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Das jüdische Literaturblatt · 1881-05-04 · No. 18. (4.5.1881) · p. Seite 72

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
10 (1881)
Issue
No. 18. (4.5.1881)
Date
1881-05-04
Page
Seite 72 (sequence 4)
Language
German
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72 — nicht *rf'I»1־acl1t-. Verf. behauptet, dass mit «ler Zeit im Lande Priesterfainiiien entstanden sind; später liiitie die Sa!׳e sie in Gruppen vereinigt, aus diesen Gruppen einan Stamm gebildet and diesen von einem Urahn — I.evi — ubg :leitet. Diese berufsmässigen Priester seien Leviten (Ins hei-st ,,Verbundene‘" (d. h. mit dem Heiügthume) genannt worden. Diese hätten allmählich eines besonderen Vorzugs sieh erfreut, doch hätten daneben die sonstigen Priester ihre Stellung zu wahren gesucht. Für das Alles hätte Verlasse!• gewinnende beweise bringen müssen, denn ohne solche wird kein besonnener Grund linden, die vielen Stainmregisler der Leviten, die vielen Hinweise auf ihre Abstammung von I.evi oder einem seiner Söhne für Fiction zu hallen. Aber — mit keiner Silbe wird diese Behauptung bewiesen. Das heisst denn doch ein Spiel treiben mit den ernstesten Gedanken der Menschen und die Wissenschaft ihres Vertrauens berauben. Denn das ist Trug werk und keine Wahr 11 eit. Wahrlich zu solcher Bibelkritik gehört weiter nichts, als eine grosse Portion von — Kühnheit Es ist das eine cynische Unverfrorenheit, so im Handumdrehen historische Berichte der Bibel in lauter Fictionen zu verwandeln. — Doch hören wir den Verfasser weiter. Der Vorgang mit dem Michailbild beweise schon eine grosse Hinneigung zu den Leviten. Doch hätten die Könige Saul, David, Salomo, Uzzia, Acliaz sich das Vorrecht, selbst zu opfern, gewahrt. Sehen wir uns auch die hierbei citirten Beweisstellen genauer an. Saul's Opfer (1 Sam. 13,13) erfolgt, nachdem er vergeblich auf Samuel gewartet und das Volk sich zu zerstreuen begann, zur Zeit des היתר במות; David’s Opfer erfolgte ebenfalls zur Zeit des היתר; ein Gleiches ist mit der Stelle über das Opfern Salomo’s der Fall, 1. Könige 3, 3. Die Stelle 1. B. Könige 9. 20' ist allerdings nicht mehr mit היתר בפות zu erklären. Dennoch beweist der Ausdruck והעלה שלמה und והקטיר אתו noch nicht, dass er prieslerliche Handlungen vorgenominen habe, sondern nur, dass er sie habe vornehmen lassen. Denn die Könige hatten ihre besonderen Opfer, welche die Priester rite brachten. Das beweist 2. K. 16,15, wonach König Acliaz dem Hohepriester Usinh befielilt: •על הטובח הגדול הקטר את עלה הבקר וב׳ ואת עלת הפלך Von Acliaz und Usiahu ist auch kein Beweis für die Rechtmässigkeit der priesterliehen Functionen eines Königs, der nicht von uhronidisehem Stamme ist, zu erbringen, denn jener war ein Götzendiener und von diesem heisst es in der Chronik, dass ihm die Priester Vorwürfe machten und sagten: לא לך עויהו להקטיר לה׳ יי לבהנים בני אהרן המקדשים להקטיר. Von den Königen des Mordreiches gar ist gewiss kein Beweis zu bringen. Wenn schliesslich Verf. עגלה ערופה als Beleg dafür bringt, dass bis zur Zeit des Deuteronomiums die Aeltesten dieses Opfer brachten und darin ein Recht des früheren Laienpriesterlhums zu linden sei, so ist diese Behauptung insofern unrichtig, als dieses Sühnopfer, welches Priester und Gerichtsbehörden brachten bis in die Zeit der Kriege mit Rom gebracht wurde (Sil're s. Schottin 11. 