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Das jüdische Literaturblatt · 1881-06-15 · No. 24. (15.6.1881) · p. Seite 96

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
10 (1881)
Issue
No. 24. (15.6.1881)
Date
1881-06-15
Page
Seite 96 (sequence 4)
Language
German
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96 — ist für uns die Etymologie des Wortes Element, welches aus den Buchstaben 1 m n seinen Ursprung herleiten soll. Das Alphebet soll nämlich ursprünglich in 2 Theile getheilt worden sein und zwar erstreckte sich der erste Theil von כ — ,א—י bildet die Mitte — und der zweite Theil begann mit ל (p. 29!!<״ r׳A; ü-3<׳^f.1i׳!v ־fvditir,; 7(»ד; sipvja>.v irj, 05׳'.׳.v -׳'! Aithrazov סד Iz 3;,?דv.'/äi i'.'/butvcv ■m\ 3r-1 AtiT'.vtzyjv Xi;1v eieinentorn, י'דד m' ''*1 3<׳~ .■׳<■׳״'<■׳ m n abc Von p. 30—49 wird die Lautlehre behandelt, von p 49 die Accente bis auf Seite 55. Seite 55—70 bespricht die Veränderungen der Consonanten. Daran 6cl11iesst sich die Formenlehre und zwar bis p. 7(5 die Fürwörter, und von da ab bis auf Seite 128 wird das Zeitwort behandelt Ausführlich und lichtvoll wie im ganzen Buche wird auch das Substantirum (p. 127 —161) behandelt. 161—165 besehäfligt sich mit den Zahlwörtern. Die übrigen Itedetheile werden bis p. 174 besprochen. Den Abschluss bilden die 11«־10ין01»ן« des Verbums קטל, das von Gesenius her das Bürgerrecht erhalten hat (p. 175—199). Die Ausstattung des Buches ist eine geradezu vorzügliche und der Druckfehler sehr wenig. Wir sehen dem zweiten Theile dieser hebräischen Grammatik, der sich wahrscheinlich mit der noch immer stiefmütterlich behandelten Syntax der hebräischen Sprache beschäftigen wird, mit Spannung entgegen. Dem Verfasser ist zu seiner Arbeit, die präcis und wissenschaftlich ist, Glück zu wünschen. Dr. M. G r ü ti w a I d. רחשי לב. Expressions of the heard, published and inscribed to our most honorable Proteclor, Sir Moses Monteliore Bart. On the opportunily of his birth-day, by Osias Atlass, Przemysl. 1880. In früheren Jahrhunderten, als noch die Literatur aller Herren Länder nur von Wenigen betrieben und patronisirt wurde, da halte es jeder wirkliche oder vermeintliche Dichter nöthig, sich einen Mäcen auszusuchen, dem er sein Buch widmen und von dem er für die ihm erwiesene Ehre eine in klingender Münze bestehende Belohnung erwarten konnte. In neuerer und neuester Zeit jedoch ist mit dem Aufschwung der all gemeinen Bildung hierin eine sichtbare Aenderung eingetreten. Jeder Autor überlässt jetzt sein GeistesUind vertrauensvoll dem gesunden Uriheile des gebildeten Publikums, und dieses entscheidet dann dessen Werth oder Nutzlosigkeit. Aehnlieh verhüllt es sich auch mit der hebräischen Literatur in der Gegenwart. Hebräische Schriften von gediegenem Inhalt linden meist ein sie würdigendes Lesepublicum, und die Verfasser solcher Werke können auch ohne einen Mäcen recht, gut fertig werden.4־M Der Verlasset des vorliegenden Schril'tchens hat es aber vorgezogen, sein Opus nach alter Sitte einer gur hohen Persönlichkeit — Sir Moses Monteliore — zu widmen. Nun ist es aber aullallend, dass Herr A11 as sich nicht mit dem üblichen kurzen Gedichte begnügte, sondern die Hüllte seines aus 32 Seiten bestehenden Büchleins den Widmungen widmete. Wus den Inhalt der zweiten Hälfte des Büchleins betrifft, so wird da u. A. dem Redakteur einer hehr. Zeil.sehrilt ״die Turteltaube‘- in hoch poetische!