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Das jüdische Literaturblatt · 1881-05-11 · No. 19. (11.5.1881) · p. [Seite]

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
10 (1881)
Issue
No. 19. (11.5.1881)
Date
1881-05-11
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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\o. 1». n* •fahre:. X« Jüdische Literaturblatt 1 Znr Beleuchtung »Her Jnüenthnm and Jaden betreffenden literarisch. Erscheinungen ant dem Gebiete der Philosophie. Gkachichte,Ethnographie,Theologie.Orlentalla, Exegese. Homiletik, Litargik, Pädagogik. von l!ol.i1in>1• l>r. Moritz R»Inner. Mujgtlelini’g;, 11• ^Xai 1H81. Bücher der einschlägigen teratnr, welche der Redaction «gesandt werden, Anden diesem Blatte eingeh. Besprachnng. BeiEinsendang ▼on נ Recensionsexemplaren erfolgt nach Erwähn. L d.Wochenschr. ן1 tion I 1 in I sprech*! 1xwei I erfolgt I enschr. I Das ,,JuiUoebe Llterntorhlntl“ erscheint wöchentlich in eitlem halben Bogen; Preis bei allen Buchhandlungen (in Lei pzig bei Robert Friese) pro Jahrgang:8Mk. Abonnenten der ״Israelitischen Wochenschrift“ (die Vierteljahr), bei allen Postanstalten and Buchhandlnngen 3 Mk. kostet) erhalten das ״Jüdische Literaturblati“ grfftis. — Insormte werden mit25Pf. für die dreigespaltene Petitzeile berechnet und ausschliesslich entgegengenommen durch die Central-Annoncen-Expedition von Gr. L. Daube &, Co.. Frankfurt a. M., Magdeburg, Berlin, Hamburg, Cöln, München, Zürich, Wien, Paris. Inhalt: Wissenschaftliche Aufsätze: Kirchenväter Uber Juden und Judenlhum. IV. L i t e r a t u r b e ri ch t: Recensioueu : Wünsche, Dr. A., Bibliotheca rabbinica. Der Midrasch Schir Haschirim. — הואיל משה ספר תהלים מבואר עברית מלאכת משה יצחק אשכנזי• — Saifeid, Dr. S. Das Hohelied Salomo's bei den jüdischen Erklärer» des Mittelalters. — Fürst, Dr Julius, Lessing’s Nathan der Weise — Samuelv, Nathan. Shylock und Nathan. — Wolff, L. Agende fiir Cultusbeamte. — Analekten. — Notiz. Nachdruck nur mit voller Quellenangabe gestattet. Kirchenväter über Jaden and Judenthuni. IV. Sehr hart rückt der etwa um das Jahr 305 vom Heidenthun! zum Christenthume bekehrte Arno bi us diesen ehrenwerthen Dunkelmännern zu Leibe, indem er den wahren Grund enthüllt, warum sie sich gar so gewaltig gegen das Aufblühen des Christenthums ereifern und es mit allen erlaubten und unerlaubten Mitteln bekämpfen. In dem ersten Buche seiner Schrift gegen die Heiden (Nr. 24) sagt er unter anderem: ״Ja, die Wahrheit zu sagen, die Haruspices, die Wahrsager, Beschwörer, Propheten und allezeit verlogenen Fanatiker haben diese Fabeln zusammengefügt. Damit ihre Künste nicht zu Grunde gehen und sie die geringen Geschenke ihrer immer seltener werdenden Kunden nicht einbüssen, schrien sie, wenn sie einmal bemerkten, ihre Sache beginne den Credit zu verlieren: Man vernachlässigt die Götter! Die Tempel stehen leer; die alten Ceremonien erliegen dem Spotte, und die ältesten Gebräuche einstiger Heiligthümer fallen dem Aberglauben neuer Lehren zum Opfer. Mit Recht wird also das Menschengeschlecht durch Aengstigungen so vieler Müh- Seligkeiten bedrückt und durch Noth und Elend mannigfacher Art gepeinigt. Und dieses stumpfe Geschlecht der Menschen, unter dem Lichte lebend, aber unvermögend, in ihrer angeborenenBlindheit zu sehen, wagt rasend zu behaupten, was ihr besonnen zu glauben nicht erröthet.*!1ranz Anton von Besnard, der Uebersetzer des Arnobius, macht folgende bezeichnende Bemerkung zu den hier citirten Worten: ,Ein Gefühl des Hasses beseelte alle Menschenrassen, und wie verschieden auch Bildung, Rang, Beschäftigung und Lebensweise der Bewohner des römischen Reiches sein mochte, in ihrer Verachtung des Evangeliums, in ihrem Widerwillen gegen die Christen waren Alle einig :denn einChrist war, wie Ter t ul Man in seinerSchutzschrift bemerkt, einallerFrevel fähiger undschuldiger Mensch, ein Feind derGötter, derKai- 6er, der Gesetze, der Sitten, der ganzen Natur.“ (Vgl. Dr. J. Döllinger, Handbuch der christlichen Kirchengeschichte Bd. I. S. 133.) Um eine ungefähre Vorstellung von der Art und Weise zu ermöglichen, wie zu Zeiten von hoher und höchster Seite mit dem Christenthume umgesprungen wurde, mag hier das 7. Cap. des IX. Buches der Kirchengeschichte des Eusebius Platz finden: ״Mitten in den Städten wurden — was sonst niemals geschehen war — die Beschlüsse der Städte gegen uns (Christen) und überdies Abschriften der kaiserlichen Rescripte, in Erz eingegraben, an Säulen öffentlich bekannt gegeben. Die Kinder in den Schulen führten täglich dieNainenJesus und Pilatus und dessen uns zum Hohne erdichtete Akten im Munde. Es scheint mir hier unerlässlich, das an den Säulen ausgestellte Rescript des Maximinus selbst hierherzusetzen, damit einerseits die grosssprecherische, übermüthige und gotthassende Frechheit dieses Menschen, and3rerseits das ihm auf dem Fusse folgende, rastlose, das Böse hassende, göttliche Strafgericht, von welchem verfolgt, Maximin nicht lange nachher in Bezug auf uns die entgegengesetzten Entschlüsse fasste, und solche durch geschriebene Verordnungen bekunnt machte, offenbar werde. Sein Rescript lautet wörtlich also: ״Abschrift der Uebersetzung des Reschripts des Maximinus auf die Beschlüsse der Städte gegen uns, von der Säule zu Tyrus genommen. Endlich hat doch einmal die schwache Kühnheit des menschlichen Verstandes vermocht, alle Dunkelheit und allen Nebel des Irrthums, welcher vormals die Er• kenntniss der weniger gottlosen, als elenden Menschen mit einer verderblichen Finsterniss der Unwissenheit umhüllte und auf ihr lastete, abzuschütteln und zu zerstreuen und einzusehen, dass Alles von der gütigen Vorsorge der unsterblichen Götter verwaltet und geordnet

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