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Das jüdische Literaturblatt · 1875-04-15 · Nr.8.9 (15.4.1875) · p. Seite 40

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
4 (1875)
Issue
Nr.8.9 (15.4.1875)
Date
1875-04-15
Page
Seite 40 (sequence 11)
Language
German
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40 phie aufblühen mußte und konnte. Die eble Schreibweise, die Durchsichtigkeit der schweren, inshaltsreichen Gedanken lassen besonders bei diesem Abschnitte es bedauern, daß der als starkes Rüstzeug überall sich zeigende wissenschaftliche Apparat auch diesen Theii dem größern gebildeten Publikum, wenigstens in jüdischen Kreisen, unzugänglich inacht. Für jüngere jüd. Gelehrte,sind diese ״Studien" sowohl ihrer Anlage sowie der Aussühn1 ׳g nach, geradezu mustergültig. ״Siicht um die alte dunkle Geschichte der Bergangeicheit aufzuhellen, ,licht um einem glücklichen, großen Volke die Thaten und Leiden der Ahnen zu erzählen, forschte und schrieb man; man schrieb, um zu vertheidigen, um zu erklären, um die gehässigen Anklagen, die unwürdigen Berläumdungen von sich abzuwehren. Das aber ist der Fluch des Hasses und der Unwahrhaftigkeit, daß sie nicht blos das eigene Herz vergiften, sondern auch im gehaßten Feinde Streitsucht und Lüge entseffeln. So trat denn Unwahrheit der Unwahrheit gegenüben Die Lüge wollte man mit der Lüge besiegen." — ״Aber freilich eine echte, rechte Geschichtschreibung konnte unter diesen Verhältnissen nicht geschaffen werden. Wer ehrlich und gewissenhaft war, wie Demetrios, begnügte sich mit der kindlichen Sprache der Chronik; die Mehrzahl der jüdischen Hellenismen verfiel in alle Fehler der entarteten Griechfinge." So schildert Freudenthal wahr und gerecht diese Zeit. Ihm aber sprechen wir unfern innigsten Dank aus für die Beleuchtung dieser dunkeln Partie unserer Geschichte. Möge ihm immer mehr sein eigenes Wort sich bewähren: ״Das wahrhaft Große wird allein geboren von Wahrheit und Liebe."*) Alwin. 1 König sie erobert habe; im anderen Falle paßt dieser Ausdruck gar nicht. Noch ungenügender bewiesen ist die Annähme, daß Cap. 5 mrd 6 eine Rede ausmachen, indem er sich aus den Jeruschalmi stützt, der die Regel aufstellt, daß die Propheten ihre Weissagungen gewöhnlich durch eine trostspendende Verheißung beschlossen haben. Es ist dieser Beweis vielleicht in einer Predigt zu rechtfertigen :אץ משיבץ על הדרוש), aber nicht in einer wissenschaftlichen Abhandlung. — Auch muß ich Hitzig gegen den Verfasser in Schutz nehmen, indem es doch immer seltsam und auffallend bleibt, daß Achas in einem Alter von elf Jahren Vater Chiskia's geworden sein soll. — Man könnte noch vieles Andere hervorheben, was obige Behauptung in Bezug auf die etwas kühnen Schlüsse und Annahmen iwch mehr rechtfertigen würde; indeß treten diese Schwächen znrück vor den sie an Gewicht weit übertrefsenden und hervorragenden Vorzügen, besonders da erftere daS Ergebniß der Arbeit und die lobende Anerkennung, die chr gebührt, kaum zu beeinträchfigen im Stande sind. Es kann und muß daher am Schlüsse nur nochmals hervorgchoben werden, daß dieses Merkchen als erste Frucht des Verfassers eine anerkennenswerthe Befähigung zu kritischer Exegese zeigt. Rabb. llr. Kusznitzki. Epigramm. An