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Das jüdische Literaturblatt · 1875-09-01 · Nr. 17. (1.9.1875) · p. Seite 68

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
4 (1875)
Issue
Nr. 17. (1.9.1875)
Date
1875-09-01
Page
Seite 68 (sequence 4)
Language
German
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gestellt. Eine noch schärfere Beobachtung der sprachlichen Eigenchümlichkeiten dürfte auf die Zeit der Entstehung Hinweisen. Auch ist für die Etymologie der Boden noch nicht so gesichert, daß nicht andere Erklärungen manches Wortes als die der Bersasser gibt, welcher sich mein aus Gcsenius stützt, berechtigt wären. Zu 27 .6 נרם vgl. Jüd. Literaturblatt 1872 S. 10, zu בשביל S. 16 das. S. 62, 41. Zu ״ הפתןwarten" von ״ מתןstark sein" (Gesenius u. Fürst) wäre zu vergleichen ״ קודיhoffen" und .״ קודsammeln" ״ חכהharren" und חכה ״die Angel." — Besonders hervorzuheben ist die Mühe, die der Vers, sich genommen, die richtige Leseart durch Vergleichung der Varianten in Druckwerken und Handschriften herzustellen. *) Dieselben tangiren mit Ausnahme weniger Stellen (vgl. S. 13 III. u S. 44 Xl) nicht sehr den Inhalt, sind aber für die Orthographie und Vocalisation nicht nnwichtig (vgl. S. 41 u. 45 über שמא) Die sachlichen Erklärungen zeugen von großer Belesenheit und Beherrschung des Gegenstandes, besonders lehrreich sind die Parallelstelleu aus Plato und Aristoteles. Von gesundem wissenschaftlichem Sinne zeugt es, wenn der Verfasser die Entstehung der Varianten zu erklären sucht S. 19 und spätere Zuiätze angibt S. 29. In der Einleitung (XV.) behandelt der Verfasser folgende Themata: Inhalt und Werth der Sprüche, Eigeitarl der Sprüche in Form und Inhalt, Gemeinschaft der Sprüche mit der Ethik der Zeitgenossen, woraus eine Auseinandersetzung über Hilsswerke, Handschriften, Commentare und Uebersetzungen gegeben wird. Aufgesalleu ist dem Referenten, daß der Vers., der bei jeder Gelegenheit die Erklärungen Frankels einfach abweist, nicht auch unter den Hilsswerken die Bedeutung der Frankelscheu Arbeiten über die Perakim bezüglich der Anregung der kritischen Fragen ansührt. Der Raum gestattet uns nicht über das viele in dem Buche gebotene Lehrreiche weiter zu referiren, noch unsere eigenen Bemerkungen anzuknüpsen, wir möchten hier nur eine Hypothese aussprechen, die sich uns durch längeres Studium mit Nothwendigkeit ergeben, und die s. G. w. an einem andern Orte ausführlich beleuchtet werden soll, daß nämlich die Redactioil der Pirke Aboth sowie der Pirke di R. Nathan nicht aus Palästina, sondern auf Babylonien zurückweist. Wir schließen mit dem Wunsche, daß es dem Vers, gegönnt sein möge, sein Vorhaben, die folgenden Perakim in gleicher Weise wie den ersten herauszugeben, auszuführen, wodurch das Verständniß derselben sehr gefördert würde. —1. Hastfreund, A. Dr. Mohamed nach Talmud u. Midrasch. 1. Abth. Berlin, Gerschel, 1875. (32 O.) Wie bekannt, hat zuerst Geiger die Frage erörtert: was hat Muhamed aus dem Judenthum ausgenommen? — Diese Abhandlung, das Erstlingswerk Geiger's, hat die Sache so gründlich besprochen, daß die Untersuchung seitdem nicht weiter fortgeführt worben ist. An sich wäre dies auch nicht nöthig, denn die Thatsache, daß Muhamed Juden und Judenthuni gekannt und gerade die wesentlichsten Theile seiner Lehre und seiner Satzungen aus letzterem geschöpft hat, steht fest, und wird von Niemand bezweifelt. Nöldeke hat inzwischen auch noch dargethan, daß Muhamed auch das an sich Wenige und Unbedeutende, was er aus dem Christenthum aufgenommen, erst durch jüdische Vermittelung empfangen hat. Darum ist es gleichwohl von großen! Interesse, den Entlehnungen, Anlehnungen, Umgestaltungen u. s. w., welche Mohamed aus und mit Talmud und Midrasch vorgenommen hat, noch weiter nachzuspüren, und