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Das jüdische Literaturblatt · 1876-06-01 · Nr. 11. (1.6.1876) · p. [Seite]

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
5 (1876)
Issue
Nr. 11. (1.6.1876)
Date
1876-06-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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D«S Lüdischk Litmtmblitt I»r Dklr»cht»»ß »btt Jibrnttzo« *. -»de« betreffende» Utrr« rischen Erschein«»-e» «s de» Gedietr der PtzULs,-hie,GrschichU,Mtz»»gr«ptzi«,8tz»»t,git, IBriniUlta, t^tßese, Hmniietik, Klbtrgik, )Ukti»|tiL Herausgegeben von Rabbiner vr. Moritz -lahmer. Magdeburg, 1. Juni 1876. Kicher der einschUzige» Liter«t»r, «eich« »er Ae». de» ״Jitd. Aiter«t»rbt«U" i» Mitzdedsrg («der der ״-»raet. Wochenschr.- i» BteNi«) wgesmbt »erde», finde» i» diese» Wette et«-!ehende Desfirech»»,. Nr.11. Erscheint am I. u IS. de« Monat». Prei» pro Jahrgang 4 Rar!. Für di« Abonnenten der ״Israel. Wochen- |f <$rift" (bi* jährl. 9 Mark kostet) gratis. Zu beziehen durch all« vuchhmwlungm; in Leipzig durch Robrrt Fries« 5. Iahrgmg. Bibel trab utoberite Wiffenschaft. Bon Or. Kornfeld. n.*) ״Dar Wunder ist deS Glauben» liebste» Kind." Ileberlegene Geister» die sich über das Verbot des Schweinefleisch-EffenS hinweggesetzt haben, glauben obigen Ausspruch in ihrem mitleidigen Gemüthe auch auf den Glauben der Juden an die göttlichen Wunder, z. B. beim Auszuge aus Aegypten, auf dem Berge Horeb rc.» anwenden zu dürfen und zu können. Es mag dahin «stellt bleiben, ob in der heiligen Schrift das ״Wunder", d. h. ob &w ueversetzung des vetrestenven Wortes identisch ist mit dem, «as so viele Neuere, z. B. der Verfaßer des obigen CUatS, *nb was die sogenannte Orthodoxie darunter verstehen. Wir glauben es nicht, sondern halte« 8e!׳og. Wunder einer anderen Deutung für fähig. BorauS^setzt natürlich, daß man an der Existenz derselben selbst »tcht rüttelt. ES wäre jedenfalls sehr komisch wenn ein Held, wie Moses, sagen wollte: Diese Lehre «nß richtig sein, denn ihr habt sie ja durch so vick Wunder bekräftigt gesehen. Denn: köante mau bä einem einMen Wunder nnr Nachweisen, daß ei» Mensch im Stande wäre, die Naturerscheinungen genau mck in derselbe« wunderbaren Weise zu «erändern, so wäre ja Moses auf einer Lüge ertappt. Und wenn auch i» 5. Buche betont ist: Die Lehre ist in eur« Herzen, und an de« herrlichen Erfolge werdet ihr erkenne», daß sie wahr ist; warum bezieht Ach Moses doch immer Micher aus jene Zeugen für sie, aus die Wunder an Pharao «ld auf die Stimme aus dem raucheuden Berge Horeb? Oder sollte ein Meusch, der die wenige» Wahrheiten der Thora erfaßt hat, auch erkenne», daß es gar nicht nöthig sein, jene Wunder selbst mit zu erleben, wie die Kinder Israels in der Wüste, oder au sie zu glauben? Bezüglich des Wchtglaubens der Wunder hat ja der Ewige nichts kund getha», geschweige deun Strafen augchroht. Der Versuch, die Wuuder der Bibel zu erklären, kann daher gemacht werden. Wenn sich dann zeigt, daß nur der, den der Geist der Allmacht erfüllt hat, nicht blos mit חכמה ותמינה, sondern der außerdem in Begeisterung sich zu sonst den Menschen versagten Höhm hinaufschwingt, daß nur ein solcher genialer ״gottbegnadigter" Mensch — wie wir *) Fortsetzung zu Literatur-Blatt 7 u. 8.) agendrv^ ter Kirche« ׳־ «wen«!be & kallchchrn «ennGöthe d-w-er im noch heute sagen würden — ein Naturgesetz aufsindet, das seine Zeitgenossen vielleicht garnicht verstehen, das erst lange, lange nach ihm gewürdigt wird, dürfen wir dann nicht au« von ״Wunder" sprechen? So hat es auch Virchow aufgefaßt * ״Aber auch in der Wissenschaft giebt eS Wunder, iw' nicht minder auffällig sind, wie wenn der Bischof van T nay durch ein einzelnes Wort die ekstatische Louise L auS ihren ungewöhnlichen Stellungen herausbringt; da« jene plötzlichen Inspirationen, wo irgend ein hervorr Geist plötzlich eine neue Wahrheit stndet. Wenn man daß Galilei durch das Schwanken einer Ampel in ei,׳ zu Pisa auf das Gesetz der Pendel-,Bewegung kam. hauptet wird, daß Newton bei der Betrachtung ein׳ Apfels das Gesetz der Gravitation vorgeahnt habe, selber schreibt, wie er durch einen Hammelschäde' . Sande des Lido in Venedig vor seinen Füßen . , — die kaum geahnte Thatfache der vertebralen f ' ^Wtzlkch knochen entschieden sah, so sind das solche ei _ * 7°P(* Kirche sicherlich gesagt hätte, vom Himr J ׳ ro״b,e schaumigen, welche durch die Bedeutung, ' . r״ f 8*י" welt baden, gewiß den Werth höherer <r , können. Das sind in der That W1 ,beanspruchenden herrschenden Lehrsätzen ein vie« m durch lang/ZM^ - prapanrter Geist durch eine W״׳ Beobachtung in bie fW gesetzt wird, das «reue Gesetz l.eim Schopf zu wste.« fT wir das sicher preisen, als eine höchste und in kr wunderbare Errungenschaft. Aber verstehen wir »ns Ä? dieses Wunder ist ein ganz anderes, als das, was tenbtrt wird. Es ist nämlich die plötzliche Offenbarung des Gesetzes selbst, welches sich hier darstellt/ Dieses WuJ bet offenbart »as Gesetz, es negirt nur das falscheres*« T vernichtet eine Anrichtige Formel, aber es erklärt das ^hr- ®*™י _(Schluß folgt.) Juden iu Breslau. Bortrag von Rabb. vr. M. «rann. . , , (Fortsetzung.) Je kürzer die Frist war, für welche die Privilegien der -r». den m Kraft -lieben, desto mehr nahm natürlich, wie bereis *) Bede über Wunder (Louise Setak) gehalten in «rcitau bei Ux Raturforschrr-Bersiumnlung — 18. Sept. 1874, —

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