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Das jüdische Literaturblatt · 1881-06-08 · No. 23. (8.6.1881) · p. [Seite]

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
10 (1881)
Issue
No. 23. (8.6.1881)
Date
1881-06-08
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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So. Sä. Da* «Iahrg. X״ Jüdische Literaturblatt. r Zar Beleachtang aller Jadenthnn and Jaden betreffenden literarisch. Erscheinungen aaf dem Gebiete der Philosophie. Geschichte,Ethnographie,Theologle,Orientalin, Exegese, Homiletik, Litnrgtk, Pidagogik. Herausgegeben VOD Rabbiner Dr. Moritz Rnhiiier. Maffdebm8 ,;}׳. »Juni 1S*81. BBcher der elnschlEgigen LIteratnr, welche der Redaction xagesaadt werden, Inden in dleeemBlatte eingeh. Besprachung. BelEinseadang ron iwei Recensionsexemplaren erfolgt nach Erwähn. 1. d.Woehensehr. Das ״jQdlgehe Llteratnrblatl“ erscheint wöchentlich in einem halben Bogen; Preis bei allen Buchhanttlungen (in Leipzig bei Robert Friese)pro J ahrg ang: 8 Mk. 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VII. ״Es gab auch philosophische Juden, die es in der Tugend weit gebracht und in den Geist des Gesetzes tief eingedrungen waren, deren Lebensweise und Tugend uns besonders Philo in seiner Verteidigung der Juden beschrieben hat. Eben dieses Zeugniss von Philo beweist auch, dass die Juden von den Lehren ihrer alten Vorfahren von Gott, von dem Ursprung der Welt, von der göttlichen Vorseit ung 11. s. w. nicht abgewichen sind.“ ״Allein die Juden sind nicht allein Zeugen von sich selbst; man bildet, dass sie und ihre Religion sehr vielen griechischen Schriftstellern bekannt gewesen. Einige haben ihre Lebensweise gelebt, andere ihre Geschichte bestätigt, andere wieder haben ähnlich wie sie dogmatisiit. Theophrastus hat, wie ihn Porphyrius anführt, von ihren Opfern, Porphyrius aber von ihrer alten Philosophie gehandelt. Hekatftus hat der jüdisehen Geschichte ein eigenes Buch gewidmet. Klearch führt im ersten Buche ״vom Schlafdeu Aristoteles von den Juden redend ein.*) Numenius, der Pythagoräer, Choerilus, dev Poet, das Orakel selbst halten der Juden rühmend gedacht. Philo und Josephus führen noch viel mehr Schriftsteller an, bei welcher dieser Nation gedacht wird, zu denen besonders Alexander Polyhistor nebst vielen anderen gehört.“ **) Aristoteles beneblet liier nämiieh u. A. von einem vorzügliehen, dem jüdischen Stamme ungehörigen Manne, der seiner Sprache und Gesinnung nach ganz Grieche gewesen und dessen Bekannntschoft er (Aristoteles) zufällig in Asien gemaelit habe. Es seien daselbst mehrere Philosophen in einen engeren Verkehr getreten, wodurch sich ein reges wissenschaftliches Leben entfaltet hätte, wobei der Jude im Umgänge mit den vorzüglichsten Gelehrten diesen mehr geleistet, als er von ihnen einpfungen (zv'jiv.Z׳!j iv!׳■/£. Und im 11. Buche desselben Werkes fährt Eusebius fort: ״Es ist bekannt, dass die Platonische Philosophie 3 Theile gehabt: den moralischen, physischen und logischen. Aber eben diese Theile der Philosophie waren auch den Juden nicht fremd. Und zwar, was die Moral betrifft, so haben sie hierin in der That etwas Vorzügliches geleistet und dem Menschen den Weg zur wahren Glückseligkeit gezeigt, indem sie ihn zur Erkenntniss Gottes angewiesen und in seiner Liebe das höchste Gut zu Anden gelehrt habe. In der Ge- Schicklichkeit, Artigkeit und Bündigkeit des Vortrags geht ihnen wahrhaftig auch nichts ab. Sie haben selbst poetische Werke und besonders in der Art, den Dingen solche Namen zu geben, die ihre Natur und Eigenschäften ausdrücken, haben sie gerade dieselbe Weise, welche Plalo empfohlen hat.“ Im II. Buche seiner Schrift Demonstratio Evang. sucht Eusebius nachzuweisen, dass die jüdische Religion eigentlich eine W e 11 r e 1 i gio u, welche nicht blos Eigenthum des jüdischen Volkes, sondern der ganzen Welt sei. Er sagt hier: ״Im ersten Buch Mosis heisst es, dass durch Abraham a 11 e Völker der Erde gesegnet sein sollen. Dem Isak wurde diese Aussage bestätig^ und zu Jacob sagte der Herr, dass aus ihm Vereinigungen der Völker enlstehen sollen. Im 22. Ps. v. 28 heisst es: Es werde gedacht aller Welt Ende. Im 47. Ps.: Frohlocket mit den Händen alle Völker und jauchzet Gott mit fröhlichem Schalle. Er ist Gott auf der ganzen Erde. 1111 8(5. Psalm: Herr es ist dir keiner gleich — alle Heiden, die du geschaffen hast, werden kommen und dich anbeten. Im 86 Ps.: Singet dem Herrn alle Welt — verkündet unter den Heiden seine Herrlichkeit — ihr Völker bringet dem Herrn, bringet dem Herrn Ehre und Macht. Ebenso Saclmrja 14,16: Und alle übrigen unter den Heiden, die gegen Jerusalem zogen, werden alljährlich hinaufkommen, anzubeten den König, den Herrn Zebaot und zu hallen das Laubhüttenfest u. s. w. Bei Jesaias heisst es: Das Volk, das im Dunkein sitzt, wird ein grosses Licht sehen. Und wiederum : Siehe ich habe dich eingesetzt zum Lichte der Heiden, dass du seiest ihr Heil bis ans Ende der Welt.“ (Fortsetzung folgt.)

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