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Das jüdische Literaturblatt · 1881-06-01 · No. 22. (1.6.1881) · p. [Seite]

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
10 (1881)
Issue
No. 22. (1.6.1881)
Date
1881-06-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Xo. *». Da8 Jahr«. X. Jüdische Literaturblatt. Zur Beleuchtung »Her Judenthnm und Juden betreffenden literarisch. Erscheinungen anf dem Geriete der Philosophie, Geschlchte,Ethnographle,Theologie,Orientalla, Exegese, Homiletik, Liturgik, Pädagogik. Herausgegeben von Rabbiner Dr. Moritz Rahnier. Matcdeburg:, 1. .J>1111 1S81. Bücher der einschlägigen LIteratur, welche der Redactton zugesandt werden, linden in diesemBlatte elngeh.Besprechung. BelElusendnng von zwei Recenalonsexemplaren erfolgt auch Erwähn, i. d.Wochenschr. Das ״Jttdiftelie Iilter»torl»la*l“ erscheint wöchentlich in einem halben Bogen; Preis bei allen Buchhandlungen (in L ei pzi g bei Robert Friese) pro Jahrgang:8 Mk. Abonnenten der ״IsraelitischenWochenschrift“ (die vierteljährl. bei allen Posta119talten nnd Buchhandlungen 8 Mk. kostet) erhalten das ״Jüdische Literaturblatt“ gratis. — Innerate werden mit25Pf. für die dreigespaltene Petitzeile berechnet und ausschliesslich entgegengenommen durch die Central-Annoncen-Expedition von Gr. L. Daube Co.. Frankfurt a. M., Magdeburar, Berlin, Hamburg, Cöln, München, Zürich, Wien, Paris. Inhalt: Wissenschaftliche Aufsätze; Kirchenväter über Juden und Judenthum. — Das Cobleuzer Memorbuch. — Beiträge zur Erklärung der griech’. Wörter in den Midraschim und .len Talmudeti. Von Dr. Gebhardt. Lit eraturb er ich t: Recensionen: Tal Oroth, hebräische religiöse Gedichte von S. D. Luzzatto — Goldenberg, B. Die religiösen Ideen der Alten und ihr Einfluss auf die Sprache. — Jellinek, Dr. Ad. Der jüdische Stamm in nichtjüdischen Sprüchwörtern. Nachdruck nur mit voller Quellenangabe gestattet. Kirchenvatei• über Juden und Judenthum. VI. In seiner Schrift: ״Ermahnung an die Heiden“ sagt Clemens von Alexandrien u a. Folgendes: ״Weit mehr als alle Philosophen und Dichter der Heiden zeugen die Propheten der Hebräer für unsere Lehre. Da lindet man vorzügliche Anleitungen zum Leben, einen kurzen Weg zur Seligkeit, zwar keine schönen: einnehmenden und schmeichlerischen Worte; aber der Mensch wird von den Banden der Bosheit entfesselt — vor dem schädlichen Trug gewarnt und geradehin und offen zur vorgezeichneten Seligkeit angewiesen.‘‘ ״Gott hat sich also näher geoffenbart‘ — sagt Tertullian Apol. ID — ״durch die Propheten, deren Thaten aufgezeichnet und deren Worte noch vorhanden sind. Ptolomäus Philadelphia forderte über Anrathen Demetrius diese Bücher. Die Juden sandteu ihm zu diesem Zwecke 72 Dolmetscher. Die Geschichte davon kann man im Aristeas nachlesen.*) Ihre Uebersetzung ist noch mit dem Original vorhanden. Ihr könnt aber auch die Sache sonst noch von allen Juden erfahren, welche diese Bücher öffentlich lesen.Moses ist älter als alle eure Jahrbücher, älter selbst als die Götter, die ihr anbetet. Weil wir aber jetzt die weitere Unter9uchung des hohen Alters der heil. Schrift verschieben müssen, so wollen wir dagegen die Majestät betonen, die aus ihr hervorleuchtet, dass alle bisherigen Veränderungen und was noch weiter geschehen soll, in derselben vorherverkündigt sind. Wir sind auch in Bezug aut die zukünftigen Dinge sicher, da alles bisher so genau eingetroften ist.Wie alt unsere *) E» ist die bekannte Sage über die Entstehung der griecli. Bibelübersetzung der I.XX. (Red.) Lehre sei, kann man aus unsern heil Büchern ersehen. Wer ist unter den Dichtern und Sophisten, der nicht daraus geschöpft und zu gleicherZeil diese Quelle verunreinigt hätte? Und so gehl es leider noch heute und zwar geschieht dieses von unseren eigenen Leuten, dass sie die lautere Wahrheit verunstalten.“ Interessant ist es zu seheu, wie der Kirchengeschichtsschreiber Eusebius sich wiederholt an das jüdische Schriftthum klammert, um zu zeigen, dass das Christenthuin im Grunde nicht neu sei, da es ja im alttestamentlichen Boden wurzle. So sagt er zunächst in seiner Einleitung zur Kirchengeschichte u. a.: ״Obgleich wir offenbar neu־ sind und der wirklich neue Naine der Christen erst seit Kurzem allen Völkern bekannt geworden ist, so will ich dennoch zeigen, dass unsere Lebensregelu, unsere Lebensweise und unsere Iteligionssätze nicht erst vor Kurzem von uns ersonnensondern dass sie vielmehr sozusagen seit der ersten Er- Schaffung des ersten Menschen von den gottesfürchtigen Menschen nach den von der Natur eingepflanzten Begriffen bestimmt und geordnet worden sind, und zwar auf folgende Art: Dass das hebräische Volk nicht neu ist, sondern seines Altertluuns wegen beiallenMe 11 sehen in Achtung steht, ist allbekannt. Dieses Volk besitzt Bücher und schriftliche Nachrichten von Männern der Vorzeit, welche zwar der Zahl nach nur wenige, aber durch Frömmigkeit, Rechtschaffenheit und alle übrigen Tugenden ausgezeichnet waren.“ Ausführlicher verbreitet sich Eusebius über dieses Thema in der Praepartio Evang., deretj 7., 8. und 9. Buch wir hier im Auszuge wiedergeben wollen: ״Nunmehr hoffen wir“ — sagt er im 7. B. — ״gezeigt zu haben, dass wir nicht unbedachtsam, sondern aus guten Gründen von der Theologie der Griechen und Barbaren abgegangen seien. Jetzt müssen wir den Grund angeben, warum wir die Bücher der Hebräer annehmen. Dass die Griechen all ihr Gutes von den Barbaren haben, muss anderwärts gezeigt werden, dass aber nichts bei den übrigen Barbaren angetroffen werde, was mit den Hebräern verglichen werden könnte? wird nicht schwer zu ermessen sein. Denn auch die Barbaren sahen nur auf das Leibliche, suchten bloss

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