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Das jüdische Literaturblatt · 1876-07-01 · Nr. 13. (1.7.1876) · p. [Seite]

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
5 (1876)
Issue
Nr. 13. (1.7.1876)
Date
1876-07-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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itemtiirblatt Zur jSeleudjtung aller Judenthum u. Juden betreffenden literarischen Erscheinungen auf dem Gebiete derPhilasaphie.Geschichte,«t1,nagrapl,ie,r1,eolagie, Brientali«, Exegese, Hamiletik, sllurzik. Pädagogik. ■ J Herausgegeben von Rabbiner Dr. Moritz )kahmer Magdeburg, 1. Juli 1876. Bücher der einschlägigen Literatur, welche der Ned. de» ״Jüd. pteraturdlutt" in Magdeburg (oder der ״Israel. Wochenschr." in Stettin);»gesandt werden, finden in diesem Platte eingehende Besprechung. Erscheint am I. u 1k». des Monats. Preis pro Jahrgang 4 Mark. Für die Abonnenten der ״Israel. Wochen-?C 9b1hvflft11 •» schrist" (die jährl. S Mark kostet) gratis. Zu beziehen durch alle Buchhandlungen; in Leipzig durch Robert Friese. ״• Bibel und moderne Wissenschaft. Philologische Bemerkungen zur Genesis. II*) von Martin Kornfeld in Posen. Was inan nicht weih, das eben braucht inan. Und was inan iveiß, kann inan nicht gebrauchen. (Gothe's Faust.) In uilserer Zeit, in der es förmlich epivemisch geworden ist, über Anthropogenie, Entstehung der Arten und Genesis im Allgemeine» zu »rtheilen, durste es besonders wichtig erscheinen, die Bibel als älteste Urkunde ei!ler genauen Untersuchung hierin zu uuterwerfen. Es scheint uns das jetzt besonders opportun, indem gegenwärtig eine ״Art" excellirt, die^ nur dann aus der Höhe der Zeit zu stehen glaub i. wenn si durch Cikate aus Lamarqne, Darwin. Haeckel wie von einem Piedestal den biblischen Schöpfungsbericht zu verhöhnen vermag. Urschöpfung und Entwickelung liegen nach dem bibl. Entslehungsbericht in der Intention der Urkraft, welches durch ven Passus אשר ברא אלהים לעשות (welches Gott schuf, um es zu fertigen) constatirt wird. Der EosmoS und seine Bewohner verdanken hiernach ihre Enistehnng keinesw egs einer plötzlichen Creirung aus einem ״Nichts", sondern seine Gestaltung nimnlt einen Zeitraum in Anspruch. Nach unserer, früheren Erörterung Cap. I mar der Cosmos zuvörderst (oder im Anfänge) in einem Urnebet שביב gehüllt**), woraus die feste Substanz הארץ sich zunächst gebildet. Durch weitere Concentrationen entwickelten sich dann die Leuchtkörper, und mit jedem Tage treten höher organisirte Wesen ins Leben, bis am sechsten Tage die Säugethiere inet. Mensch den Schluß der Schöpsungsperiode bilden und zwar wird bei dieser Progression durch das Weib der Endschluß und Euliminationspunkt erreicht. Begeistert könnten wir ailsrufen: ״Firns coronat opusa, wenn nicht verkehrte Weltanschauung den Pessimismus verbreitet hätte, wodurch Viele das irdische Dasein als ein Iammerthal betrachten, von bem der Tod nur als Erlösung gilt. *) Fortsetzung aas Nr. 7. 8. Bezüglich der Redactionsnote (im Art. I Nr. 7) wegen deS Artikels in diesem Worte füge» wir erklärend hinzu: Nach Laplace war die Erde im Anfang seuer-fiüssig. Diese feurige Flüssigkeit kann auch dm Artikel ה״אשמים beibehalten. Wir haben nun die Alternative, mtweder das si in א zu verwandeln oder unter Beibehaltung des ת als Artikel des א htnzuzudenken. , Untersuchen wir die Entstchungsart organischer Wesen nach der allgemeinen Uebersetzung des bibl. Urtextes, so werden wir gestehen müssen, daß die Procedur noch weit kühner geschildert wird, als es die obgenannten Naturforscher zu be- Haupte» wagten. Letztere nehmen eine organische Urzelle an, aus der die Fortentwickelung sich vollzieht, während die Bibel die höchsten organischen Wesen init einem Sprunge direct aus der anorgallischen Erde übergehen läßt. Die allgemeine Uebersetzung, welche uns als Quelle für diese Annahnie chicneu sollte, können wir jedoch hierbei nicht als eine geeignete hinstellen, indem uns die ״Erde" als Ursubstanz für die Säugethiere höchst problematisch erscheint. Von den Pflanzen wird berichtet, daß solche aus der Erde hervorsprossen, von Fischen, daß solche im Wasser wimmeln, von Vögeln, daß solche in der Luft fliegen sollen, während es von Säugethiercn heißt, ״die Erde möge solche hervorbringen"! Das Stammwort הוצא) יצא) berechtigt uns jedoch keineswegs zu einer solchen Annahme. Stets wird dieses Verbum nur im Sinne der Fortbewegung angewendet und Niemand wird wohl das Volk Israel für einen ägyptischen Extrakt betrachten, weil es ^on ihm heißt יום •צאתך מארץ מצרים ״Die Erde soll den Säugethiere» als Terrain zur Fortbewegung dienen", wäre wohl die geeignete Uebertragung des Satzes תוצא הארץ נפש היה, welches auch von Pflanzen gelten kann, da der Same ebenfalls überall zerstreut wird, daher heißt es, nachdem die Pflanzen aus der Erde sproßten ותוצא הארץ השא und nicht ותהשא rc. Die deutsche Uebersetzung wird sich wörtlich kaum hier ermöglichen lassen und verlangt eine andere Terniinologie. Der Mensch, heißt es ferner, war aus Staub von der Erde gesornil und zwar als Hermaphrodit, aus dem durch Theilung die schönere Hälfte hervorging Nach der Etymologie des Wortes ארמה stammt dasselbe von הם Blut in Zusammenhang mit אהם Mensch, also von einer rothgcsärbten Substanz, wonach Josephus den Menschen von ״rother" Erde abstammen läßt, Wir kommen leicht in Versuchung, den ersten Menschen den אהם für eine Nothhaut anzunehmen, zumal später Esau mit seiner Haut in die republikanische Farbe zurückfiel. Verweilen wir noch beim Adam welcher uns als Urahne wohl besonders interessirt. Wenn Naturforscher (unter denen namentlich Euvier bahnbrechend gewesen) den Jrrthuni widerlegten, daß der Mensch keineswegs

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