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Das jüdische Literaturblatt · 1875-01-01 · Nr. 1. (1.1.1875) · p. Seite 4

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
4 (1875)
Issue
Nr. 1. (1.1.1875)
Date
1875-01-01
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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4 macher", der sein Müthchen an den verhaßten Juden kühlen möchte, in mannhafter Weise heimgeleuchtet. Die Zeilen, in denen man den Reiigionseifer des Volkes dnrch I ׳denhaß anregen und wachhalten kannte, sind wohl ein für alle Mat vorüber, aber warum sollte trotz alledem ein ob der neuen Kirchengesetze verbissener Katholik. dein es uni Zeit und Ewigkeit zu rhun ist, werigstens nicht den Versuch wagen, das ehemals probate Mittet wieder in Anwendung zu bringen, warum sollte er seinen Bauern nicht sagen, daß sie die Juden, diese schlechtesten Geschöpfe ans Gottes Erdboden zu meide» haben. Herr Alban Stolz ist trotz seiiies kühnen Namens bescheiden und demüthig, er steigt von seiner Höhe in die Hütten der Armen herab, uni sie zu trösten und zu wainen, er leiht seine stolze Feder nicht der zeitlichen Journalistik, sondern schreibt für die Ewigkeit, zwar nur einer gewissen Classe von Lesern, aber nur diese Leser allein wisse» seine nach Inhalt und Form unübertrefflichen Artikeichen zu würdigen. Hätte Herr Stolz sich einsallen lassen, ein vernünftiger Mensch könnte seinen Kalender lesen, wir sind überzeugt, er wäre etwas anständiger gewesen; wahrlich, er halte keine Ahnung davon, daß ein gebildeter Mann sein Machwrrk mehr als durchblättern könne. Nun hat er seinen Mann gefnnden, der ihm ganz gehörig auf die Finger klopft- Herr Lehrer Wals hat sich der nicht geringen Mühe u» terzogen, einen von Lügen und Jnvecliven strotzenden Bauern Kalender zu beleuchte» und die dem Juden z>rr Last gelegten Fehler aus ihre Quellen zu prüfen. Hoffentlich hat er Herrn Alban Stolz die Lust benommen, seinen Kaleirder für die Ewigkeit mit ״Judenartikeln" zu füllen; aber wenir dies auch nicht der Fall sei» sollte, so verdient Herr Äotff, der Tmsenden seiner Landsleute ans der Seele gesprochen, doch den wärinste» Dank aller Gebildete». Möge seine Broschüre rech! große Verbreitung stnden! — rz. Notiz. Man schreibt aus Petersburg: Die russische Regierung hat vor einiger Zeit eine sehr interessante Sammlung uralter Documente wissenschaftlichen Inhaltes in hebräischer Sprache angekauft, die nach dem bekannten, im vorigen Jahre verstorbenen Karäer Abraham Firkowitsch zurückgeblieben sind. Der als tüchtiger Kenner der jüdischen Literatur bekannte A. I. Harkavi wurde hierauf von der kaiserlichen öffentlichen Bibliothek in Petersburg beauftragt, die merthvolle Sammlung durchzusehe» und zu ordnen. Wie es nu» heißt, sollen die diesbezüglichen Arbeiten bereits so weit fortgeschritten fein, daß ein großer Theil der Docmneitte durch Abschriften vervielfältigt werden kann. Es befinden sich darunter: Fragmente von auf Perganrent sowohl als auch aus Papier geschriebe»«» Codices des saiurritanischen Pentateuch; Explicationen zum Pentateuch exegetische» Inhalts; Werke über Dogmatik, Religionsgesetzlehre und religiöse Gebräuche; grammatikalische und le.ikographijche Werke; ferner historische Werke, aus Chroniken und Legendenbüchern bestehend, sowie astronomische und astrologische, mehrere Werke über Medicin und