi6her die Hereinziehung des Kronprinzen in den Streit gewesen. Gewisse der antisemit. Bewegung wenig günstige Aeusserungen sind von den Leitern der philosemit. Reaction sehr geschickt zur Terrorisirung mancher einflussreicher Kreise benutzt worden...“ Nun, wer die gedachten Aeusserungen de« Kronprinzen kennt, der weiss, dass diese nicht bloss der antisemitischen Bewegung ״wenig günstig‘1 waren, sondern dass sic vielmehr dieselbe als eine ״Schande und Schmach Deutschlands“ verurteilten. — Die Parteilichkeit des Verf., resp. seine Judenfeindlich• keit erscheint uns aus diesen Sätzen so offenkundig, dass wir ihm objective Geschichtsschreibung vollstün- <lig absprechen müssen. Dasselhe (Jrtheil haben wir Uber den Schreiber des Artikels ״Israelitische Alliance“ (im 308•

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.