Das jüdische Literaturblatt
- Journal
- Das jüdische Literaturblatt
- Volume
- 10 (1881)
- Issue
- No. 17. (27.4.1881)
- Date
- 1881-04-27
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Ko. 17• Das Jahrg. X. Jüdische Literaturblatt. 1 Znr Belenchtang aller .Imlriitbnm and Jaden betreffenden literarisch. Erscheinungen an( dem Gebiete der Fhlloeopliie. Geschieh te.Ethnographle.Theologle,Orientalin, Exegese, H<>- mlletlk, Liturgik, Pädagogik. I!e1,ausge״eben von Rabbiner llr. Moritz Hahmer. MAcdelnii’g£7-' ,׳. April 1S81. Bacher der einschlägigen LIteratar, welche der Redactioa ingeaandt werden, linden in diesemBIatte eingeh. Beaprechang. BelElnsendang ron zwei Recennlonaexemplaren erfolgt auch Erwähn. L d.Wochenschr. Das ״JUtllfielie Llteraaturhlatt“ erscheint wöchentlich in einem halben Bogen; Preis bei allen Buchhandlungen (in Lei pzig bei Robert Friese) pro Jahrgang:8Mk. 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Wir rohren hier aus Origen es, diesem grossen Kirchenlehrer des zweiten Jahrhunderts, noch einige Stellen an, um zu zeigen, wie man sich christlicherseits in den ersten Jahrhunderten mit allen Organen an das Judenthum klammerte, das zwischen beiden Religionsformen bestehende verwandtschaftliche Band ängstlich wahrte und jeden Versuch, dasselbe zu lockern, ent* schieden zurUckwies. So sagt Origenes de principiis Liber II c. 4 u. A.: ״Wir müssen gegen einige Irrglftubige beweisen, dass derselbe Gott, der das Gesetz durch Moses gegeben und die Propheten gesandt hat, auch der Vater Jesu ist.Der Heiland und seine Apostel anerkannten die Autorität des Alten Testaments und beriefen sich darauf. Er redet von seinem Vater ajs dem Schöpfer der Welt. Er führte seine Beweise aus Sprüchen des Alten Testaments wie z. B. aus jenem : ich bin der Gott Abraham's u. s. w. Paulus giebt (2. Tim. 1) deutlich zu erkennen, dass er als Christ noch demselben Gotte diene, dem er von seinen Voreltern her und als Jude gedient habe. Er wiederholt auch die Verheissung des Gesetzes (z. B. Ephes. 6): . . . Unsere Gegner dürfen sich aber auch nicht darauf stutzen, dass dem Gotte des Allen Testaments Zorn, Reue und allerlei Affekte zugeschrieben werden, als wenn er deswegen ein anderer Gott wäre; denn auch im Neuen Testamente kommen derlei Dinge ron Gott vor“ (wie Luc. 19J. Man sollte solche Ausdrücke immer auf eine der Gottheit entsprechende Weise auffassen.*) ״Sie sagen auch* — so fährt Origenes cap. 5 fort — ״der Vater Christi sei zwar ein guter aber kein gerechter Gott; dagegen sei der Gott des Alten Testaments zwar gerecht aber nicht gut Sie meinen nämlieh, es könne keine Güte bei der Strenge, und bei der Gerechtigkeit keine Liebe statlfinden, und da zählen sie uns alle Strafgerichte des Alten Testaments und alle die liebevollen Worte des Neuen Testaments auf, insbesondere jene des letzteren, welche sagen, dass Nieuiund gut sei als der einige Gott, der Vater. Allein man findet Beispiele v on Gü te bei d em Go tte des Alten Testaments und Beispiele von Strenge bei dem desNeuen Natur und Vernunft lehren uns, dass es mit der Würde der göttlichen Natur durchaus nicht verträglich ist, Gott als gütig ohne ge* recht, oder als gerecht ohne gütig zu denken.“ ״Aus dem Gesetz — sagen sie ferner — könne man ersehen, dass es von einem Gotte herrühre, der zwar gerecht, aber nicht gut sei. — Aber Paulus sagt gerade von dem Gesetz, dass es gut sei (Röm. 7.) Endlich ist ist auch das falsch, dass nur Gott, der Vater Christi, gut genannt werde; denn es gibt Stellen im Alten Testament, in welchen der von Moses verkündete Golt in gleicher Weise gut genannt wird.*4 Mit demselben Eifer polemisirt Origenes im 3. Buche de princip. gegeu die Gegner des Judenthums, welche das Christenthum von dem Judenthum zu emancipiren suchten und sich alle erdenkliche Mühe gaben, um zu zeigen, dass der Gott des A. T. ein anderer als der des N. T sei. Hier beanstanden sie die Worte des A. T.: ״ich werde verhärteD das Herz des Pharao“ und schlossen daraus, dass dieser Gott, wenn man ihn auch als gerecht gelten lassou wollte, nimmer gut genannt werden könne. Darauf Origenes: ״Aber nicht einmal gerecht wäre Gott nach der Ansicht dieser Leute. Er ist jedoch Beide6: gerecht und gütig bei allem, was er an Pharao gethan. Paulus selbst hat (Ebr. 6) ein Gleichniss gebraucht, das hier seine Anwendung findet: ״Wras macht es, dass die Erde, die den Regen trinkt, au dem einen Orte dadurch befruchtet wird, an dem anderen destomehr Unkraut trägt? Nichts als der Mangel des Bebauens, nicht der Regen.“ Und nachdem er zur Erklärung der beanstandeten altteslament- *) Sed et nos — cum de ira Dei legimns, non 8ecundura litt ram de Deo advertimus, sed spiritalem intellectum requirimus i *“bbuf, ut ita sentiamua, sicutintelligeredeDeodignumes