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Das jüdische Literaturblatt · 1881-02-09 · No. 6. (9.2.1881) · p. Seite 24

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
10 (1881)
Issue
No. 6. (9.2.1881)
Date
1881-02-09
Page
Seite 24 (sequence 4)
Language
German
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— 24 — Jellinek, Dr. Ad. קונטרס המפתח. Bibliographie der Nominal-, Verbal- und Real-Indices zum babylonisehen und jerusalemischen Talmud, zur Midrasch- und Sohar-Literatiir und der alphabetisch geordneten Hagada- Sammlungen nebst Zusätzen zu den früheren Bibliographien und handschriftl. Mittheilungen. Wien 1881. Löwy. (36 S. 8.) In diesem achten Hefte seiner bibliographischen Studien bietet der gelehrte Verfasser eine Zusammen- Stellung der Repertorien und Indiens zur Talmud- und Midrasch-Literatur, sowie der alphabetarischen Hagada- Sammlungen, die bei allen einschlägigen Arbeiten mit grossem Nutzen zu verwerthen sind und viel Zeit und Mühe ersparen. Solche Indices wurden nach verschiedenen Methoden und in verschiedener Absicht angelegt. Die einen begleiten fortlaufend den Text mit dem Nachweis der Parallelstellen, sei es in dem Werke selbst oder in verwandten Büchern (מראה מקומות) Diese sind meist als Marginalnoten den Text-Ausgaben beigedruckt. Andere führen zu den Bibelversen die Stellen aus Talmud und Midrasch an, wo dieselben erklärt, behandelt oder überhaupt citirt worden. Die bedeutend- 8ten und die am meisten benutzten dieser Art sind: תולדות אהרן (Nr. 76) und 5) בית אהרן), das sich auf die jüngsten agadischen Erzeugnisse erstreckt (beide auch marginalitar in rabbinischen Bibelausgaben). Unter den Repertorien der Hagada, die nach Materien und Schlagworlen geordnet sind, nimmt die erste Stelle ein זכרון תורת משה des Mose Pigo (3), das bis in die jüngste Zeit mehrfache Nachahmungen erfahren (15,71). Hierher gehören auch die Sammlungen von Moralsätzen, Maximen (so Nr. 6, 7a, 23, 25 32, 34, 44, 63, 69), Sprichwörtern (26 מלץ דרבנן) etc. Ein Nominal-Index der biblischen Personen, der Tanaim und Amoraim, mit den auf sid bezüglichen Stellen resp, den ihnen angehörenden Aussprüchen ist das vielbenutzte נחלת שמעוני von R Simon Peiser (58). Für die talinud. Biographie, Chronologie und Literatur weitaus am bedeutsamsten ist R. Jechiel Heilprins Riesenwerk סדר הדורות, dessen Brauchbarkeit allerdings durch den Mangel an systemalischem Sinn nnd die verworrene Drucklegung stark beeinträchtigt wurde, nun aber in verbesserter Ausgabe in Warschau erscheint. Eine ähnliche biograph. Tendenz verfolgt z. B. שכיות החמדה (Nr. 74a) Es gibt ferner lexicographisch angelegte Idiotica für die agadische Terminologie (so Nr. 33 טענה לשון von Isr. Jac. Algasi Nr. 73), Zusammenstellung der synonymisch gebrauchten Vocabeln in Bibel und Talmud (Nr. 75) u. s. w. Unter den 91 Nrn. dieses Registers führt der Verfasser auch mehrere minder bekannte oder aus sonstigen Gründen interessante, gedruckte und handschriftliche Piecen an, so Nr. 25 מעשה תורה von R. Elia Wilna über verschiedene in Zahlbestiminungen gefasste halachische Materien, das encyclopädische שיח עבדי אבות (Nr. 74) von R. Elieser aus Kanitz, wobei auf die Controverse über diesen durch Freisinn ausgezeichneten Rabbiuer und sein Werk, die zwischen David Oppenheim und Haiberstanun in Kobak's Jeschurun stattland, hinzuweisen war. Es folgen Ergänzungen zu den früheren Heften und eine Mittheilung des R. Mortara in Mantua, enthaltend Auszüge aus Responsen über die Frage der rituellen Berechtigung, eines zum Judenthum zurückgekehrten Convcrtiien, die alle für die milde Praxis stimmen. Dann ferner ein Auszug aus dem צמח דוד des R. Josef David über einige כללים und eine Notiz über verschiedene ß,edactionen der gaonäischen Responsen. Aus Handschriften sind abgedruckt: die Einleitung des R. Josef b. Schein tob aus Castilien (Sohn des R. Sch. b. Sch.) zu seinem עין הק!