Das jüdische Literaturblatt
- Journal
- Das jüdische Literaturblatt
- Volume
- 3 (1874)
- Issue
- Nr. 16. (1874)
- Date
- 1874-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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ZMW LitnMMll Jur Deteuchtunz aller Judentfiuin u Juden betreffenden titerarischen Srscheinunzen aus dem Gebiete der phitosophie.Geschichte, Ethnograpt>ir,Lheotogie, Brientati«, Sregrse, Homiletik, Liturgik, Pädagogik. I _/ Herausgegeben von Rabbiner Di׳. M. Rahmer in Magdeburg. Bücher der einschtägigen titeratur, welche der Ned de« ״Jüd. Literaturblatt" in Magdeburg (oder der ״Israel. Mochenschr." i» Stettin);«gesandt werden, finden in diesem Blatte eingehend» Besprechung. V___/ Nr 10. Erscheint l—2mal monatlich. Preis pro Jahrgang l Thlr. Für die Abonnenten der ״Israelitischen Wochenschrist" gratis. Zn beziehen durch alle Buchhandlungen; in Leipzig durch Robert Friese. 3. ־idl)njam|. KalonyinoS und feilte satirischen Schriften. Bon Israel Gestetner, s. A. (Schluß von Nr 8.) Jene hestige Fehde, die zu Beginn des 14. Jahrhunderts gekäinpit wurde, und weiche zur t beilweisen Aechrnng der Wissenschaft von Seilen Ben Adere.'s und zu dem Bannspruche geführt hat über Jeden, der vor dein 25. Lebensjahre sich mit profaner Wissenschaft befassen würde, — berührte, da sie zumeist gegen die Süd-Franzosen gerichtet war, ohne Zweifel in gemissein Grade auch unser» Kalonymos. Wenn er auch noch zu jung mar, als daß er in den Jahren 1808 — 1805 selbstthätigen Antheil an dem Geiucskampfe genommen halte, so konnte es doch nicht fehlen, daß die gegen den freisinnigen Levi b. Chajiin aus Villesranche und seine Gesinnungsgenossen gefällte Entscheidung den bestiminendsten Einfluß auf seine Geistesrichtung übte. Diese Einwirkung ist denn auch im ״Ewen Bochan" im zweiten Theile unverkennbar ausgeprägt, wo er als einziges Ziel seiner Wünsche die Verbreitung der Golieserkenntniß durch Verständniß der Lehre bezeichnet. Die Widnrunng am Ende des Werkes an zehn hervorragende Männer in Zatalonien hebt bei Nennung ihrer Namen neben der Biederkeit des Charakters und dem Seelenadel hanptsächlich tie Bedentuug auf talinudiichem Gebiete hervor. Lemnach erscheint es als sicher anzunehmen, daß, wie Grätz iVll. 200.) vermulhet, der in der Reihe jener zehn Männer genannte Don Bonasoux Schealtiel aus Barzelona*» bei dem KaloitymoS besonders das glänzende talmudi>che Wissen rühmt, identisch ist mit dcmjeuigen Bonasoux Bidal, der in dein Streite des Ben Aderet gegen die Herrschaft der Wissenschaft so bedeutenden Amheil genommen hat. In ähnlicher Weise, nur aus einein andern Wege, wird dieser Gegenstand, von der Bedeutsamkeit des Talmndstndiums, auch im ersten Theile behandelt, der seiner Anlage und Ausführung nach zu urtheilen, uriprilnglich wohl ein selbflsländiges Werk gewesen und erst später des verwandten Inhalts wegen dem wichtige:» zweiten Theile vorangesetzt worden ist. Wenn auch der llmnuth über die darin geschilderten Zuslünde sich nicht verkennen läßt, und wir nicht Ursache haben, die Glaub- Würdigkeit der Mittheilunge» zil