Das jüdische Literaturblatt
- Journal
- Das jüdische Literaturblatt
- Volume
- 4 (1875)
- Issue
- Nr. 21. (1.11.1875)
- Date
- 1875-11-21
- Page
- Seite 84 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/5367336-5990816-5990962--0509-5367558- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Lod 1× ep/1045074
- Rashi 1× ep/1002670
- Tiberias 1× ep/1048138
OCR text
— 84 — theilung sogar dem E sr a zugeschrieben (*ן ו שום שכל אלו הפסוקים wozu ja auch die Erklärung des Wortes ״Soferim" (Kid. a. a. O.) stimmt: לפיכך נקראו ראשונים סופרים שהיו סופרים כל אותיות שבתורה וכי . Die Anfänge der Maffora ragen sicherlich in eine hohe Zeit hinauf, u. waren die mafforetischen Angaben u. Bemerkungen auch nicht bald in einem besonderen Werke gesammelt, so standen sie doch in der Ueberlieferung fest, daher ja auch ihr Name ״Maffora." Interessant ist es nun, daß sich eine solche Tradition gerade zu den Sprüchen Salomo's erhalten hat, die ebenfalls an den genannten Vers 12 in dem 5. Kap. des 1. B. d. Könige anknüpft, sie lautet: וידבר ג׳ אלפים משל א״ר ולא מצאנו שנתנבא Mשמואל בר נחמני חזרנו על כל המקרא שלמה אלא קרוב לשמונה מאות פסוקים ואת אמרת ג׳ אלפים משל. אלא מלמד שכל פסוק ופסוק יש לו שנים ושלשה טעמים. Diese im Widerspruch mit unserer Maffora stehende Leseart haben der Midrasch rabba zu Numeri C 19 (הקת), Tanchuma ibid., Koheleth rabba zu K. 7, 23., auch Jalkut zu Reg. 8- 178; dagegen ist uns im Midr. rabba zum Hohenlied C. l V. 1 die richtige Leseart erhalten. א״ר״ש ב׳ נחמז חזרנו על כל ספר משלי ולא מצינו שכתוב בו אלא תשעה מאות וחמשה עשר פסוקים:. Mit dieser LA. congruirt nun die Angabe in den Hnaemiolles, und es wäre in jedem Falle sehr unwiffenschaftlich, das Alter dieser Quaestiones aus dem Grunde herabzurücken, weil sich darin eine vermeintliche späte Maffora-Notiz findet, nachdem wir gezeigt, daß diese mafforetische Notiz bereits den Samuel den Nachman, der, ein Zeitgenosse Judas, des Enkel? des gleichnamigen Mischnaredacteurs, die Reise nach Rom zur Rechtfertigung vor Diocletian um 297—98 mitmachte (cfr. Terunwth jerusch. P. VIII s. f.), zum Autor hat, also zur Zeit des Hieronymus (331—420) in den Hochschulen zu Tiberias und Lydda, aus welchen H. seine Belehrung in Rebraivis bezog, sicherlich schon bekannt war. Mit den Schlußworten, ״in quibus continentuitria milia parabolae“, scheint H. die oben angeführte Erklärung wiedergeben zu wollen, wonach, um die 3000 herauszubekommen, angenommen wird, ־־,) ieder der 915 Verse ״zwei bis drei" Erklärungen oder Gletchmffe enthält. (Fortsetzung folgt.) Ueber den 9tamen Jerusalem schreibt Profeffor Sepp in Nr. 30 des ״Ausland" Folgendes: ״Jerusalem, Hierosolyma! welch einen feierlichen Klang hat dieser Name, der den Mittel- und Ausgangspunkt aller drei monotheistischen Religionen uns als die heilige Stadt mit Auszeichnung vorsührt! ״Ir hakodesch" nennt sie zuerst Jsaias 48, 2, ״el Kuds" der Araber, und doch ist die Deutung: ״das heilige Salem" unrichtig Wurzelhast ist und bleibt ״Ir" ״die Stadt", besser ״Fern", die ״Gründung" Salems, worunter die altjüdische Tradition bald Sem bald Melchisedek versteht, der hier sür Abraham, den Vater des Glaubeirs und ״Freund Gottes", (el Chalil Jak. 2, 23), das erste reine Opfer brachte. Wir lassen dahingestellt, wer dieser morgenländische Gründer Salem gewesen, und ob die seit 4000 fahren geweihte Stätte nicht vielmehr ״Ort des Friedens", mithin ein Asyl bezeichnet, das man am Altäre suchte: immerhin stellt sich die Benennung neben Jerobaal, Jeruel, Ort des Baal, Stadt oder Stätte des El. Die Gelehrten waren nur zu rasch mit der Annahme fertig, daß der hebräische Klang ein Verderbniß aus dem Griechischen sei. Jericho, die ״Stadt des Wohlgcruchs", oder vielmehr die Mondstadt! wird mit Hierichus