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Das jüdische Literaturblatt · 1881-03-16 · No. 11. (16.3.1881) · p. [Seite]

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
10 (1881)
Issue
No. 11. (16.3.1881)
Date
1881-03-16
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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y Ko. 11. I)as Jahrg. X. Jüdische Literaturblatt. Znr Belrachtn( aller Jndenthnm and Jedes betreffenden literarisch. Erscheinungen an 1 dem Gebiete der Philosophie. Geschlehte.Ethnographle.Theologte.Orientalta, Exegese, HomllettV, Liturgik, Pädagogik. Hern 11t״e!׳e!1en ' oi! liliincr Dr. Moritz Ititliiiicr. Ma^delim‘^, 11). März!»81, Bücher der einschlägigen LIteratar, welche der Redaction »gesandt werden, finden ia diesem Blatte eingeh. Besprachnng. BelElnsendnng ▼on x w e I Recenalonsexemplaren erfolgt ancb Erwähn. L d.Wothenschr. Das ״Jttdltiebe MterMturblntt“ erscheint wöchentlich in einem halben Bogen; Preis bei allen Buobhandlungen (in Leipzig bei Robert Friese) pro Jahrgang:8Mk. Abonnenten der ״Israelitischen Wochenschrift“ (die Vierteljahr!. bei allen Postanstalten und Buchhandlungen $ Hk. kostet) erhalten das ״Jüdische Literaturblatt“ gratis. — Inserate werden mit 35 Pf. für die dreigespaltene Petitzeile berechnet nnd ausschliesslich entgegengenommen durch die Central-Annoncen-Expeditiou von Gr. JL1. Daube An Co., Frankfurt a. M, Magdeburg•, Berlin. Hamburg, Cöln, München, Zürich, Wien, Paris. Inlialti Wissenschaftliche Aufslitze; Addilanaenta zu Znnz' Namen der Juden. Von Dr. M. Grünwald in Breslau. Literaturbericht: Recensionen: Kohn, Dr. Sumuel. Hebräische Quellen und Materialien znr Geschichte Ungarns. — Tal, T. Een Blick in Talmoed en Kvangelie. — Revue des ötudes jnives, pnblication trimestrielle de la societc des etudes jaivea. — Cassel, Dr. Paulus. Ueber die Abstammung der englischen Nation. Nachdruck nur mit voller Quellenangabe gestattet. Additainenta zu Zunz1 Namen der Juden. Von Dr M. Griinwald in Breslau. II. Wir haben in Nr. 40 dieses ״Literaturblattes“ vorn Jahre 1880 einige Ergänzungen zu Zunz’ ״Namen der Juden“ gegeben und setzen dieselben nach den inzwisehen mir gewordenen mannigfachen Mittheilungen hier weiter fort. Auf Seite 5 des 2 Bandes der gesammelten Schriften finden wir den Namen Makkabi. In gewohnter erschöpfender Weise theilt Zunz sämmtliche Variationen dieses Namens mit und erleichtert auf diese Weise die Auffindung der Etymologie des Wortes. Wir lesen bei Zunz: Makbai (Muzza^L;, מכבי oder סבבאי, womit zu vergleichen Makkabani 1. Chron 12, 13; Malibai Sabb. f 106b, Jebamot fol. 120a, Magbai Bereschit rabba c. 80). Hierzu ist noch die Anmerkung zu מגבאי zu vergleichen. Dr. Jellinek in Wien hat sich mit der Etymologie dieses Wortes häutig und eingehend beschäftigt, und ich habe selbst für diesen Gelehrten während meines Aufenthaltes in Paris eine Copie der מגילת אנטיוכוס besorgt, wo das Wort מקבי also etwa der ״Hammer“ (man vrgl. Charles Märtel) zu deuten wäre. Audi die Etymologie, als ob M a kkabi eine Abbreviatur der bekannten Worte טי כמוך באלים יי' wäre, erweist sich