רא, einer homiletischen Hodegetik, worin eine systematische Darstellung der religiösen Beredtsamkeit zum Zwecke der praktischen Beeinflussung des menschlichen Willens versucht wird Diese Gattung Redekunst wird der ärztlichen an die Seite gestellt und auch die Methode von ihr entlehnt. Dag zweite Stück ist Mose Narboni’s Schluss zu seinem M0re-Commentar (vollendet 1376) der einige historische und biographische Daten enthält, sowie eine interessante Aeusserung über das Ansehen, das der More bei den Juden, Christen, wie Mohammedanern geniesst. So ist auch aus diesem Hefte mannigfaltige Belebrung zu holen. —m. Notizen. 1) Alle Erklärungen der Stelle Ende Sifre: אל תקרי ולא נס לחה אלא ולא נם לחה, darunter auch die des Herrn Rabb. Dr Caro, welche wir in dies. Bl. (Nr. 48 v. J,) gelesen, befriedigen uns wenig oder gar nicht. Jene nicht, welche den Schwerpunkt auf das Verbum נם legen, weil die Natur des אל תקרי eine neue Lsseart fordert, wieinErachin 15a ganz richtig zwischen סמנו (von uns) und מנהו (von ihm, Hiob 4, 12) eine andere Biegung gehört wird, hier aber unverändert das frühere נם verbleibt, welchem blos ein anderer Sinn untergeschobenwird, der keines אל תקרי bedarf. —Rase hi zu Sota 35a zog es aus demselben Grunde vor, dasselbe zu streichen. Aber auch der Commentar des Herrn Caro leuchtet uns nicht ein, weil ein fremdes Element in ungrammatischer Weise eingeschmuggelt wird, und | müssieesdann heissen אלא לחיו (ibid. 40, 26), wenn das! Substantiv von לחי derivirt und Zähne oder Wangen bedeuten sollte. Auch der Samaritaner übersetzt לחה mit רטוב, so wie auch Buxtorf solches unter Artikel לח ,feucht“ anführt. Wir haben eine neue Ansicht über diese schwierige Stelle, indem wir unser Augenmerk auf eine andere sprachliche Unregelmässigkeit lenken. Wir beanstanden nämlich das ruhende ה in לחה, welches, von Ausnahmen abgesehen, regelrecht לחו zu schreiben ist. Wir glauben daher annehmen zu dürfen, dass dieses Pronomen sich nicht auf Moses, sondern auf JJPV im Vordersätze bezieht, nämlich ״sein Auge war nicht trüb und es (das Auge) floss nicht,“ und somit bedeutet der אל תקרי: lies nicht לחן (lecho) männlich, sondern לחה (Lechoh mit Mapik), weil alle duale Gliedmassen, sonach auch עין, weiblich ist und entsprechend ein weibliches Fürwort verlangt. Hierzu sei noch bemerkt, dass ״ לחFeuchtigkeit‘ mäunlich richtig mit נם in Einklang steht, während לחי weiblich ist und es נסה heissen müsste. Was Weiteres Sifri über die Abnormität Moses vor oder nach dessen Leben spricht, ist problematisch, wie es überhaupt sonderbar, erst daraus zu beweisen, dass die Augen der Todten gebrochen! L ö w y-Kanizsa. 2) Dass Sifri .1לח von ״ לחיWange“ ableitet, wird durch eine andere Stelle im Sifri klargestellt und zwar zu Numeri 26,23 (in der Friedmann'schen Ausgabe p. 526), wo merkwürdigerweise der Herausgeber selber auf נאוו לחייך בתורים Hl. 1,10 hinweist. Berichtigung. Die in Nr. 4 d. Bl, angezeigte Festschrift hat nicht den Universitiltsrector Dr. Luthardt, sondern den derzeitigen Decan der theol. Facultät, Hrn. Consistorialrath Prof Dr, G. A. Baur zum Verfasser resp. zum Herausgeber. In Nr. 3 8. 10b Anra. 7. 4 lies: ist nicht am Platze._ Verantwortlicher Kedacteur Dr. Ra hm er in Hagdebnrg. Druck von H Horbach in Barby. Verlag von Robert Friese in Leipzig.

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