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Das jüdische Literaturblatt · 1875-02-01 · Nr. 3. (1.2.1875) · p. Seite 12

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
4 (1875)
Issue
Nr. 3. (1.2.1875)
Date
1875-02-01
Page
Seite 12 (sequence 4)
Language
German
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12 per als durchsichtiger Darstellungsgabe. Das Verständniß unseres Autors wird aber noch erschwert durch den Umstand, daß sein Buch nur in hebr. Uebersetzung vorliegt — weshalb Hr. K. bei besonders wichtigen oder schwierigen Stellen auf das sin Paris handschristl. vorhandene) arab. Original zurückgehen mußte. So liest sich denn in unserer Abhandlung die subtile Untersuchung B.'s recht verständlich und selbst der Uneingeweihte wird die Abschnitte über die Weltschöpsung, die Einheit Gottes, die Lehre von den göttlichen Eigenschaften zu seiner Belehrung und Freude lesen, denn da paßt eins zum andern und wird kein Iota behauptet, was nicht früher vernunftmäßig bewiesen worden wäre. Die Beweise B.'s von der nothwendigen Annahme der Erschaffung der Welt und eines Urhebers oder Schöpfers derselben aus der Betrachtung des Seins der Welt (kosnwlogischer Gottesbeweis) und aus der Reflexion aus ihre zweckdienliche Einrichtung (teleologischer Beweis), die Beweise von der Einzigkeit und Einheit Gottes, die bei B. mit dem Einheitsbegriffe schlechthin identiftcirt wird, die daraus abzuleitenden Attribute Gottes — die letzteren beiden Ausführungen übrigeils die treffendsten Thesen B.'s und ihn! eigenthümlich — alles dieses sind Themen, die wohl bei allen jüd. und arab. Philosophen mit engerer oder entfernterer Anlehnung an die peripatetische oder neuplatonische Philosophie ihre ausgedehnte Behandlung erfahren, dennoch aber je nach der individuelle» Geistes- und Gemüthsrichtung jedes Einzelnen, nach der wiffenschastlichen und literarischen Sphäre, in der er gelebt, nach den Vorbildern, die er sich zum Muster genommen, in so verschiedenartiger und auch principiell diperirender Weise ausgeführt werden, daß aus der Stellung, die Jeder von ihnen in diesen speculativen Fragen, die den Zankapjel von Schulen und relig. Sekten bildeten, einnimmt, der Werth und Einfluß zu erkennen ist, der ihrer Philosophie selber beizumessen ist. Um daher einem jüd. Religionsphilosophen die Stelle einräumen zu können, die er im Zusammenhangs der Entwickelungsgcschichte des Glaubens- und Wiffenskampfes innerhalb des Judenthums verdient, um zur richtigen Werthschätzung seiner Leistungen zu gelangen, ist es nöthig, daß er im Zusammenhalte mit den Mitarbeitern aus diesem Gebiete, Vorgängern wie Nachfolgern, beurtheilt, und in Bezug auf die Erkennmißstufe gewürdigt werde, welche der forschende Geist zu seiner Zeit überhaupt erklommen. Diese Methode der Quellen-Prüjung, die schon durch Munks kostbare Arbeiten in Bezug aus Saadja und Maimonides zu den schönsten Aufklärungen geführt, indem es sich gezeigt, wie der Kampf zweier Weltanschauungen, der peripatettschen und mutazilitischen, die Schul- und Sectenkämpfe der Moslemin sich in deren Werken abspiegellt, hat auch Hrn. K. zu werthvollen Aufschlüffen über B.'s literarische Stellung geführt, indem er nachweist, daß ihm die Methode des Kalam, der rationalistischen Schulphilosophie der orthodoxen Araber wohl gelättsig, aber nicht zugänglich gewesen, daß er sich mit Ibn Sina und Gazzali wohl berühre, ohne sie gekannt zu habeit, daß er sich aber vorzüglich an die so einflußreiche Encyclopädie der von einer verwandten Tendenz beseelten sog. ״lauteren Brüder" anlehne, jener mosle- »tischen