den gelehrten Lügner! Zsriedmauu, Simon, lieber die unter der Regierung des Achas gegebenen Prophezeihungen Jesaja's. Jnaugural- Dissertation. Sehr viele Sprachen spricht Der aufgeblas'ne Wicht, Nur die der Wahrheit nicht. (Haug.) Ein erfteulicher Fortschritt auf dem Felde der Bibelkunde macht sich in neuester Zeit besonders in den immer häufiger zu Tage tretenden Monographieen biblischen Inhaltes bemerksich. Denn wenil auch in der Bibelkritik im letzte» Menschenafier von bedeutenden Forschern im Allgemeinen schon Großes geleistet worden, so ist es doch von uirschätzbarem Werthe, wenn Einzelne den von jenen Bahnbrechern au!geiundene,1 und betretenen Weg in die Tiefe des heilige Schätze in sich dergenden Schachtes benutzend, eine ihren Arbeitskräften angeineffene Schicht zu ergründen, das edle Metall heraufzufördern und von den es umgebenden, dem Auge verbergenden Schlacken zu reinigen und zu läutern suchen. — Ein solch schätzensweither Beitrag zu denr heiligen Werke der Bibelerforschung ist die michevolle, von erstem Eifer und gründlichent Studium zeugende Ersllingsarbeil Friedmann's. Er gelangt deshalb auch zu möglichst sicheren Resultaten, und versteht es, den Fachgelehrten durch eine zieinlich klare Darstellung und Be- < weisführung von seinen Behauptungen zu überzeugen. — Doch! sollen an dieser Stelle auch einzelne Mängel nicht unerwähnt | bleiben, die dem sorgfältigen Leser entgegentreten müssen. Sie zeigen sich hauptsächlich da, wo der Verfasser aus den Worten der Schrift Schlüsse ziehen will; da ist eine vielleicht der Jugend zuzuschreibende Kühnheit in der Auslegung nicht zu verkeilnen. So z. B. vermag ich aus dein biblischen Berichte nicht wahrzunehmen — worüber der Versasser kaum zweifeln inöchle —, daß Pekach, seiner Schwäche bewußt, ohite Gegen- . wehr den: Tiglathpilesar Gebiete seines Landes abgetreten habe. Mr scheint im Gegentheil aus dem in 2. Kön. 1ü, 29 gebrauchten Ausdrucke ויקה hervorzugehen, daß der letztere *) Wir werden in der nächsten Nr. zu der obigen, den Inhall u. den Werth der Frcndenthal'sttun ״Studien" nur in großen Umrissen zeichnende» Recenston noch einige Notizen nachdrrngen, wie wir sie beim Durchlesen der hochinteressanten 11110 sehr anregenden Lchriu, v>e nicht nur dem Phitotogen von gach, sondern auch dem jüoijcheu Liiecarhrstoriter viete neue Äujjchtüsse bringt, uns angeinertt haben. Nedaerion. לאיש גבון ומכזב:» שפות רבות. ורגיל. כלשונו ינבר רק בשפת אמת לא ידע לדבר: I. S. Wittkower, Altoru. Briefkaste« der Redactio«. Die Besprechung der zugesandten Lchu.Programme in nächster Nr. iS klMMW, herausgegeben unter Mitwirkung namhafter Kanzelreduer non Wavbiuer Ar. Hlahmer. Das sechste Heft (Peßachpredigten enthaltend) ist bereits erschiene». — Das siebente Heft wird u. A. eine Festpredigt aus dein Nachlasse des sel. I)r. Michae' Sachs bringen. Der Jahrgang, 12 Hefte, kostet bei allen Buchhandlnngen und Postanstallen 7 Mark, bei directer Bestellung durch die Exped. der Jsr. Wochenschr. in Magdeburg oder beim Verleger Hrn. Robert Friese in Leipzig: 6 Mark frco. baar. /סססססססססססססססג: Aeramwortlichee Ncoaeteur: L)r. M. Nahmer. Druck u. Vertag von L. Scharnke in Barbh.

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