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Das jüdische Literaturblatt · 1875-07-01 · Nr. 14. (1.7.1875) · p. Seite 56

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
4 (1875)
Issue
Nr. 14. (1.7.1875)
Date
1875-07-01
Page
Seite 56 (sequence 4)
Language
German
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Aber nicht allein die biblischen, auch die nachbibliich n Zchristen enthüllen des Lehrstoffes für die Schuljugend ,0 manches gedeihliche Korn, das nicht nlitzutheilen bedauernswerth wäre. Es bleibt bei solchem Dilemma nichts übrig, als die deutsche, die Muttersprache, zu Hilfe zu nehmen und in ihr passende Auszüge aus den heiligen Schriften zu gebeil. Eine gute Wahl zu treffen, ohne fühlbare Lücken zu machen, und doch lein Bibelsurrogat, keinen faden, verwässerten und verdünnten , Extract zu liefern, sondern die biblische Frische uitb Kernigkeit, ihre naive Erhabenheit zu wahren, sowie aus den Schatzkümmern der nachbiblischen Literatur geschickt zu wählen, ist keine leichte, aber eines eifrigen Pädagogen schöne und dankbare Aufgabe. Noch eins konlmt dabei hinzu. Es ist uilitreitig wahr, daß die Bibel trotz ihres sittlichen Ernstes und i.irer naiven Reinheit manche Geheimnisse enthält, die für die Jugend bester ist, noch zu verhüllen, daß sie manchen Gedank n ausspricht, den richtig uild ohne die größte Gefahr der Mißdeutung zu verstehen für einen Schüler, der allein liest, unmöglich, für einen Lehrer zu erklären aber sehr aushaltend und immerhin recht schwer ist. Und doch soll auch der Schüler allein zu lesen angehalten, uird doch sollen auch Mädchen für die übel sich begeistern, und doch soll auch in dem gemischten | uud nicht gelehrten Fantilienkreis ba& heilige Buch mit Nutz n und Segen gelesen werden, und dies Alles ohne die Heiligkeit der ganzen Bibel;11 schmälern, sondern immer auf sie hinweisend und zum weiteren vertrauensvollen Eingehen in dieselbe aneifernd. Nach der Meinung des Recensenten hat das eben genannte ״Schul- und Hausbuch" die bezeichnete Ausgabe sehr glücklich gelöst, den biblischen Geist treu wiedergegeben und doch alle Rücksichten gewahrt. Es erscheinen alle anderen biblischen Geschichten und Bibelauszüge als unzureichend neben j diesem Werke, und wäre es nach des Recensenten Meinung sehr? empfehlenSwerth, in den oberen Klassen fortan nur dieses Schul- > buch zu benutzen. Auch die orthodoxeste Religionsschule wird , davon Gebrauch machen können, da Verfasser auch den gering- I sten Schein willkürlicher, der Tradition widersprechender Auslegung mit Vorsicht vermieden hat. Nur einige Bemerkungen möchte Recenfent sich gestatten. Der Herr Verf. ist in seiner! Auswahl manchmal wohl zu bedenklich und besorgt geweseit '׳ und könnte, ohne seinem Zwecke untren zu werden, seine Auswähl etwas vermehren. Um nur einige Beispiele anzusühren: Die Anordnung 2. B. M. 19, 26, die Bestimmungen über das Oel der Lampe und deren Anzünden, über Räucherwerk, über Salböl, das tägliche Opfer, ganz besonders aber über die Orlah der Bäume und die Challah konnte der Verfasser um so mehr anführen, . als sie schönen Stoff zur Belehrung bieten, zum Theil jetzt; noch ihre Anwendung finden und Verfaffer so viel gesetzliche 1 nicht mehr anwendbare Anordnungen erwähnt at, daß man Abkürzen allein als einen zulässigen Grund der Auslaffung ' solcher Stücke wohl nicht billigen kann. So sind auch einzelne geschichtliche Berichte weggeblieben, die bei der breiten Anlage des ganzen Buches wohl nicht fehlen sollten, z. B. das Auftreten der Töchter des Zelaschad's u. s. w. Es wäre erfreulich, wenn Verfaffer bei einer neuen Aufläge diese Bemerkungen berücksichtigen möchte. Kr. rlrchaologifcheS an* u. über Palästi<a. Hr. Pros. Sepp veröffentlicht im Auslände einen Bericht über seine ״jüngste Palästinafahrt", besonders