Brüderschaft, deren Ziel die Verbreitung einer aufgcklärten Fromntgläubigkeit unter deit Arabern gewesen, uttd dieselbe sogar wörtlich benutzt habe. Von griechischer Seite sei ihnt ivohl nicht Aristoteles, wohl aber neuplatonische und neupythagoräijche Philosophie aus pseudoaristolctischen Commentarien zugänglich gewesen, von jüd. Forschern verrathe er nun den Einfluß Saadja's, den er ja rühmend empstehlt. So dietct die Quellenkritik einen weiten culturgeschichtlichen Gefichtskreis, indent sie uns zeigt, wie brüderlich jüdische, griechische und moslemische Denkerarbeit zur Erreichung der großen Aufgäbe stch vereinigt, ״Philosophie und Offenbarung, die beiden Herren, von denen der eilte groß, und der andere nicht klein, mit einander zu versöhnen" — ein Ziel, das ja auch die christl. Schlolastik verfolgt hat. Hr. K hat eine nach Form uttd Inhalt gleich gediegene, auf der Höhe der Wiffenschaft stehende Arbeit geliefert, und freuen wir uns, ihm auf diesem Gebiete bald wieder zu begegnen. — m—m. Hr. Dr. B. in B. Die Ree. der ״PHSniz. Epigraphik" — Raummangels wegen — in nächster Nr., ebenso die Beiträge znr samaritan. Lexikographie. — Hr. l)r. M. in S. Ihre Nec. (wie Sie aus heutiger Nr. ersehen) zu spät. LITERARISCHE ANZEIGEN. vertag von F. A. Drockhau, in Keipzig. Soeben erschien: Me Selm!- 14 MM Geschichte» und erbauliche Lesestücke aus den heiligen Schriften der Israeliten von Dr. Jakob Auerbach. Erste Abtheil. Biblische Gcschichte. 4. Aufiage. Zweite Abthcilung. Lesestücke. 2. Auslage. 8. Jede Abtheilung gehestet 2 Mark. Beide Abtheilungcn in einen Band geb. 5 Mark. Von diesem als vorzüglich bekannten Lehr- und Lesebuche, das ebensowohl zum praktischen Uulerrichtsmiltei in Schulen dient, wie zunl Vorlesen im Familienkreise geeignet ist, liegt die erste Abtheilung bereits in vierter Auslage, die zweite in zweiter Auslage vor. Trotz der sehr wesentlichen Vermehrung des Umfangs wurde der anfängliche billige Preis beibehalten, damit das Buch immer weiter in Schulen Eingang fittde. Für das HattS und die Familie sowie zn Geschenken empfiehlt sich vorzugsweise i die gebundene Ausgabe.[24. ■ I 234] Im Verlag vonOskarLe ij »er in Leipzig erschien soeben: Geschichte der Inden in Mecklenburg von den ältesten Zeiten (1266) bis auf die Gegenwart (1874); auch ein Beitrag zur Kulturgeschichte Mecklenburgs. Nach gebrückten und ungedruckten Duellen von Dr. L. Ionath. Gr. 8", Preis 7 Reichsmark. 405] In meinem Verlage ist soebe erschienen: Dichterklänge ans Spaniens bessere» Tagen. Auswahl aus den Meisterwerken jüd.-spanischer Dichter, metrisch übersetzt und mit Noten versehen von Dr. A. Sulzbach. Preis eleg. geheftet 20 Sgr. Frankfurt a Main. Wilhelm Errat!«. Verantwortlicher Redakteur: Dr. Dl1 Rah in e r. Druck u. Verlag von , In meinem Verlage erschien soeben: מתק שפתים' Hebräische Sprachlehre mit praktische» Aufgabe« zum Gebrauche beim Unterrichte in der hebräischen Sprache. Von [330 Z. M A-Pyet, Lehrer an der Unterrichtsanstalt der isr. Religionsgesellschaft zu Frankfurt a./M. Erft» Abthrilung. Dritte verbesserte Auflage. Preis gebunden 13 Sildergroschen. 332) Im Verl. de-Z Unterzeichneten erschien ferner und ist durch alle Buchhandlungen zu beziehen: Das Buch der Sagt» ilild Lclsendcli jüdischer Vorzeit. Nach den Quellen bearb. nebst Anmerkung, u. Erläuterungen von Abraham .HI. Tendlau. Dritte vermehrte Auflage. Preis 1 Thlr. 5 Sgr. Elegant gebunden mit Goldschnitt und Deckel» Vergoldung 1 Thlr. 15 Sgr. I. Kanffmann» Buchhandlung, _Frankfurt a/R. E. Scharnke in Barbp.

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