205, Tosifthn Sola 14 in. 1.) Abgesehen von dieser Unrichtigkeit ist aber die Tlmtsache, dass es eine Zeit gab, in welcher auch von den זקנים Opfer gebracht wurden, kein Beweis, dass Priester bis zur deuteroiiomischen Zeit kein gesetzliches Opfervorrecht hatten, denn zur Zeit des דיתר במות war dieses Vorrecht sistirt, zurZeit des איסור wieder festgehalten. Nun behauptet Verf. weiter, dass nach und nach die ״Leviten“ das ausschliessliche Prieslertlium errungen hätten, und deshalb הנהנים הלוים genannt worden wären. Dieser Name sei demnach identisch mit נהנים oder לויש; einen Unterschied zwischen Kohanim und Levijim hätte es zu der Zeit nicht gegeben, das heisst bis in die josinnisclie Zeit. Welche Beweise bringt nun der Verf. liir die Identität? — Erstens: diese Levitenpriester hätten die Bundeslade getragen, zweitens hätten sie den Thürhüterdienst iin Tempel gehabt, d ri 11 en s hätten sie Opfer dargebracht, viertens beweise die Anwendung des Ausdrucks חנהנים הלוים im Deuteronomium statt לויש oder נהנים allein die Identität der Ausdrücke. Gehen wir die Beweise durch Josua 3, 3; 8, 33 und 3,6 8. 13. 15. 17; 4,0. 15; 6,6. 12 und 1. Könige 8, 4 tragen Priester (Levitenpriester) die Lade; zwar geschieht dies beim Durchgänge durch den Jordan, auf dem Umzuge um Jericho, bei der Verkündigung der Segens- und Fluchnrlikel und dem Zuge Salomo’s zum David’szelte in! Tempel. Dagegen findet sich, dass 1. Samuel 6,15, 2. Samuel 15,54 die Leviten als Träger der Lade genannt sind. Dass die Priester bei den genannten Anlassen die Lade trugen, beweist, dass diese letzteren eigener Art gewesen sind, aber nicht, dass Priester und Leviten identisch sind Schon in Tosiftha Sota (ed. Zuckermandel) pag. 310 perek 8 rn. 2 macht R. Jose darauf aufmerksam. (Vgl. Babli Sota 33b und Tossafoth s. v. ונשהחוירוהו ) Mir scheinen diese Ausnahmen dadurch erklärlich, dass den Leviten nur das Tragen der verdeckten Lade, aber nicht das der unverdeckten Lade erlaubt war. Bei jenen Anlässen in besonderer Feierlichkeit war die Lade offen d. h, unbedeckt und darum trugen sie die Priester, sonst auf dem Transport trugen sie die Leviten. (Schluss folgt.)!Nachtrag. (Schluss.) Zu Nr. 10 u. 11. 1111 Cliolerajahr 1853 erschienen: a) Arznei in der bösen Zeit, 16 S. 3. Aufl.; b) Theriak. Gebet in der Stille (hebr. und dänisch); c) Gebet beim Abend-und Morgengottesdienst (hebr.); d) Gebet nach der Predigt (dänisch). Zu Nr 13. Candidat S. Berendt hat nicht das ganze Gebetbuch, sondern nur W.’s eigene Gebete in’8 Deutsche übertragen. Zu Nr. 14 Die ״Stimmen“ sind holländisch (Harlern 1842) mit einem Anhang von A. v. Lee erschienen. Englisch durch Rev. Ohotzner in Jew. Chronicle 1876. pg. 544 zu Nr. 16 und 17. Schon pg. 542 und 543 verzeichnet. Zu Nr. 18—IS*. Ueber den Eid erschien noch ein ״Sendschreiben an Hochwohlgeboren Conferenzrath Madritz“ (dänisch). pg 546 zn Nr. 36. Statt Albany (America) liess: Aalborg (Dänemark). Eine Anzahl von den pg. 546 unten erwähnten Reden sind aufgeführt: Kayserling, Bibliothek I, 379 ff. ״Eine grosse Anzahl“ von Abhundlungen in Zeitschritten hat W. nicht geliefert. Er hat ain ״Orient“!nitgearbeitet, in die Annalen für nordische Alterthümer einige Abhandlungen eingerückt und vornehmlich in der dänischen Tagespresse zu jeder Zeit die jüdischen Angelegenheiteil vertreten. Von den Schriften auf jüdischem Gebiete, die von Hm. Lippe nicht berücksichtigt sind, sind aufzuzählen: 1) Programm bei der Synagogeneinweihung 1833 mit historischer Einleitung (dän.). 2) Meine Antwort an die Vertreter der Reformgesellschaft (dän.) 8. d 3) Psalmen zuin Gebrauch beim Gottesdienste, gesammelt und herausgegeben (dän.) Copenhagen 1862. 4) Gebete zur Einschaltung in’s Kirchengebet bei Beschneidungsfeier, bei Beerdigungen (dän) 1862. 5) In Saiom. Trier'» Gutachten über die Beschneidung. Ff. a. M. 1844: Einige Erwägungen p. XXIII ff• Gutachten etc. p. 142—153. 6) W. war auch Mitarbeiter an Fürsl’s Concordanz (s. das. fol. 1387 col. b.) S. Yeiantwortfichei׳ kedacteur Ür. Kaluner iu Magdeburg, Druck von H Horbacli in Barby. Veiiag von Robert Friese in Leipzig.

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