• Weise Math zugesprochen, dass er sein epochemachendes Blatt nur ja nicht eingehen lasse, da durch die weitere Fortbesieiiung desselben ״die hebt-. Sprache und Jus hebr. Wissen unfehlbar zur grössten Höhe der Vollkommen- ״) Du« ist eine etwas optimistische Anschauung des hm. Heremenlen, die für England vielleicht richtig sein mag; in Deutsch-!und und Gulizieii, da ..geht die Kunst — besonders die hebriiische — noch immer nach Hrol." (Red.) heit sich aufschwingen müsse. Ebenso hochpoetisch klingt das Schlussgedicht, worin der Verfasser einen Dichter-Collegen tief bedauert, dass nämlich dessen Gedichtsammlung ״die Rosen“ wohl sehr viel süssen Duft um sich verbreitet, dass aber leider Viele diesen Duft gratis eingeathmet haben. Ob solche und ähnliche poetische Spielereien der Mit- und Nachwelt von irgend welchem Nutzen sind, das scheint uns doch sehr fraglieh. Dr Chotzner. Jeüinek, Dr. Ad. Im Vaterhause Lord Beaconsfields. Wien 1881. Beimann <fc Altmann I. Herr Dr. Jellinek gehört zu jener, wie es scheint, in unseren Tagen leider nicht allzu grossen Zahl jiidischer Theologen, die den Zeiterscheinungen von jeher mehr als oberflächliche Beachtung schenken, kleine Symptome, die hin und wieder sich zeigen und in den Zeitungen und Journalen notirt und besprochen werden, sich merken und daher in geeigneter Stunde, wenn es geboten und nützlich erscheint, nicht lange zu suchen brauchen, um aus diesen weit zerstreuten kleinen Einzelerseheinungen ein Gesammbild zusauimenzusetzen. So lieferte er uns jüngsthin als beredtes und den ruhigen Beobachter zu ernstem Nachdenken gemahnendes Gegenstück zu den Arbeiten Treitschke’s, Stöckers etc. seine ״Stimmen französischer Schriftsteller Uber die Juden“, und so auch übergiebt er uns jetzt in dem vorgenannten Schriftchen den Schlüssel zudem Ideen-Aufbau und der Grundanschauung dieses englischen Staatsmannes über seine angestammten Glaubensbrüder. Man sieht hier ganz deutlich, wie die Begeisterung und Anschau־ ung Disraeli's über die historische Aufgal e und die Mission des israelitischen Volkes nicht willkürlich entstanden, sondern völlig naturgemäss sich entwickelt aus Erziehung und Familien-Tradltion. ״Denn unberechenbar sind die Eindrücke der ersten Jugend auf die geistigen Entwickelung und die allgemeinen Anschauungen eines Mannes und besonders, wenn sie von einer Person ausgehen, welche kindliche Liebe mit dem Strah- Jenkranz der Autorität schmückt und deren Bild nie in der Phantasie erblasst“ (S 30) und auf das Leben Disraeli’s angewandt sind für diese Behauptungen die Beweise in dem Büchlein wohl erbracht. — Zum Schluss wirft .1. noch die Frage auf: Wie hat sich denn nun das orthodoxe Judenthum zu ihm zu stellen? eine Frage, die unseren Herren Orthodoxen soviel Kopfzerbrechen bereitet hat, und beantwortet diese in purabolischer Weise dahin, dass, als Lord Beuconslield bei seiner Rückkehr vom Berliner Congress, auf dem er auch die Gleichberechtigung der Juden in Bulgarien, Serbien und Rumänien mit vertreten und Cypern für England erworben hatte, auf dem Chtiring-Cross-Buhnhofe von den vornehmsten Männern Englands wie vom englischen Volke wie im Triumph empfangen wurde, sich unter den seiner Ankunft Harrenden auch dev mehr als nennzigjührige, hochconservative und wegen seiner philantropischen Bestrebungen von Juden und Christen hochverehrte Sir Moses Monteliore sich befunden habe. ״Als der vom JuDel des grossbritannischen Volkes umrauschte Triumphator den ehrwürdigen Greis erblickte, ging er auf ihn zu und reichte ihm die Hand. Benjamin der Sohn Isaak Disraeli’s und Sir Moses Monteliore vor den Augen des grossbritunniselieii Volkes einander die Hand drückend — das ist die Antwort!“ Man sieht also, wir haben es liier mit einem wohl lesenswert heu Sclirifichon zu thnn. M. Weinberg. Berichtigungen. 111 Nr. 22 S. äs i>1 der Recension über Jellinek berichtige nmu Z. 20 v. o. Fatum st. Factuui, 22 v. 0. Küche 8t. Kirche, 36 v. 0. führt st. l'iihrs, 21 * 1׳. Ob e rcautor st. Abercantor, 16 v. u. diu st. die. — 111 Nr. 23 Ü. 91b L. 14 v. o. lies E rbe be « st. Erdbeben u. Z. 26 v. u. gedrechselt st. gewechselt. Verantwortlicher Redacieur Dr. Kalimer 111 Magdeburg. Druck von H Horbach in Barby. Verlag von Robert Friese in Leipzig.

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