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Das jüdische Literaturblatt · 1881-02-09 · No. 6. (9.2.1881) · p. [Seite]

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
10 (1881)
Issue
No. 6. (9.2.1881)
Date
1881-02-09
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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uro. 6 Das Jahrg, X. Jüdische Literaturblatt. r 1 Zar Beleuchtung aller Jodenthnm and Jaden betreffenden llterarlech. Erscheinungen anf de■ Gebiete der Philosophie. Geschichte,Ethnographie,Theologle,Orientalin, Exegese, Ho- ■lletlk, Liturgik, Pädagogik. Ilerausge״eben von Hubbint-r l>r. >lori<z Hnlitner. Ma^debiir(;, O. Februar 1S81. I Bfieher der einschlägigen LIteratar, welche der Kedaotlon ingesandt werden, Baden in dlesemBlatte eingeh. Besprechnag. BelElnseadung ▼on s w e I KeeeaalonsexoBplare■ erfolgt nach Erwähn. L d.Woehensohr. Das ״Jttdlsebe 11ltersstarbl«tt(( erscheint wöchentlich in einem halben Bogen; Preis bei allen Buchhandlungen (in Leipzig bei Robert Friese)pro Jah r g ang: 8 Uk. 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Nachdruck aur aiit «•Iler Quellenangabe gestattel. Die Uebertragung von Krankheiten der Thiere auf den Menschen durch Genuss der Thiere.*) Von Dr. Heinrich Behrend. (Fortsetzung und Schluss.) Fuss- und Ma 111 krankheiten, die vierte auf unserem Verzeichniss, sind als ein ansteckendes Eruptiv-Fieber erklärt worden, welches alle warmblütigen Thiere ansteckt und Menschen befällt, — seine ganze Geschichte, während der letzten Periode, in welcher es auf dem Festlande vorherrschend war und während der letzten 40 Jahre, als dieses Land so viel von ihm gelitten hat, zeigt, dass es in der That eine Krankheit von Mensch und Vieh ist. Die Uebertragung der Krankheit auf Menschen, sagt Gamgee, eine der grössten Autoritäten, lässt keinen Zweifel zu Herr Vacher, der Medicinalbeamte für Birkenhead, behauptet in einer auf der Cambridge - Versammlung verlesenen Schrift sehr ent* schieden, dass wenn Jemand unvollständig gekochtes Fleisch eines von dieser Krnnkheit befallenen Viehes essen würde, dies denselben zweifellos inQciren würde. Die unter dein Namen ״Anthrax“ in den Fachkreisen bekannten Klasse von Thierkrankheiten, deren es wieder verschiedene Arten gibt, ist sicher durch Fleischgenuss auf Menschen übertragbar Die Erforschung dieser Frage ist hauptsächlich von französischen und deutschen Physiologen vorgenommen worden und sie stimmen alle in der Annahme überein, dass diese Krankheit mit Leichtigkeit auf dem Wege der Fleischnahrung übertragen werden und einen fatalen Charakter annehmen kann. Herr Vacher behauptet thatsächlich, dass die Zähigkeit, mit welcher das Fleisch des befallenen Phieies die Infection festhält, so gross ist, dass uian für dieselbe unmöglich eine Grenze bestimmen kann und ebensowenig für die Gefahr des Consumenten. •) Au« <iem Englischen. Was die Rose beim Vieh betrifft, so ist dieUebertragung der Krankheit auf Menschen durch inficirte Nahrung zwar ausserordentlich wahrscheinlich, kaum aber direct zu beweisen; denn erstens ist die Krankheit ebenso bei den Menschen wie bei den Thieren allgemein, zweitens nimmt sie eine besondere Stellung zwischen spezifischen und einfachen Krankheiten ein, dass wenn ein Ausbruch vorkommt, es unmöglich ist, zu entscheiden, ob er von Ansteckung herrührt oder nicht. Sie wird indess, besonders bei Schweinen und Schafen, so häufig angetroffen, dass die Möglichkeit der Uebertragung seiner speciellen Infection nie übersehen werden sollte. Es sollte solches Fleisch als äusserst unbrauchbar für menschliche Nahrung verworfen wer* deu, zumal Flei6ch, welches kaum einige physischo Zeichen von Krankheit aufweisen mag, dennoch thatsächlich infectiös befunden werden kann, was der heimtückischen Art zuzuschreiben ist, in welcher das Gift der Rose sich überträgt. Endlich gipfelt das Hauptinteresse dieser Unter* suchnng in der Frage von der Uebert ragbarkeit der Tuberkulose von Thier auf Menschen , weil dies nicht allein die zerstörendste aller Krankheiten ist, denen die Menschen unterworfen sind (beträgt sie doch fast den fünften Theil der gesammten Mortalität des Landes), sondern weil trotz des langen Zweifels, ob die Krankheit, wie sie bei den Thieren vorkommt, mit der bei Menschen identisch wäre, diese Frage nunmehr in bejahendem Sinne gelöst ist; auch gewinnt die Uebertragbarkeit dieser Krankheit in rapider Weise an Gewissheit. Es ist. nur vergleichsweise neu, dass der Verdacht, Tuberkeln seien auf die Consumenten eines so inficirten Fleisches übertragen, aufrecht gehalten worden ist: aber es ist kein Streit mehr Uber die Möglichkeit, sie zu inoculiren und es ist wiederholt erwiesen worden, dass die Krankheit durch Fütterung mit dem Fleisch oder der Milch des erkrankten Thieres erzeugt werden kann. Es ist kein Zweifel, dass Tausende von Thieren in diesem Zustande geschlachtet und zum Genass verkauft werden. Die einzige Methode, welche Herr Fleming zur Verhütung empfohlen hat, ist die Errichtung von öffentlichen Sc hl ach thäusern durch das Land, die Inspection aller Thierleichen, welche von ihnen als Nahrungsmittel herausgebracht werden und die Ausschliessung und Vernichtung aller solcher, welche mit dieser Krankheit sich behaftet iinden. Es ist in der That sehr wahrscheinlich, dass viele von den in allen Bevölkerungsklassen, besonders aber bei den Armen, herrschenden Kinderscrophulose und Tuberkulose dem Genüsse von Fleisch und Milch tuberculosen Viehes zuzuschreiben ist. Das Vorherrschen der Krankheit ist

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