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Das jüdische Literaturblatt · 1876-12-15 · Nr. 24. (15.12.1876) · p. Seite 96

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
5 (1876)
Issue
Nr. 24. (15.12.1876)
Date
1876-12-15
Page
Seite 96 (sequence 4)
Language
German
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herbeigezogen. Darum wurde er der Beiname des ganzen Geschlechtes. Die Nanien der anderen waren vergessen. Als Malachias seine Söhne auffordert, den Widerstand nicht aufzugeben, stellt er an ihre Spitze Simon als den Mann des Rathes und Jirda als den ״Starken («■«011« (;;׳ Jugend auf." Juda, der eigentliche Held des Jüdischen Befreiungskrieges gegen die Syrer, wird Maxxafi«!׳,;, Makkabaeus genannt. Heber diese Lesart herrscht nirgends ein Zweifel. Dem andern Buch der Makkabäer ist sie desgleichen eigen. Josephus hat sie durchgängig. Alle griechischen Schriftsteller und Kirchenväter theilen sie; (nur Hieronymus schreibt: M a c h a b a e i.) Wenn das erste Buch der Makkabäer, die älteste und ursvrüngliche Quelle, durchgängig Maxx!#ato; liest, so kann das Original nur, wie der Syrer es hat, in מקבי aufgelöst werden und ist eine andere Deutung als die durch ״Hammer" von מקבה nicht denkbar. Bei der nahen Verwandtschaft von ק und כ hat man in מקהה den nahen Zusammenhang mit $5ה immer gefühlt. Letzteres wird von Schlag und Niederläge, die man dem Feinde beibringt, gebraucht. Wenn nun der Vater zu den Söhnen sagt (2. 66): ״Judas Makkabaios, stark an Kraft (i--/upL:r>-v-^n) von seiner Jugend auf, wird Euch der Heerführer sein," so ersieht man erstens, daß der Erzähler den Charakter der Kraft dem Juda von Jugend auf beilegt, und ihn dadurch auSzeichnet, dann fühlt man, daß er einen Zusammenhang weiß zwischen dem Nanien und der Stärke, die er von Jugend an besitzt. Eine eigenthümliche Stelle im Makkabäerbuche (5,34) auf die man noch kaum geachtet, bringt einiges Licht. Timotheus mit seinem Heer belagert eine Stadt. Juda komnit, sie ju entsetze», da heißt es: ״Als das Heer des Timotheus!■,*» erkannte, Moxx«f1aw; ergriffen sie die Flucht." Bisher Halle der Erzähler immer nur von Juda gesprochen, der Name Makkabäus kam allein nicht vor. Wenn er ihn hier allein im Zusammenhang mit dem Schrecken nennt, der die Syrer ergreift, so ist offenbar, daß er auf die Bedeutung des Namens anspielt, als wenn er sagen wollte: ״Und als die Feinde merkten, daß es der ״Hammer" wäre, der auf sie einschlng, da ergriffen sie die Flucht." Das Bild des Hammers als Kriegswaffe in den Händen des starken Helden ist ja ein Bild, das der Schrift nicht unbekannt ist. ״Du bist mein Hammer, heißt es in Jeremia 51. 20, meine Kriegswaffe, durch dich habe ich die Völker zerschmiffen und die Königreiche zerstöret." ״Wie geht es zu, heißt es im Jer. 50. 23 von Babel, daß der H a m m e r der Welt zerbrochen ist" (tst'vv). Daffelbe letzte Wort gebraucht der Talmud, wenn die Jünger zu dem berühmten Lehrer Jochanan bei Saccai sagen, der auf bcm Todtenbett weinend lag: ״Gewaltiger Hammer, was weinst du; was hast d u zu fürchten, der sonst zu fürchten macht." (Berachoth. 28a. פטיש החיק; die Bedeutung ist nicht ״scharfsinnig", wie Levy meint, sondern ״niederschmetternd".) ES geschah aus kritischer llnkunde der jüdischen Literatur, daß man in früheren Zeiten darauf einen großen Werth legte, daß der sogenannte hebräische Josippon*) sich der Schreibart ,K22.D bediente, also das ק vermied. Allein es geschah dies aus keinem tieferen Grunde, als weil er die lateinische Uebersetzung der Makkabäer oder des Josephus benutzt hat, wo er MachabeuS fand. Dem Josippon schrieben alle anderen hebräischrn Autoren nach, wie sie das offen sagen. Auch was Josippon von der Stärke sagt, aus der er den Namen erklärt, ist nur aps 1. Makk. und Jos. entlehnt. Hätte man singesehen, daß die Schreibart bei Josippon gar keinen selbstständigen Werth hat, wären alle die wunderlichen Meinungen nicht entstanden, die man an מ22אי anknüpfte. Die Einen machten daraus — und der Gedanke war offenbar der sinnigste — das Akrostich פוי 2מוך 2אלים ך׳- deren Anfangs- ’) Josippon lib. 3 cap IX