gedolmetscht, und der durch sein Wissen der Zeit weit vorausgeeilte Reland ה R. Nilftm j.St. erllärt hiecm ausdrücklich: הפסוקים׳ נקודות ׳המפסיקות בץ פסוק לפסוק: ähnlich auch Raschi: עד היק מסיים כל פסוק ופסוק• Verantwortliche^ Rrdacteur: Eh-. M. Rah mer. sieht in seiner Beschreibung Palästina's den Flußnamen Jarmuk sür ein Berderbiliß aus Hieromax (der heilige Max?) an. Aber Jrmak ist der rein türkisch skythische Name für Fluß, und es übrigt nur das Näthsel zu lösen, wie und in welcher Zeit diese Benennung mit seßhaftem Volke (im nahen Skythopolis!) am Jordan sich einbürgern konnte. Jede Nation ist beurüht, sich die Fremdnamen im Lande, wo ״einst ein ander Volk gehaust", in der eigenen Sprache mundgerecht und verstündlich zu machen! Dies führt oft zu dem wunderlichsten Quidproquo, und so haben die Griechen das ihnen unfaßliche semitische ״Ir, Jeru" in ״Hieros" umgetanst. Wir halten uns an die Keilinschristen zu Kujundjik, wo die Stadt des Chazaki-lahu oder Hiskias als ״Ursalima' auftaucht; Ur ist aber babylonische Form für hebr. Ir, das Ire und Eire in Messinien. Literaturbericht. Receofionen. Sachs, Dr. Simon. Aphorismen aus meinen Tagebüchern. 2 Theile (Prosa und Poesie). Erste Abtheilung. Berlin1875 im Selbstverläge des Verfaffers (Berlin N.-W. Dorotheenstr. 7.) Wir sind, offen gestanden, gemeinhin keine Freunde von ״Anthologien, Lichtstrahlen, Lesefrüchteu und wie dergleichen Auszüge aus Klassikern des Fn- und Auslandes noch heißen mögen, aber in dem oben angeführten Buche haben wir doch etwas Anderes vor uns: ״Erlebtes, Beobachtetes, Gelesenes und Selbstgedachtes, — seit 50 Jahren gesammelt und außer Reih und Glied zusammengestellt" — und wir müffen gestehen, daß uns gerade das Selbstgedachte am meisten zugesagt, das Erlebte und fein Beobachtete oft tief ergriffen hat. We?s nicht schon ohnedies weiß, der erfährt es durch das Motto: ״Zu den Bedingungen eines glücklichen Lebens gehören drei Güter: Reichthum, edle Geburt und Fülle der Gesundheit. Von den Deutschen besaßen sie alle drei: die Humboldts u. Goethe. — Mir fehlen sie alle drei" — daß der Vers, ein in^ trauriger Lebenslage sich befindender, alter, kränklicher, jüdischer Schriftsteller ist. Daher der wehmüthige, weltschmerzliche Ton, der aus diesen ״Aphorismen" herausklingt. Herzerhebend aber ist's, wie der leidende Vers., getragen von de» Schwingen des Glaubens und der Dichtkunst, sich selbst über Erdenleid erhebt ilnd seinen Schmerz verklärt. Das Buch enthält eine Fülle herrlicher Gedanken, die von der gesunden Lebensanschauung und feinen Beobachtungsgabe des Berf.'s beredtes Zeugniß ablegen. Es gilt von ihm selbst, was er darin sub 4. sagt: Was in dem Herzen eines Andern vorgeht, entgeht selten der Beobachtung dessen, der sein eigenes genau zu entwirren gewohnt ist. — Der Vers, hat das Buch ״für Freunde und Gönner und Alle, die es werden wollen" geschrieben, und ist sehr geeignet, ihn! neue Freunve zu erwerben; mögen es recht Viele noch werden. R Berichtigung«». In voriger Nr. ״Randglossen" ist in Nr. 28. I. j 4 st. Ins. zu lesen: Ps. in Nr 3t Z. 1l>v. u. lies: Cynosura u.in Nr 34 Z. öLemuel st Smnuel. — In Bezug auf Dan». Danäus bemerkt der Vers., daß in dergleichen Mythen sich leicht 50 Söhne mir SV Töchtern (60 Kinder) verwechseln._ Israelitischer Literaturverein. Die Versendung der Schriften beginnt, wie in vor. Nr. der ״JSr. Wochenschr." unter ״Magdeburg" angezeigt, in dieser Woche und zwar am 4. d. Mts., und dürste 10—12 Tage währen. Neclamationen sind also durchaus noch nicht an der Zeit.__ Das »Jüdische Literaturblatt Sir. l b. IS.* tauscht die Exped. der Jsr. Wochenschr. in Magdeburg gegen 1 Hest der jüd. deutsch. Vorschristen (von Rahmer) um. Franco gegen franco. Hruck u. Verlag von C. Scharnke in Barby.