Das jüdische Literaturblatt
- Journal
- Das jüdische Literaturblatt
- Volume
- 4 (1875)
- Issue
- Nr. 18. (15.9.1875)
- Date
- 1875-09-15
- Page
- Seite 72 (sequence 4)
- Language
- German
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72 — (״ (פירושי חגיגהder Schöpfer des All hat keine Gestalt" und führt m Namen 31. Nissim's (wie Halberst. nachweist, ebenfalls Ausspruch 3t. Haj's), daß man auf Agada's sich nicht stützen dürfe, und 3t. Cbananel (״ ( פירושי ברכותdaß der Gottheit körperliche Attribute beigcmesscn werden, ist eine Verläumdung der מינים"; dann aus Saadia, daß das Erscheinen Samuels in Endor göttliche Fügung zu besonderem Zwecke. (Die unerklärliche Stelle כאוב זה עוץ (S. 92) scheint verdorben aus dem Mischnahansange Synhedrin 65 a בעל אוב זה פיטום). Interessant ist der ׳Nachweis, daß die griech. Wissenschaft nur aus besonderenl Anlaß und nicht wegen מיגות verboten ist, da sie. sonst den קרובי מלכות nicht hätte erlaubt sein dürfen, sowie, daß er in der Religionsphilosophie die מרכבה מעשה in den Naturwisienschasten מעשה בראשית sieht, die vergeben von Maimuni zu neuen! Leben erweckt worden sind. > Ueberhaupt will M. durch den More die Thora stützen, die Spötter und Gegner, sowie die Leugner der llnsterblichkeit und des götttlichen Ursprunges der Lehre zum Schweigen bringen. Diese Andeutungen möge» genügen, den Werth der Edition weitern Kreisen deutlich zu mache«. Wer sich mit jener Zeit beschäftigt, weiß ohnehin, wie viel Dank er dem Herausgeber I schuldet. Daß Druck und Papier nicht besser sind — finden wir bei de: Theilnahmlosigkeit des Publikums solchen Erscheinungen gegenüber selbstverständlich! Ko schm in. Dr Lewin. Bücher- und Kalenderschau. (Fortsetzung.) Dr. W., Oberrabbiner אהבת נצח, Liebe über das Grab. Ritus bei Begräbnisien für die isr. 3leligionsgemeinde zu Dresden, mit Jahrzeitgebeten und Sinnsprüchen. — Leipzig, 1875. Dieses Büchlein enthält wohlgeordnet, hebräisch und in metrischer Uebertragung, die üblichen Gebete bei B eerdigungen in schöner Ausstattung. Eharakteristisch ist, daß statt des ובזכות הנעקר כשה es einfach heißt ובעבור שמך הקשיבה ועשה. Das ואין להרהר אחרוכו׳ ist etwas frei mit ״kein Einsprllch gilt vor deinem Richterstuhl" übersetzt, was den Gedanken, den das Original ausdrücken will, etwas verschi ' Die deutschen Gebete an Jahrzeittagen sind zweckentjprechc.w gemüthvoll, die Sentenzen aus Bibel und Talmud gut gewählt und trefflich übertrage». DaS Büchlein ist Privaten und Beerdigungsvereinen zu empfehlen. Kaempf, Dr. S. I., Professor, Rabbiner und Prediger. בית יעקב Gebetbuch für Israels Frauen und Mädchen für die öffentliche und häusliche Andacht in allen Verhältnissen des Lebens. Prag, Jacob W. Pascheles, 1875. Der auch um die jüd. Liturgie verdiente Hr. Versager giebt hier dem weiblichen Geschlechte ein dessen vielfachen Bedürfnissen gerecht werdendes Gebetbuch in die Hand. ׳Neben einenr Auszuge aus den hebr. Gebeten eine große Anzahl guter metrischer Uebersetzungen poetischer Stücke aus den! Machsor. Vorzüglich sind die deutsch verfaßten Originalgebete für alle erdenklichen LebensoerhLltnisie des jüd. Weibes. Der Verf. hat den allein berechtigten herzliche» geinüthanregenden Ton getrossen; auch eine Reihe hebr. und deutscher Gedetchen (mit und ohne Reim) für die zarte Jugend beigefügt. Wir hätten es jedoch — wegen einer Anzahl Gebete, die sich nur für verheirathcte Frauen eignen — lieber gesehen, wenn die Gebete für Kinder und Jungirauen in einem vollständig getrennten Bändchen erschlenen wären. Für die treffliche Ausstattung birgt der 'Name der Verlagshandlung. pascheles. Zakoö W.לוח לשנת תרלו׳ Jllusirirter israelitischer Vplkskalender für das Jahr d. Well 5636. 