über seinen Aufenihalt bei den Samaritanern Obwohl sein Bericht nicht ganz frei von hämischen Bemertungen gegen die Juden von ehemals und jetzt in, so scheine der im Nachfolgenden wiedergegebene Vorwurf, den er den Juden mach., nur zu gerechtfertigt. Er sagt gelegentlich der Schilderung des von ihm desuchten säst verfallenen Grabmals Josephs: ״Patriarchalische Siälten, wie hier das Grabmal Josephs, vor Bethlehem die Grabkuppel der Ahnmutler Rachel, in Hebron die Abrahamseiche welche jüngst die Rügen an sich brachten, gehören von Rechtswegen den Jaden, und es ist unverzeihlich, daß diese 'Nation, welche wie Midas im Golde sitzt, so daß, wo sie immer geschäftlich sich rühren, a.es sich in Gold zu verwandeln scheint, so ivenig oder vielm.hr nichts für die Ehre ihrer Stainmväter thul. Wir müffeil dies mit eindringlichen Worten sagen, soll es eine Wirkung haben. Wenn es noch so ärmlich und knauserich in einer Haushaltung hergeht, jeder Privatmann würde sich schämen, ein Familiengrab ,0 verfallen zu lassen. Ob so ein K.öfas in Wie» 200 baare Millionen unr seinen Sarg hat, ober nur 1997/״ darauf kommt es am Ende doch nicht ail. Uns wäre der ׳Name, etwas zu Ehren der Erzväter gestiftet, überhaupt ein bauliches ׳Monument im Lande der Verheißung gegründet zu haben, mehr werth! Wie ungleich opferwilliger sind für ihre heiligen Stätten die Christen, Griechen wie Lateiner! Ich jähe lieber die Gedenktafel eines Rothschild, sei er von der Donau oder von der Mainftadt, in einem ägyptischen Bau an der Ställe, als di-,es durch seine Kläglichkeit ausgezeichnete Todtenmal für den berühmten pharaonischen Vezir (Joseph), den ״Heiland Aegyptens", das ebenso schön von sonnenlrockenen Ziegeln aufgemörtelt sein könnte." (Vielleicht nimmt der ״palästinensische Verein in Berlin" die Sache in die Hand. Er würde bei allen Parteien die nöthige Unterstützung finden. Red.) Lieutenant Conder hat, wie das ״Athenäum" meldet, eine Spezialausnahme von Tel Gezer (תל נזר) und Umgebung veranstaltet, wo Hr. Clermont-Ganneau die zwei Inschriften an den Grenzsteinen Gezers entdeckt hat. Bis jetzt kennt man vier Inschriften, die so ziemlich in einer Linie lagen; die zwei ersten tragen griechische und hebräische Wörter, die seither schon veröffentlicht sind; der dritte enthält arabische, der vierte nur zwei Buchstaben, die hebräiich sein können. Die amerikanische Gesellschaft zur Durchforschung Palästinas organisirt jetzt eine zweite Expedition. Dieselbe wird von dem Obersten James C. Lane befehligt und von dem Ärchäologen Reverend Selah Merrill und dem Ingenieur Hrn. Rudolph Meyer begleitet. Der Expedition wird ein Kapital von 30,000 Dollars zur Verfügung stehen. Dieselbe dürfte znldi volle Jahre darauf zu verwenden haben, um die noch nicht erforsch en 4000 Quadratmeilen des östlichen Palästina wiffenschaftlich aufznnehmen. LITERARISCHE ANZEIGEN. M. Psppelaiitr's Bactaita! in Berlin C., 61. Neue Friedrichs(!.. 61. empfiehlt l» großer Äuswahl zu billigen Preisen: Leiden: טליתות I Gebkiniäiitel und Silber. f treffen für Erwachsene und Wollene ״»׳?,- מצוה /טליתותoben. Seidene und wollene תפילין׳ — ציצית und יי• מזוזות ®las« und Biech-Ka»s.1׳», sowie (ämmtl.che Bücher!ur Synagoge, Schule und Daus. In der Unterzeichneten Buchhandlung ist zu . haben: 1 De Elihui sermonuni origine atque auctore. Coiumeutatio philolugica - critica Dr. Jmnuinuel Deutsch. Preis: 2 Mark. Ui irich'sche Buchliaml hing in Göttingen■ Verantwortlicher Redacteur: Dr. Di. Nah mer. Druck u. Verlag von C. Scharnke in Barby. 373] Soeben ist im Selbstverläge erschienen: Commentar zu שירת האזינו von Dr. Mlmon BmIm. Preis 1 Thlr. Wird gegen Einsendung des Betrages an den Vers. (Berlin, UniversitätSstraße 5) franco zugesandt.

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