beziveiieln, so leuchtet doch noch allenthalben die aus dem Aufenthalte zil Noin überkommene Laune und Spottlust hervor, die cs gerechtfertigt erscheineu läßt, wenn ivir die Abfassung dieses Theils in eine etwas השעזי מופת הדור אות הימים כליל המעלות עטרת היחס (״ ציץ הדת נור התורה הארץ האירה מכבודו לאורו ליהודים היתד, אורה השר הגדול העומד על בני עמנז לתהלה לשם ולתפארת מדברנא דאומתיה הנשיא הנכבד ה רב המובהק דון בונפוש שאלתיאל frühere Zeit, etwa sogleich nach Kalonymos' Rückkehr aus Rom (1819—1320) setzen, da der Autor wohl von nnerglücklichen moralischen Zllständen spricht, aber nirgends svon Unglück oder Verfolgung etwas erwähnt. L-jW In der Ausführung seiner Satyren, in welchen besonder» Aerzte, Dichter, Astrologen und Kabbalisten scharf mitgenominen werden, bedient sich Kalonymos einer anmuthigen Form des Ausdruckes, er ist reich an feinen Wendungen und lebhaften Bildern, die besonders zu Ende des Werkes in glänzender Fülle sich entsallen, doch ist er trotz der stellenweise entfalteten Gewandtheit, die sich besonders in gelungenen Wortspielen*» äußert, gegenüber dem glänzenden Talente seines Zeitgenossen und Freundes und Freundes Immanuel von nicht allzugroßer Bedeutung. Er will um jeden Preis Dichter sein, er opfert einein gesuchten Reime manchen Gedanken und zieht manchem gut hebräischen Worte ein fremdes vor. Aber selbst diese Reime dienen nicht zur Ausschmückung metrisch tadelloser Dichtungsformen, sondern nur zur Hülle einer ohne jede Berechnung gehaltenen Prosa, wie sie begabtercil Schriftstellern ohne alle Mühe zu Gebote steht; wir dürfen daher Immanuels Nachricht als völlig glaubwürdig annehinen, daß Kalonymos ihm nie ein metrisches Gedicht gezeigt habe.') Und wie jchwer ih»l selbst diese seine Art des Dichtens gefallen sein mag, bezeugt sein eigenes Geständniß zu Ende des ersten Theils von Ewen Boclian, daß der Reim ihm Mühe koste, und er gezwungen sei, im wichtiger» Theile zum Lobe des Herrn sich der fließenden Prosa zu bedienen. Wenn nun Esve.n Boclian in Form und Inhalt uns den Vielerfahrenen und in trüber Lebensanschauung das Weltliche verachtenden Mann veranschaulicht, vor desicn Urtheile alle menschlichen Bestrebungen in Nichts zerfallen, erblicken wir in dem Verfasser eines andern Werkchens den von Lebenslust und ausgelassenem Frohsinne überjprudelnden Lebemann. Wer zuerst den ״Traetat Purim" gelesen und dann erst den ״Prüfstein" vorgenominen hat, muß unfehlbar zur Ueberzeugung gelangen, daß das Auge des Verfassers von vielem Weh heimgejuchi worden sein muß, ehe eine solch gänzliche Wandlung in seinem Gemüthe Vorgehen konnte, die die beiden Scyristen fast als entschiedene Gegensätze erscheinen läßt. Wir erstaunen, wenn wir sehen, wie derselbe 'Mann, der die Thora und den Talmud als das Heiligste und Ehrivür- *) Lolche Wortspiele: S. tu: אבד קרן הפקד וקרן עור פנים וישארו יושבי קרנות וחוצות• - חרוץ לצבור חרוץ .!.״ס - אל תשענו בבנים־ בנינם פתירה, גם לא באחים הם אוחים וחוחים, אל תאמינו ברע־ דעה הוא מבקש׳ אל תבטחו e. 6t. ,באלוף־ יאלף עונו פין 1) Me,אמנם שיר שיקול לא הראני ממלאכתי .23 .<11;11 ׳