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Das jüdische Literaturblatt · 1874-01-01 · Nr. 10. (1874) · p. Seite 40

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
3 (1874)
Issue
Nr. 10. (1874)
Date
1874-01-01
Page
Seite 40 (sequence 4)
Language
German
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Eine phöiricifche Inschrift in Brasilien. In drin ju 3tio Janeiro erscheinenden iUuftrirtcn Journal O novo mondo vom 23. April d. J. veröffenllicht Herr Ladislao Netto einen Brief mit dem Faksimile einer achtzeiligen phönicischen Jnschrist eines a»f oem iÄure des Signor Costa zu Parahyba (in Brasilien! von dessen Selaven ve» der Äckerarbeit gefundenen Steines. Professor Schlottmann zu .volle giebt im neuesten Hefte (30) der ״Jenaer Lit.raturzeitung" eine hebr. Transfer ption der Inschrift mit einer deutschen Uebersetzung nevst einigen sprachlichen Notizen. Wir lassen die beiden ersteren mit Zeilenangabe hier folgen: •1 נחנא מ מען מצדנם הקרת המן וסחר דזשלם - .2 נא אל אי ז רחקת ארץ הרם ונשת בכבל עליונם .3 ועליונת: בשנת תשעת ועשרת לחרם מלכנא אבר •4 ונהלך מעצון גבר בים סוף ונוסע עם אנית עשרת .5 ונהיה בים יחדו: שתם שנם סבבן ארץ נחם ונבדל .6 מירבעל ונאנה את חברנא ונבא הלם שנם עשר ■י מתם ושלשת נשים באי חרת אש אנכי מתעשרת אבר •א חבלתיא עליונם ועליונת יחננא Uebersetzung 1. Wir Söhne Kanaans aus Sidon der Stadt, Schiffsvolk und .Händler, wurden geworfen 2. an diese ferne Insel, ein Land der Berge, und wir setzten (weiheten) sie als Eigenthum der Götter 3. und Göttinnen. Im neunzehnten Jahre des Hiram unseres Königs, des Führers — 4. da gingen wir von Ezion-gebcr aus auf das Schilfmecr, und wir brachen auf mit zehn Schiffen 5. und wir waren auf dem Meere miteinander. Zwei Jahre umfuhren wir das heiße Land (Afrika); dann wurden wir getrennt 6. von Jerubaal, und wir betrauerten unsere Gefahrten, und wir kamen hierher, zwölf 7. Männer und drei Frauen, auf eine Insel des Waldes, welche ich. Methuaftart der Führer 8. weihete als Eigenthum der Götter und Göttinnen. Sie seien uns gnädig._ Wenn diese ganze Inschrift nicht, wie aus einigen sprachlichen Symptomen hervorzugehen scheint, die Fälschung eines geschickten und gelehrten Epigraphikers in, — wofür sie Schlottmann trotz mancher von ihm selbst angefiihrten Gegengründe schließlich dennoch hält —, so würde sie, da Hiram II von 551 bis 531 regierte, aus dem Jahre 530 stammen u. erweisen, daß die Phönizier bei der Umfchisfung von Afrika durch die Aequatorialftrömung schon 2000 Jahre 10t der Entdeckung Amerika's nach Brasilien geführt worden waren. M i s c e l l e n. Das letzte Heft des ״l'Educatore Israel" veröffentlicht zwei interessonle Docilinente, welche beweisen, daß es selbst z» jener Zeit, wo die italienischen Juden im Allgemeinen über Erniedrigung und Zurücksetzung zu klagen hatten, einzelne unter ihnen gab, dis durch ihre ausgezeichneten Dienste, welche sie dem Staate leisteten, von den Fürsten selbst ehrenvolle Zeugnisse und ganz besondere Protection sich zu erwerben wußten. Die Familie Fano. eine der hervorragendsten unter den aus Spanien ausgewanderten, die sich in Modena onsäßig gemacht hatte, erwarb sich durch Förderung der Seidenindustrie große Berdienste um diese Stadt und erhielt darum von den Herzogen von Este ganz besondere Vergünstigungen und Privilegien. Einige derselben sind aus den beiden folgenden Dokumenten ersichtlich, deren italienische Originalien im Besitze des Herrn Solomon Levi in Reg,,io d'Emilia, eines Nachkommen der Familie Fano von mütterlicher Seile, sich befinden. »Rtnoido» Herzog von Modena, Reggio re. Da der Jude David Fano, Handelsmann hierorts und Unser Jumelier, wieoerhotentlich in unsereur Dienste nach verschiedenen Städten und Ortschaften sich zu begeben hat, so versehen wir ihn mit gegenwartigem Geleitschein. Straft deffen bitten wir alle Fürsten, Republiken, Potentaten, Edelleute und deren Beamte, in jenen Staaten, durch welche er durchzureisen ober in denen er sich aufzukalle» gewillt sein wird, ihn nicht nur frei und ungehindert passiren resp. sich aushalten z» lassen mit seinen Waffen, Requisiten und noch zwei Personen mit >!1m, sondern im Bedürfilißfalle ihn noch besonders zu unterstützen als ״nsern Diener in der sicheren Voraussetzung, Uns dadurch einen höchst erwünschien Dienst zu erweisen und zu entsprechenden Gegenleistungen bei anderen ähnlichen und wichti» geren Gelegenheiten zu verpflichten. Wir tragen ei» Gleiches jedein Unserer Beamten und Umerthanen auf, sosern diesen Unsere Gunst am Herzen liegt. Urkund deh ist gegenwärtiges Schreiben von Unserer eigenen Hand gezeichnet und mit Unserem Siegel versehen Gegeben zu Modena, heute am 24 Oktober 1695." (Schluß folgt.) Deukspruch von Sehiller, metrisch ins Hebräische übersetzt von Simon Lachs. Jm Glück sich mäßigen, im Streit nicht zagen, Das Unvermeidliche mit Würde tragen. Das Rechte thun, am Schönen sich erfreuen. Das Leben lieben und den Tod nicht scheuen, Und fest an Gott und bessre Zukunft glauben. Heißt Leben, heißt dem Tod sein Bittres rauben. מוסר השכל באשר למשול ברוחו, ובלתי נמוג בסער וסופה, כיקר נפש כלכל שיאו, אם אין מזור ותרופה, צדק ויושר לעשותם, ולשמוח בכל טוב ונאוה, החיים לאהבה אותם׳ וגם על מות כל להתעצבה, האמן באלהיו בכל מאדו׳ ולטוב כי יכון בו את תקותו, מצא אלה מצא חיים כנגדו, ופדיון מן המות ומרירתו• Briestast«« der Redaktion. Die begonnenen Ärtikel: ״»alonymos u. s. iv. und die Bücherconfiscation rc." werden in den nächsten NNr. fortgesetzt werden. Wir werden fortan da» »Literaturblatf nur denjent» gen Redaktionen in Tausch;«kommen lasten, die ihre betr. Blätter auch hierher an nn» oder an die Exped. der i-r. W-chenschr. in Magdeburg senden Israelitische Wochenschrift und! 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