hierin hat Geiger noch hinlänglichen Stoff für eine Nachlese gelassen. Er hat sich nämlich auf den Text bes Koran beschräntt, die späteren Ausbildungen der Koranlehre, die Traditionen über Muhamed — gleichviel wie viel an ihnen authentisch oder erfunden sein mag — bieten aber auch sehr viele und intereffante Beziehungen zum Judenthum. - * *) Wir habt» manche LA. vermißt, so zu Mischna S.;כי המרבד ׳«* •־■*> שיחה עם האשד כשהיא נדה■in <3t. Der Verfasser des hier besprochenen Heftchens, dem noch zwei andere folgen sollen, hat nun im angegebenen Sinne die Untersuchung weitergeführt und eine lohnende Ausbeute gefunden. Er bespricht 1) verschiedene auf den Koran selbst bqügliche Aussprüche Mohameds, 2) die Aehnlichkeit mancher über Mohamed vorhandenen Sagen mit den auf das Leben Moses bezüglichen Legenden. 3) Unter der Uederschrist: R. Jehuda und Moses will er Nachweisen, daß der Erstere, wegen des besonderen Ansehens, in dem er bei den Juben stand, und weil er vorzugsweise den Namen הקדוש führte, ebeufalls als Vorbild für die Muhamedlegende gedient hat. DaS Wenige hierfür Beigebrachte scheint indessen nicht ausreichend, um die These zu erweisen. In den beiden folgenden Kapiteln werden verschiedene muhamedanische Ansichten, Gebräuche u. dergl. auf Talmudisches zurückgesührt. Es ist recht wünschenswerch, daß Herr G. in den Stand gesetzt werde, die Fortsetzung seiner Arbeit dem Druck zu übergeben. T. Lewmger, M. Hebräische Lesesibel. Verlag von Karl Tannen in Bremen. 1875. Preis geh. 50 Pf. Das Fundament jedes Unterrichts ist Anschauung. Nur eine naturgemäße Methode, die lückenlos fortschreilet und somit eine sichere Grundlage zum weiteren Aufbau biidet, gedört zur vernünftigen Pädagogik. Es ist ein betrübendes Zeichen unserer Zeit, daß in dem größten Theil der jüdischen Schulen in dem Lehrgang der hebr. Sprache schon auf der ersten Stufe des schulpflichtigen Kindesalters nicht für ein« wahre Grundlage Sorge getragen wird. Nur dann, wenn man das jüdische Kind empfänglich macht für die hebr. Sprache, wird es Freude bei dem Unterricht in derselben empfinden, und auch die Erwachsenen werden dadurch herangezogen werden und sich der hebr. Sprache mit mehr Jntereffe zuwenden, wie bisher geschehen ist. Die vorliegende hebr. Lesesibel deS Hrn L. beruht auf obigen Grundsätzen. Die hebr. Buchstahen stnd nicht, wie das bei vielen derartigen Fibeln der Fall, mit deutschen Letlern bezeichnet. Um eine richtigige Accentuation der hebr. Vocabeln anzubahnen, ist am Schluffe ein Stück mit den bazu gehörigen Tonzeichen aus Genesis Cap. 22, VerS 1—4 gewählt worden. — Die ganze Ausführung der Fibel zielt übrigens dahin, den Uebergang zum Gebetbuch und zum Pentateuch so leicht wie möglich zu machen, daher sind die Wortbeispiele meist hieraus gewählt. Wir dürfe» nicht unerwähnt.laffen, daß der Druck in der Druckerei von I. Lehrberger und Comp in Rödelheim besorgt worden ist. Wie bekannt, zeichnet sich dieselbe durch die augenblicklich korrekteste Ausgabe der jüd. Gebetbücher aus. Wir wünschen der Fibel reichen Erfolg. Scharnibeck. M. Sp. Bücherschau. (Fortsetzung.) KoSnk, vr. I., Rabbiner zu Bamberg, ^ssokurnu, Zeitschrift für die Wiffenschast des Judenthums. Achter Band, Heft 3 u. 4 (hebr.). Bamberg 1875. Das vorliegende Doppelheft dieser gediegenen, in zwanglosen Heften erscheinenden Zeitschrift bringt den Schluß der langen Serie der von Halberstamm nach Manuskripten edirten polemischen Briese über Maimuni's More und Madda und eine historische Abhandlung über Adrakan und Ketia bar Schaloni vom Herausgeber, über welche wir in der nächsten Nr. ausführliche Necensionen bringen werden.!Wird fortgesetzt.) &tuct u. Brrtag von L. Scharnk« in Barby. Berunnvorltiche!!Nevacreur: Vr. M. Rahmer.

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