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Das jüdische Literaturblatt · 1881-07-06 · No. 27. (6.7.1881) · p. Seite 108

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
10 (1881)
Issue
No. 27. (6.7.1881)
Date
1881-07-06
Page
Seite 108 (sequence 4)
Language
German
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— 108 — 8s sich nicht um die Erklärung eines indogermanisehen, sondern semitischen Wortes handelt. 2) ad Kroszim, meint Herr G., dass das polnisehe damal6, (d. h im Zeitalter Raschi’s) in siatu nascente und die Orthographie eine andere, als heute, gewesen. Ich hätte nur gewünscht, dass er aus jener Zeit ein polnisches schriftliches Sprachdenkmal angegeben hätte, aus dem wir erfahren könnten, in welchem Stadium der Sprach-Bikiung das Polnische damals sich befunden hatte und wie dessen Orthographie beschaffen war? Das älteste Sprachdenkmal der Polen, datirt. aus dem 13 Jahrhundert (siehe die poln. Literaturgeschichten v. Wojcicki, Nehring, Bartoszowicz u. A.), während Raschi bekanntlich im 11. Jahrhundert (1040—1105) lebte. Hr. G. hat übrigens meine Behauptung, dass ein Wort Kroszim im ganzen polnischen Sprachsatze nicht vorhanden ist, gar nicht entkräftet, ja noch mehr, er giebt dies mittelbar selbst zu, indem er m ei ne Hypothese von der Identität des bei Raschi vorkommenden קרוקים mit dem poln. chrzaszcz ״Käfer“ ausdrücklich acceptirt. 3) ad Koszun muss ich hier noch einmal widerholen, dass im Polnischen ein solches Wort nicht existirt und durch Transcription behuls Identificirung mit dem erst zu erweisenden nicht geschaffen wird*) Birntaum Rabb. Dr. S. Dankowicz Literaturbericht. ReeeüsioBt■. ספר אורח חיים, vom Rabbiner M. Schwarz aus Hürben, nach dessen Tode edirt von Dr. Abraham Sulzbach, II. Theil. Frankfurt a. M , J. Kauffmaqn, 1882, 96 S. Gesunde, hausbackene Moral ist's, was dieses Buch in Form von Vorträgen bietet, sowie eine Anzahl kleiner דרושים zu den Fes6tagen und hervorragenden Sabbathen. Aber wie es ist, ist das Buch besonders für die deutschen Gemeinden recht brauchbar Es wird nämlich nach dem Sabbath und Festgottesdienstc, bei Jahrzeiten und in! Trauerhause gelernt. Und da will der deutsche Jude nicht Mischnajoih hören, sondern ihm verständliche und fassliche Moralvorträge unter Belegung mit Schriftver6eu und Midraschim. Dazu sei das Büchlein den Vortragenden Lehrern, Cantoren und Chewra-Maggidim bestens empfohlen. The Ilebrew Review published by the Rabbinical-literarv association of America. Number 3, Volume I, 1881. Wenn wir auch dieses Heft mit keiner der in Europa erscheinenden wissenschaftlichen Zeitschriften auf einer Stufe stehend bezeichnen können, so ist dennoch ein Fortschritt in der richtigen Auswahl der Stoffe nicht zu verkennen. The God of Israel by Joseph Jacobs ״Der Gott Israels“, d. h. wie Gott von den hervorragendsten Deukern im Judenthume aulgelässt wurde, ist eine interessante Aibeit, und wir wünsehen, dass der Autor recht bald seine Ontlines of the histOry of Jewish philosophy down bo Spinoza, ״Umrisse der jüd. Philosophie bis auf Spinoza “ ״Eine psychologische Studie“, recht bald veröffentlichen möge. Wie wir aus dem ״Jewish World“ ersehen, ist die Arbeit ״The God Israel“ bereits in der Zeitschrift ״Nine- *) In meinen frühem Artikel S. 152 vor. Jahrg. ist ein Druckfehler su berichtigen. Statt ״ottomanisehe“ V ölkcrst&nune, ist zu lesen ״tnranische“. feenth Century“ erschienen. Tadelnd