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Das jüdische Literaturblatt · 1881-05-18 · No. 20. (18.5.1881) · p. [Seite]

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
10 (1881)
Issue
No. 20. (18.5.1881)
Date
1881-05-18
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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So, 20. Dm Jahrg. X. Jüdische Literaturblatt. Zar Beleaehtan( »Iler Jadentham aad Jade» ljetreÄendea literarisch.Erscheinungen »nf dem Gebiete der Philosophie. Geschichte, Ethnographie,The• ologle.Orlentalia, Exegese, Homlletlk, Idtargik, Pädagogik. He rausgegeben von Habbiner Dr. Moritz Rahmer. Magidebui'S) IS. Mai 1881. Bücher der einschlägigen 1 teratar, welche der Bedaetioa zagesandt werden, linden dleaemBlatte elageh.Bespreehnng. BeiElasendang von 1 Reeenslonsexemplaren erfolgt nach Erwähn. I. d.Wochenschr. 1141- | tioa I n in I iprech- uwel I erfolgt I ensehr. I Das ״J&dlsclse Llteratnrblatt“ erscheint wöchentlich in einem halben Bogen; Preis bei allen Buchhandlungen (in Lei pzig bei Robert Friese) pro J ah rg an g: 8 Mk. 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Kirchenvätei• über Jaden uud Jadenthum. V. Ausser (len genannten und ähnlichen Beschuldigungen, welche die Heiden in den ersten Jahrhunderten gegen die Christen schleuderten, sprachen sie auch bei jeder Gelegenheit dem Christenthum jede Existenzberechtiguug ab, ״da es einen ganz eigenen von allen, sowohl von den Griechen als von den Juden gemiedenen Weg wandeln“ (Euseb. Prftp. Evang. I; 2). Solchen Behauptungen gegenüber beriefen sich sämintliche Kirchenlehrer auf das jüdische Schriftthum, das sie als das ihrige reklamirten. Wie? riefen sie entrüstet aus, wir wären eine neue Sekte? Lest doch einmal die jüdisehen Schriften, da werdet ihr eine Lehre finden, die weit älter und erhabener als die eure ist, und diese Lehre ist auch die unsere; denn zwischen uns und den Juden wallet nur der eine Unterschied, dass wir behaupten, der Christus sei schon ־׳ekominen, jene aber glauben, dass er erst kommen werde.*) ״Pluto hat“ — sagt Justin Mart.vr in seiner I. Apol. 57 — ״grössteilt hei 1s aus Moses geschöpft und und wo irgend Philosoplien und Poeten etwas von der Unsterblichkeit der Seele, von Strafen nach dem Tode und ähnlichen Lehren gesagt haben, da ist die Hauptsache aus den Schriften der Propheten.“ Theophilus, der Bischof von Antiochien, beruft sich wiederholt auf das mosaische Gesetz, um seinem heidnischen Freunde Antolykus zu beweisen, dass die gegen die Christen vorgebrachten Beschuldigungen un• wahr seien. ״Gott hat sein Gesetz gegeben“ — sagt *) Recognit. L. I,f0: Erraverunt ergo Jndäei de primo dotnini adventu; et inter 08נו atque ipso« de.hoc est solo dis- i d i u m. er im II. Buche an Antolykus — »und seine heiligen Propheten geschickt, das Menschengeschlecht zur Erkenntniss des einzigen wahren Gottes zurückzuführen Sie warnten vor Abgötterei, Unzucht, Geiz u. 8. w., geboten dagegen gegen J eder man n billig zu sein . . , Man betrachte nur diese Aussprüche der Propheten, da ist Wahrheit“.״Wir aber‘‘ — sagt Theophilus im 3. B. an Antolykus — ״wir aber erkennen Einen Gott, den Schöpfer der Welt, und lassen uns durch sein heil. Gesetz belehren. Dieses Gesetz ward durch Moses in zehn Artikeln, im Allgemeinen zwar der ganzen Welt, im Besonderen aber den Juden, von Gott gegeben. Die Schrift ist voll von Anweisungen zur Busse und lehrt, wie es Gott ernstlich darum zu thun sei, dass sich die Mensc hen ▼on ihren Sünden reinigen. Von der gesetzmfiss igen Rechtschaffenheit reden die Propheten und Evangelisten in gleichem Ton.“ .... ״Ich bin“ — sagt Tatian in seiner Schrift ״an die Griechen“ — ״bei Untersuchung der Wahrheit über einige barbarische (jüdische) Schriften gekommen, die weit älter als die Philosopie der Griechen und nicht mit ihren Thorheilen befleckt sind. Ich bin ganz davon überzeugt und gewonnen worden, da ich ihre Lehren so ohne Schwulst, ihren Vortrag ungekünstelt, die Schöpfung nach denselben so begreiflich . . . und einen einen einzigen Gott darin gelehrt gefunden habe. Diese Lehre, die wir daraus schöpfen, ist älter als alle eure ältesten Schriftsteller. Dies habe ich, Tatianus, an euch Griechen vortragen wollen, ein Liebhaber der barbarischen (jüd.) Philosophie, ein Assyrer von Geburt, ein Mann, der ehemals eurer Meinung gehuldigt hatte, nun aber des Sinnes ist, den ich jetzt bekenne Und ich bin bereit, es auf weitere Prüfung meiner Lehrsätze ankommen zu lassen.“ ״Abrahams Glaube“ — lehrt Irenäus, Bischof von Lyon — ״ist auch unser Glaube, und die Hauptslücke desselben wurden schon durch die Worte und Thaten der Patriarchen abgebildet.Uebrigens sind die zwei Testamente, das ulte und neue, schon bei Abraham’s und Thamar’s Geburt angedeutet worden, und es ist nur Ein und derselbe Gott im ulten und neuen Testamente.“ Sehr warm nimmt er die Juden gegen

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