24. Jahrg. Pascheles' Kalender bedarf erst keiner Empfehlung: hier 1 fei nur auf den Inhalt der literar. Beiträge hingewiesen. ״Dichtungen und Versionen" aus der gewandten Feder Ka e m p f 'S " eröffnen die ״Gallerte jüd. Denkwürdigkeiten", hierauf folgt eine gemü'.hlicke Erzählung (״Kohl's Foßaum") aus dem jüd. Volksleben, oon Rabbiner Ehrentheil. mit Humor und eingestrcuten ״Wörtchen" erzählt, sodann die Fortsetzung einer populären Abhandlung des Taborcr Kreisrabbiners G. Klemperer über ״das Wesen der jüdischen Geheimlehre". Ein 3״tückblick auf das Jahr 1874" vom Herausgeber, und das unvermeidliche ״Anekdoten Füllhorn" schließen den reichen Inhalt dieses gut ausgestatteten billigen Volkskalenders. Des sei. Frankel wohlgctrosienes Portrait ist diesmal als Illustration beigegeben. — Gegen Eilsendung von nur 70 Pfgewird dieser Kalender durch die Verlagshandlung von Jak. W. Pascheles in Prag verseirdet. Dr. M. ^oppelauer's ״Berliner Volkskalender für Israeliten" erscheint diesmal in neuer typographisch bedeutend verbesserter Ausstattung. Jnr Kalendarium ist eine besondere Rubrik für die Wochentage mit deutscher Bezeichnung hinzugefügt, sowie zumSchluß ein ״Gedenkblatt" für Geburtstage und ( ahrzeitcn. Die ״Dinim" und ״Miuhagim" sind volluändig beigegeben, ebenso eine Meitge literar. Notizen be!r. Gedenktage und Facta aus der jüd. Geschichte. Vielleicht ist nach dieser Seite hin des Guten gar zu viel gethan. Wir würden dem Hrn. Herausgeber rathen, sich in dieser Beziehung einige Beschränkung aufzulegen zu Gunsten der leichteren llebersichtlichkeit; das etwas störende. Hinübergreisen der Adnotationes auf die andere Seite der Rubriken tonnte dadurch vermieden werden. Das Abbreviaturen-Verzeichniß wäre vor Beginn, also auf der 3tückseite des Titels, nrehr am Platze, etwa an Stelle der (überflüssigen) Tabelle über 1 קץ זמן ק״ש ש״שt. K. LitDerm««», Deutscher Volkstalender für Israeliten auf das Jahr 1876. Jahrbuch mit literarische» Beiträgen. (1 )7 S. 8°.) ״Wir gehören beide dem Mäßigkeitsvereine an. Mein Bruder reist und predigt, u»l> ich — gebe die abschreckenden ׳ eispiele." Diese Antwort ertheilte ein Trunkenbold, auf die N Frage, warum er im Gegensätze zu seinem nächternen Bruder sich stets im 3taujche bcsinde, und biefe Antwort scheint leider, auch bei obigein Jahrbuche immer mehr unb mehr Platz zu greifen. Wie ist dieses Jahrbuch mit seinen literarischen Beiträgen so erschrecklich lies gesunken? lind es kann auf eine bessere Vergangenheit zurückblicken! In de» 50er und noch in den 60er Jahre» saild man darin gediegene Originalarbeiten von Geiger, Klein, David Deutsch, Heilberg, Jost, Joöl, anmuthige Erzählungen aus den ״Sippurim", kurz, des Mannigfachen und Schönen die Hülle und Fülle. Und jetzt? Bon Originalarbeiten sieht man darin kaum eine Spur, und was sich von der Species darin zeigt, möchte man am Liebsten nicht sehen. Das Gros des Buches bildet ein mixtum compositurn, äußerlich zusammengestoppelt nach dem ״Israelit", der ״Allgem. Z. d. I." und der ״W"ch-nichri!t", auch Anek- Voten nicht zu vergessen, der 2-Grojchenlilerat»r von Ed. Bloch in Berlin (״Gedichte und Scherze in jüdischer Mundart") entnommen. Wie unverantwortlich gewissenlos der verantwortliche Herausgeber reserirt, möge folgende 'Notiz erweisen. Auf Seite 99 findet sich wörtlich: ״Der edle, fast 60jä>rige Greis Montesiore hat die׳Ne>se nachdem heiligen Lande in Begleitung!einer Frau (sic!) und des rühinlichst bekannte» Dr. Löwe unternommen." Allen Elaboraten setzt aber die Krone auf ״der laudle Leiser", eine eben!o unsinnige, als erbärmliche Persiflage aus den vcrineintlichen ״Juden" des Mittelalters, aus den Inden als das Prototyp des schmutzigen, gewissenlosen Wuchcrms und des albern-erbärmlichen Feiglings. — Der jüd. Herausgeber eines jüdischen Jahrbuches emblödet sich nicht, solche gehässige, judenieindliche Abgeschmacktheiten gebilboten Juden auszutiscbe». Sapienti 8at! —nc.— Druck u. Vertag von C. Scharnkc m