müssen wir hervnrheben, dass auch Jacob’s den Glauben an eine Offenbarung verwirft, und dass er den Ansichten Goldzieher’s beipfliohtet, nach welchem der ganze Pentateuch bis auf David nur Mythologie in den Personen enthält. ״Glaubenssätze und deren Autorität im Talmud, von Dr. S Adler“, ist ein interessanter und lehrreicher Aufsatz, der eine Uebersetzung in’s Deutsche wohl verdiente. ״Assyrian exsavations and the Old Testament by Dr J. Buddensieg“ ist bereits im vorigen Jahre im ״Literaturblatt“ besprochen worden. Den Schluss dieses Heftes bietet eine Uebersetzung von Rabb. Dr Hamburgers ״Die Keligionsphilosophie der Juden“, wie sie im Talmud und in den Midraschim enthalten ist. Die Arbeit ist populär gehalten und mag für den amerikanischen Leserkreis genügen; auf wissenschaftlichen Werth macht sie wohl auch keinen Anspruch Dr. M. G. Notizen. 1) Eine Textcorrectur ini Midrasch. Am Schluss der Pesikia zu Echo rabothi heisst es: רבה בר כהנא אמר אינן לא ממחילות הארץ ולא ממשטות הארץ אלא לפגיו לקיים מה שנאמר!בראשית ט) ולעתיד לבא הכל חוזר הה״ד דחזקאל לו)• Raba’s Ausspruch ist in Bezug auf die Frage gethan, wie es möglich sei, dass nach der Verfluchung des gelobten Landes dort noch etwas wachse und gedeihe, entbehrt aber in seiner jetzigen Gestalt absolut jeden Sinnes Der sonst so gewandte Commentator מ״כ erklärt מאמר וה בקשתי ותפשתי יגעתי ולא מצאתי die versuchte Deutung ist ganz abenteuerlich und durchans unannehmbar. Der Text j-t augenscheinlich verdorben und bedarf nur zweier kleiner Correcturen, um einen sehr guten und passenden Sinn zu geben*, siutt ממחילות muss gelesen werden טטחתות von מחתה der Schrecken, die Verwüstung Ps. 89,41 נח»םה Ez. 6,14 und statt לפניו muss es heissea לפנים, ehemals. Raba b. Kahana sagt nun: Die oben besprochene Ver- Wüstung und Verödung war nur ehemals (eine Zeit lang), um den Vers zu erfüllen: ״Eure Furcht und Euer Schrecken (וחתכם) sei über alleTniere des Feldes“, in Zukunft aber wendet sich Alles wieder, wie geschrieben steht: ״Das öle Land wird wieder gebaut zum Ersatz, dass es öde war in den Augen aller Wanderer.“ Caro 2) Der See Tiberias, der alte See Genezaretli, | wurde im Frühling dieses Jahres durch M, Lortet im Aufträge der Iranz. Regierung zum Ziel einer wissenschaftl. Mission gemacht, mit besonderer Rücksicht auf seine Tiefwasser• Fauna. Die grösste Tiefe des See’s ז wurde mit 250 m. an seinem Nordende in der Nähe der Einmündung des oberen Jordan gefunden. Sein Spiegel liegt 212 m. unter demjenigen des Mittelländischen Meeres, aber die Ufer liefern Beweise, dass j beide einstens dieselbe Höhe hatten und wahrscheinj lieh mit einander in Verbindung standen, bis sie spä- ( ter durch vulkanische Thäligkeit getrennt wurden, in Folge dessen der See sich auch senkte. Durch den Einfluss des oberen Jordan hat sein Wasser viel sei- 1 nes Salzgehaltes verloren und ist trinkbar geworden, obgleich noh immer brackisch. Durch seine Operationen mit dem Schleppnetz fand Loriet darin zwölf Fischspecies (im Mai). 3) ln Amerika erschien zum ersten Mal eine hebräische Quartalschrift unter dem Titel: התאסף בארץ החדשה: lesenswert)! ist darin der Arhiltel: התנגדות התלמוד לבריה החדשה, wo namentlich Uber das Verbot des אילוי הראש interessante Notizen gegeben werden. Veiantwortlicber ßedacleur Dr. Kahmer in Magdeburg. Druck von H. Horbach in Barby. Verlag von Robert Frteae in Leipzig.

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