andere wissenschaftliche Disciplinen, Gebete und Gedichte religiösen Inhalts, Ehecontracte in samaritanischer Sprache und verschiedene juridische Documente in arabischer Sprache. (Rach Mirtheilnngen des Hrn. Deinard in den hebr. Zeitschritten ״Hazphira" und ״Hamagid" sollen sich jedoch in'dem Firkowitsch'schen Nachlasse auch viele Falsisicate befinden. Red.) Briefkasten »er Redaction. Hr. Z. L. in Jt. und Dr. W. in D. in nächster Nr. Hr. Einsender der Grabschrift aus Würzburg: Wir bitten um deutliche Angabe Ihrer n>. Adresse per Postkarte. LITERARISCHE ANZEIGEN. 284] In! Berlage von Alfred Hölder (Beck'sche Universitäts-Buchhandlung) Rothenthnrmstraße 15in Wien, erschien soeben und ist durch alle Bnchhandlungen zu bezieh-.,,: Biblische Geschichte für die Ober!lassen der israelitischen Volksschule von Dr. E. Hoff, Vabbintr unb öffentlich,r Hirtigionoirhrer in Prohnitz II. Theil 8 Bogen. Preis 50 Kr. Oe.-W. Dieses Buch, dessen I. Theil für die Mittelklassen der isr. Volksschule bestimmt, bereits in zweiter Auflage erschienen ist und von den gediegensten Fachblältern zur Einführung in die Volksschule w ä r m st e n § empfohlen wurde, ist mit diesem II. Theile abgeschlossen und bildet ein vollständiges Ganzes. Wir sind deinnach überzeugt, daß dieses Buch immer größere Anerkennung und Verbreitung finden wird. 373] Soeben ist im Selbstverläge erschienen: Commeutar zu שירת האזינו von Dr. ttlmon »Mb«. Preis 1 Thlr. Wird gegen Einsendung des Betragcs an den Vers. (Berlin, Universitätsst,aste 5) franco zngesandl. Verantwort,ich« Neoacteur: Dr. M. Rahme r. ZmeineVerlm agee^chjjieu oeben: מתק שפתים׳ Hebräische Sprachlehre mit praktische» Aufgabe»;,!!» Gebrauche beim Unterrichte in der hebräischen Sprache. Bon [330 Z. M I-Phet, Lehrer an der Unterrichtsanstail ber isr. Neligionsgcsellschast zu Frankfurt a. M. Erste Abtheilung. Dritte verbesserte Austage. Preis gebunden 13 Silbergroschen. Ferner erschien soeben in zweiter Ausläge: Die biblischeGeschichte 331) für israelitische Schulen erzählt von Ludwig Stern, Direktor der israelitischen Lchulc in Wiirzburg. (Bis zur Zerstörung des zweiten Tempels fortgesetzt.) Preis gebunden 14 Tgr. Die Rolhivendigkeil der Veranstaliung einer ziveiten Auflage »ach kaumJahresfrist macht jede besondere Empfehlung überflüssig. Bei Einführung in Schule», resp. Parlieabnahme, bin gerne bereit, besondere j Vergünstigungen zu gewähren, und wolle ׳ Druck u. Verlag von C. mail sich zu diesem Behuse gesäll. direct an mich wende». _ 332 J Im B.rt. des Unterzeichnete» erschien ferner und ist durch alle Buchhandlungen zu beziehen: Das Buch der Sstijcu nab Lcgcndcu jüdischer Vorzei t. Nach den Quellen bcarb. nebst Anmerkung, u. Erläuterungen von Abraham N. Tendlau. Dritte vermehrte Auflage. Preis 1 Thlr. 5 Lgr. Elegant gebunden mir Goldschnitt und Deckel- Vergoldung l Thlr. 15 Sgr. I. «anffmann, Buchhandlung, Franksur t «Ist._ 289] lm Verlage der Brüder Winter in Wien (Pratorstr. 9) ist soeben erschienen Talmnd Jernscbalmi. Seder Seralm. Mit Text nach der Venetianer Ausgabe von D. Boinberg nebst hebritische»! Doppel-Commentaivon Dr. Z. Frankel. Erster Theil, Preis brochirt: 2 Thlr. (3 fl.) Wird auch bei Franco-Ein- Sendung des Betrages sofort direct franco zugesandt von der Exped. d. Isr. Wochenschrift in Magdeburg. Scharnke in Barby.

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