in der Ausgabe von Breithaupt, p. 200. Verantwortlicher Redakteur: ü>r. M. Stahmer.!vru<k von <£L buchstaben '228 gaben. Aber selbst die Möglichkeit des 2 zuguteben, warum sollte denn grade Juda nur diesen Beinamen allein haben, der doch ein allgemeiner war. Für seine» Väter würde er noch paffender erschienen sein. Aber man hatte überall übersehen, daß sein und seiner Brüder Namen schon vor den Thaten der Kriege getragen worden sind. Juda war ״von Jugend auf" ein S t a r k e r. Ebenso seltsam und we- Niger treffend ist die Meinung Fürstsnihals, der daraus die Anfangsbuchstaben von ״Matathias Priester (כהן) den Jochanan's" bilden wollte. Aber war denn Matathias nicht auch der andern Söhne Vater, warum sollte blos Juda so heißen! Die Meinung von Franz Delitzsch, es sei '222 so viel wie ״ מה 2א2יWas ist wie mein Vater", wird Keinem einleuchten. Die Meinung von Curtiß selber, um derentwillen er sein Büchlein schrieb, ist nicht treffender, wie sie auch nicht neu ist. Curtiß leitet es von 22ה to de pxtinguishid und übersetzt 'מ22א the exinguisher. Dieselbe Ansicht hat aber Hottinger schon (zu Goodwins Moses und Aaron. Francofurti 1710. pag. 44). Drusius hat sie, welcher es exstinvtvr übersetzt (pgl. Fabric. Bibl. Graeca ed. Harleß. 3. 745). Aber .122 heißt auslöscheu, nämlich ein Licht; JuvaSMakkabäus hat aber nicht das Licht ausgelöscht, sondern angezündet am großen Fest der Chanuka. Wie wird man einen Helden einen ״Lichtauslöscher" nennen. Wenn David Gans sagt, es hieße Makkabaeos ״Kriegsmann" im Griechischen, so denkt er an eine Form von und das ist ohne Zweifel, baß sprachvergleichend!!*-/ס!!'!" sowohl mit hebr. N22. Schlag, und auch mit מק2ה, zusammenhängt. Jedenfalls ist sie bester als die, welche Wolf (Bibl Hebr. 2. 202) aus Reiz anführt, die soviel als '2 ,92־־ d. h. Schlag durch mich, bedeuten solle.*) Der Ursprung des Namens Hasmonäer ist in ein noch tieferes Dunkel gehüllt, als der der Makkabäer. Im Buche der Makkabäer ist desselben keine Erwähnung geschehen. Aber die Talmnben kennen nur HaSmonäer, nicht Makkabäer. Der Name Makkabäer kann nichts Unpopuläres gehabt haben, da sogar die Märtyrer in der Erzählung der sieben Kinder, die geopfert werden, so heißen. Josephus wußte offenbar den Grund nicht; wenn er als Urvater des Matathias einen ״Asamonaeos" nennt, so will er sich bloS den Namen dadurch erklären. Aber warum nennen denn die Makkabäerbücher diesen Namen nicht! er mußte doch ihnen vor Allen bekannt g§- wesen sein, wenn er im Munde der hebräisch Redenden dann zum Ehrennamen geworden ist; wie kommt es, daß man ge« rade nach diesem sremdklingenden Namen, einem fernen Ahnen, und nicht nach Matathias sie . genannt hatte! Die Meinung von Fürst, den Namen auf ein obscures Oertchen, das nur einmal vorkommt, zurückzuleiten, erklärt nicht, weshalb man in der jüdischen Tradition Hasmonäer principiell für Makkabäer setzt. Hasmonäer war ein Epitheton. Es war eine Art Uebersetzung von, Makkabi selbst. Wie sein Vater zu Juha sagt, er sei ein '•3י׳■',■,),-׳./׳ von Jugend auf — und dies in Makkabi sein Bild fand, so war dies durch השמן — leicht wiedergegeden, was von der LXX. als ^«/.י; ־נ׳י wie איש חיל wiedergegeben ist und ״Adel und Tapferkeit" zugleich ausdrückt. Vielleicht hat der Talmud deshalb mit Vorliebe sich für diese Ehrenbezeichnung der Makkabäer entschieden, weil in derselben zugleich ein lautlicher Hinweis auf das (״ (פך #מןWunder- Oelkrüglein" lag, das ja in der talmuvischen Legende die Hauptrolle spielt. (Wir kommen auf einige andere intereffante Punkte der lehrreichen Caffel'schen Abhandlung in einer späteren Sir. noch zurück.) ״ R. *) Andere Meinungen, wie die von Zipser, (Mechuvaim), PH. Luzzatto (es sei eine Umsetzung von ßiawfiäya;), bedürfe» kaum der Erwähnung. Im Mittelalter hatte man vielfach di« Erklärung, wie sie Nie. de Lyra gab, di« auch nur die Vulgata berücksichtigte, dah es von der Bertheidiger, käme. Zun- (Namen der Juden 8. 8) verweist auf Thron, l, 12, 13, womit aber wen!g L«wonnen^ist^_ Scharnke in Barby. Verlag von Robert Friese in Leipzig.

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