sofort als unhaltbar, wenn wir eine genügende Deutung des Wortes innerhalb des semitischen Sprachschatzes finden. (Ich will hier gleich vorwegnehmen, dass trotzdem diese Art der Namenbildüng eine bei den Juden übliche ist, wie ich aber glaube, erst in den letzten 200 begönnet! hat; so, um an das Bekannteste zu erinnern, ist der Name Katz nichts Anderes als eine Abbreviatur aus כץ כהן צדק; Segal סגן לויים סגל u. a.) — Aus dem bei Zunz angeführten Materiale ist nun zur Genüge zu erfahren, dass מכבי mit כ die richtige Lesart ist, und die in der Chronik vorkommende Form מכבני giebt uns den Schlüssel zur richtigen Etymologie. Der berühmte Reisende und Forscher Joseph Hal6vy in Paris hat in seinen M^langes d’6pigraphie et d’arc!160logic s6mitique (Paris 1876) p. 41 bei Besprechung einer phönizischen Inschrift die Bedeutung des Verbum כבן eruirt. Hal6vy schreibt nun I. c. diesem Verbum die Bedeutung conq116rir, s’emparer de (erobern, sich einer Sache bemächtigדול) zu. Aus כבן aber ist טכבני eine regelmässige aramäische Form eines nomen agentis* Denn als aramäische Form hat es Zunz bereits erkannt• Die Brücke aber zwischen טכבגי und מכבי bildet die eben auch belegte Form מכבאי. Seite 47 begegnen wir dem romanischen Namen Set bona. Neben den von Zunz angeführten Formen wollen wir der Vollständigkeit halber nocli bemerken, dass in Luzzato’s אבני וכהן Nr. I, Anuierk. 2 sich auch die Form סד בוגה findet, unserer Ansicht nach ist ס״ט טיטן טוב «= das einzig richtige, weil die Portugiesen noch heutzutage ihrer Namensunterschrift die Buchstaben ם״ט hinzuzufügen. (Aus einem Briefe des Dichters Nissim Karsenty vom 17. Januar 1881 aus Oran in Algier.*) Dass die Buchstaben aber bei diesem weibliehen Namen vorgesetzt werden, mag eben zur Unterschi idung von männlichen uni weiblichen Namen dienen. Auf Seite 60 ist ferner der Name ורדה, den Zunz bei Asulai vorfand. Es ist der durch den Egyptologen G. Ebers allbekannte Name Uarda (Titel eines Romans von G. Ebers). Wahrscheinlich heisst es die R 0 8 e, eine Feminalbildung von ורד Rose. Gewöhnlich hält man das Wort ורד selbst für ein indogermanisches, das mit P30(׳v zusammenhängt. Auf derselben Seite auf der letzten Zeile liest man bei Zunz den Frauennamen צאריט, die Zarte, hier ist die Form צארט hinzuzufügen, die sich auf einem der Breslauer Stadtbibliothek gehörigen Machsor (Prag 1539) befindet. Ein in dem Geburtsort meiner in Gott 6eligen Mutter, in Ungarisch Brod in Mähren, häufiger Frauenname ist Zurtl, offenbar nichts anderes, als das Diminitivum von Zart, mit dialektischer süddeutscher Färbung. Herr Rabbiner Dr. M. H. Friedländer theilte mir in seinem Briefe vom 12. November 1880 folgende Namen mit, die sich bei Zunz nicht finden u. z.: סאלווא, welches nichts mit dein lat. salva ״die gesunde“ zu thun *) Derselbe hat das von uns in Nr. 4 des ״Jüd. Literaturbl.“ kurz angezeigte Buch ״Schibche Elohim“ Elohim veröffentlicht, worauf wir noen eingehend zurdekzukommen gedenken. Diebtun• gen in hebräischer, spanischer und arabischer Sprache sind vom Herausgeber daselbst.

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